Liftverbindung Neustift - Schlick
Abstimmen, bis es eine Mehrheit gibt?

Ansicht der "Goldsuttn"
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NEUSTIFT.Das Projekt Zubringerbahn von Neustift in das Skizentrum Schlick 2000 wird dem Neustifter Gemeinderat neuerlich zur Abstimmung vorgelegt.

Ganz knapp, aber eben doch wurde eine Seilbahnanbindung von Neustift auf das Sennjoch im vergangenen Jahr seitens des Neustifter Gemeinderats abgelehnt (wir berichteten). Während einige glaubten, das Vorhaben sei damit vom Tisch, arbeiten andere – vorwiegend hinter den Kulissen – weiter an dessen Realisierung.

Neuerliche Beschlussfassung

Auf der für Dienstag, 12. November anberaumten Gemeinderatssitzung in Neustift fand sich  folgender Punkt: "Beratung und Beschlussfassung über den Abschluss des vorliegenden Options- und Dienstbarkeitsvertrages mit der Goldsutten GmbH zur Überspannung des Gst. 259/1, KG 81123 Neustift, für die Errichtung, Erhaltung, Betreibung und Erneuerung einer Seilbahn (Errichtung von Liftstützen, Verlegung und Erhalt aller zum Betrieb der Anlage erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen)". Kurz vor Beginn wurde die Sitzung jedoch abgesagt! Als voraussichtlicher Ersatztermin wurde der 19. November angegeben.

Widerstand von Bürgerinitiative

An den Argumenten, die die Gegner ins Rennen führen, ändert das freilich nichts. "Genau dazu gab es bereits im Juni 2018 eine Abstimmung, allerdings fand diese keine Zustimmung. Jetzt wird versucht, ein anderes Ergebnis zu erzielen!", ärgern sich Michael Stern und Robert Span. Die beiden Neustifter wehren sich bekanntlich seit vielen Jahren persönlich aber auch im Namen einer Bürgerinitiative gegen diese "Zubringerbahn Neustift - Schlick". Sie treten für "die Unversehrtheit der 'Goldsuttten' und die Einhaltung der Ruhegebietsgrenzen 'Kalkkögel' ein, denn "das geplante Projekt stellt dafür eine massive Gefährdung dar".

100 Meter langer Tunnel

An den Plänen habe sich laut ihren Angaben "in der Zwischenzeit nicht viel geändert", außer, dass "ein Teil des geplanten Skiweges, der durch die teilweise extrem steilen und Fels durchsetzten Südhänge des Sennjochs in die Goldsutten geplant ist, durch einen über 100 m langen Tunnel führen soll. Offenbar rechnen die Betreiber damit, dass sie aus der Front der ablehnenden Mehrheit jetzt jemanden umstimmen können", richteten sich Stern und Span daher gestern Abend in einer Presseaussendung an die Tiroler Medien.

Gegenargumente

Die wichtigsten Argumente zur ablehnenden Haltung der Bürgeriniative gegenüber dem Projekt würden jedenfalls unverändert gelten, halten sie weiters fest:
* Zerschneidung wertvollster Berg- und Almlandschaft, ohne attraktive Pistenflächen zu erschließen
* Talabfahrt nach Neustift ist geländebedingt unmöglich
* Keine Zustimmung seitens der Grundbesitzer für die Errichtung von Baustraßen
* Massive Belastung durch Variantenfahrer für Wald, Wild und darunter wohnende Anrainer
* Talstation weitab vom Neustifter Zentrum – somit kein „Dorfeinstieg“ gegeben – geringes Angebot an Pkw-Parkflächen; im Wesentlichen kommt es zu einer Verkehrsverlagerung statt Verkehrsberuhigung
* Talstation teilweise im Überflutungsbereich der Ruetz gelegen, sie würde mitten ins Herz der „Neustifter Möser“ platziert; verbunden damit wären gravierende Veränderungen des Landschaftsbildes und ein enormer Flächenverbrauch durch Park-, Gebäude- und Verkehrsflächen
* Zudem sind zahlreiche Fragen offen, u.a. das Thema Beschneiung, ev. Speichersee, Sicherheitsaspekte (Lawinensicherung, Wildbach „Omesbergbach“ , etc.)

Schrei nach "Stopp"

"Zusammengefasst stellt sich die gesamte Kosten-Nutzen-Relation als äußerst ungünstig dar. Wir fordern daher von den Betreibern einen Stopp dieses schlechten Vorhabens um sich Projekten zu verschreiben, welche eine positive Entwicklung des Stubaitales ermöglichen", so Stern und Span abschließend.
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