Ein „Haufen“ Ärger
Viel Hundegackerl – nur nicht im Sackerl

Auf steyr.gv.at/Hundehaltung_in_Steyr finden Hundebesitzer eine Karte mit Standorten der Sackerlspender – wie hier beim Staffelmayr.
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  • Foto: BRS/kai
  • hochgeladen von Marlene Mitterbauer

Nicht alle Hundehalter entsorgen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ordnungsgemäß.

BEZIRK. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist Bewegung an der frischen Luft so beliebt wie noch nie. Immer mit dabei: Der beste Freund, der Hund. Dass die Vierbeiner dabei ihr Geschäft verrichten, liegt in der Natur der Sache – die „Trümmerl“ danach wegzuräumen, beim Hundehalter selbst. Doch die Hinterlassenschaften werden gerne ignoriert, wie Patricia Gruber aus Steyr bestätigen kann: „Ich habe selbst einen Hund und gehe gerne mit ihm in der Au und auf den Knoglergründen spazieren. Vor allem in den Siedlungen zwischen den Häusern ist mir aufgefallen, wie viel Hundekot herumliegt.“ Schon mehrmals habe sie Hundehalter darauf angesprochen und sie gebeten, die Haufen wegzuräumen, aber „das hat keinen interessiert“.

„Gibt viele schwarze Schafe“

Zum großen Ärgernis der Hundebesitzerin, die mit den Verweigerern nicht in einen Topf geschmissen werden möchte. „Ich habe immer ein Sackerl eingesteckt, denn für mich und für die meisten ist es selbstverständlich, die Hauferl unserer Hunde wegzuräumen. Aber es gibt halt leider auch viele schwarze Schafe“, so Gruber. Ein Problem sieht sie auch in den fehlenden Sackerl-Spendern, die ihrer Meinung nach in der Stadt spärlich gesät sind. Die Stadt Steyr dementiert das: „Wir haben vor rund fünf Jahren als Serviceangebot mehr als 30 Sackerl-Spender samt Abfallbehälter im Stadtgebiet aufgestellt.“ Dass die Unterhimmler Au ein Hundehaufen-Hotspot ist, ist allgemein bekannt, obwohl es auch dort Spender und Tonnen gibt.

„Es gibt immer wieder Hundehalter, die unbelehrbar sind.“
Leopold Arthofer, Bürgermeister Losenstein

„Leider gibt es hier viele, die zwar Hundekotbeutel benützen, sie aber einfach auf der Wiese oder im Wald liegen lassen“, heißt es vom Magistrat. Zum Handkuss kämen dann die Mitarbeiter der Kommunalbetriebe, die diese entfernen müssen, obwohl das Liegenlassen laut dem Hundehaltergesetz verboten ist.

„Sackerl entsorgen und nicht liegen lassen“

In der Gemeinde Losenstein sind herumliegende Hunde-Haufen immer wieder ein Problem – vor allem auf beliebten Wanderwegen wie am Kirchenberg. „Wir konnten die Situation mit Hinweistafeln und Sackerl-Spender schon etwas entschärfen, aber es gibt immer wieder Hundehalter, die unbelehrbar sind“, sagt Bürgermeister Leopold Arthofer.
„Die meisten sind brav, trotzdem hat die allgemeine Bewusstseinsbildung noch nicht so gegriffen, wie wir es gerne hätten. Deswegen bitte Sackerl verwenden und dieses auch im Mistkübel entsorgen – und nicht samt Inhalt einfach liegen lassen“, appelliert Arthofer für ein faires Miteinander.

„Vernünftige werden mehr“

Im Sierninger Ortszentrum haben sich die herumliegenden „Trümmerl“ in den letzten Jahren vermindert. „Man merkt, dass die vernünftigen Hundehalter mehr werden“, sagt Ortschef Manfred Kalchmair. Die Gemeinde ist auch gut ausgestattet, an vielen Standorten finden sich Sackerl-Spender und Mistkübel. „Man kann sich auch jederzeit gratis Sackerl bei uns im Gemeindeamt abholen“, so Kalchmair. Was den Ortschef aber schon ärgert, sind die Hundstrümmerl auf den Spielplätzen. „Die Kinder achten ja nicht drauf und steigen oder greifen dann rein. Da gibt es leider immer noch Hundebesitzer, die glauben, für sie gelten die Richtlinien nicht.“

Welche Maßnahmen sollen gegen das Hundekot-Problem gesetzt werden?

Das „Hauferl“ kann zum Tod von Kälbern führen

BEZIRK. Weil man „eh in der freien Natur“ unterwegs ist, glauben manche Hundehalter, dass die Kotabgabe dort „natürlich“ sei. Doch das Hundstrümmerl hat auf Wiesen, Feldern und Weiden nichts verloren.

„Der Hundekot wird mitsiliert und fängt in den Ballen zu gären an.“
 Edeltraud Huemer, Bezirksbauernkammer-Obfrau

Die Weidetiere fressen zwar nur sauberes Gras und machen um die Haufen einen weiten Bogen. Allerdings gelangt der Kot beim Mähen ins Gras, in das Heu oder in die Silage. „Dort fängt er dann in den Ballen zu gären an. Das hat zur Folge, dass die Kühe weniger Milch geben, weil ihnen durch die Verunreinigung weniger Futter zur Verfügung steht. Im schlimmsten Fall können die Kühe sogar Fehlgeburten erleiden“, weiß Bezirksbauernkammer-Obfrau Edeltraud Huemer. Das liegt vor allem an dem Parasit „Neospora caninum“, dessen Eier infizierte Hunde mit dem Kot ausscheiden. „Hundekot kann auch pathogene Keime beinhalten, die bei Rindern, aber auch Schafen und Ziegen Krankheiten verursachen“, informiert Michael Dünser vom Institut für Veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Linz.

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