Flussrenaturierung
Der Gschnitzbach darf sich wieder weiter ausbreiten
- Noch laufen die Arbeiten: Künftig kann der Gschnitzbach sich wieder eigenständig zu einem verzweigten Fließgewässer entwickeln.
- Foto: © IB Wasser & Umwelt GmbH, Gerald Ringler
- hochgeladen von Tamara Kainz
Wie bereits berichtet, läuft entlang des Gschnitzbachs ein großes Renaturierungsprojekt. Die umfangreichen Bauarbeiten dauern noch bis Ende des Sommers an.
GSCHNITZ. Ein Teil des Geschnitzbachs ist in einem künstlichen Bachbett verbaut. Die Gemeinde Gschnitz ändert das, indem sie das Gewässer aktuell auf einer Länge von rund einem Kilometer im Bereich „Auen“ renaturiert. „Somit kann sich der Gschnitzbach künftig wieder natürlich ausbreiten und bietet rund 30.000 qm neuen Lebensraum für zahlreiche heimische Pflanzen- und Tierarten“, freut sich LHStv Josef Geisler. Das Land Tirol fördert das Projekt mit rund 540.000 Euro.
30.000 qm zurückgewonnener Lebensraum
„Flusslandschaften sind wertvoller Lebensraum und damit wahre Lebensadern – nicht nur im Wasser, sondern auch an den Ufern. Unterschiedliche Gewässertiefen, Tümpel, Pflanzen und auch eine natürliche Schwankung des Wasserstands tragen dazu bei, dass Fische, Amphibien, Insekten und Vögel sich ansiedeln und vermehren. Es freut mich, dass die Gemeinde Gschnitz dieses Projekt umsetzt und das Land einen Beitrag dazu leisten kann“, so Naturschutzlandesrat René Zumtobel.
Bach erhält dreimal so viel Raum
In einem ersten Schritt wurde standortfremde Vegetation wie Fichten von den Uferbereichen entfernt. Die ehemaligen Aubereiche wurden durch Baggerarbeiten wieder an den Hauptfluss angeschlossen. Dafür mussten der bestehende Uferbegleitweg und die Langlaufloipe Richtung Norden verlegt werden. Sie wurden besucherfreundlich ausgestaltet, sdoass die revitalisierten Flächen für die Bevölkerung zugänglich sind. Auch unterschiedliche Teiche werden angelegt, die neue Lebensräume für Amphibien schaffen. So erhält der Gschnitzbach samt Auwaldbereich mit teilweise bis zu 80 Metern Breite dreimal so viel Raum wie aktuell und kann sich auf rund 30.000 qm eigenständig zu einem verzweigten Fließgewässer entwickeln.
Gemeinde entstehen keine Kosten
Der Uferbereich wird flach angelegt. Hier können sich ökologisch wertvolle Aupflanzen wie die Grauerle wieder ausbreiten. Sogenannte Strukturinseln im Gewässer schaffen zusätzlichen Lebensraum für heimische Fischarten wie Koppe und Bachforelle. Zwei permanente Stillgewässer bieten Lebensraum für Amphibien und Insekten. Insgesamt werden in das Renaturierungsprojekt am Gschnitzbach mehr als 1,6 Millionen Euro investiert. Das Land stellt aus Mitteln der Abteilung Wasserwirtschaft über 500.000 Euro an Förderungen zur Verfügung. Der Gemeindeanteil von rund 34.000 Euro wird über die Naturschutzförderung abgedeckt. Die weiteren Kosten für das Projekt werden vom Bund gefördert.
Bgm. Pranger: "Mensch und Natur profitieren"
„Wasser ist die treibende Kraft der Natur und manchmal sind Veränderungen nötig, um dieser Kraft genügend Raum zu geben und uns gemeinsam voranzubringen. Wir freuen uns, dass wir dem Gschnitzbach in unserem Gemeindegebiet wieder mehr Platz geben können. Von diesem Projekt profitiert letztlich nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen, die in unserem Tal leben oder als Gäste zu uns kommen“, freut sich Bgm. Andreas Pranger.
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