Wahl 2019
Expertenanalyse zur Bürgermeisterwahl in Hallein

Alexander Stangassinger und Maximilian Klappacher.
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  • Alexander Stangassinger und Maximilian Klappacher.
  • Foto: Josef Wind
  • hochgeladen von Thomas Fuchs

Politikwissenschaftler Armin Mühlböck von der Universität Salzburg klärt auf, wie es zu den Wahlergebnissen in Hallein kommen konnte.

SALZBURG. BEZIRKSBLÄTTER: Herr Mühlböck, hat Sie das Wahlergebnis in Hallein überrascht?
ARMIN MÜHLBÖCK:
Von außen wirkt das Ergebnis sehr überraschend, aber wenn man sich in Hallein umgehört hat, dann war es eigentlich zu erwarten. Es war schon ein starkes Bedürfnis nach Veränderung da.

Weshalb wollten die Wähler Veränderung?
MÜHLBÖCK:
Da muss man etwas in der Geschichte zurückgehen: 1999 wurde das "rote" Hallein plötzlich "schwarz". Grund dafür waren die enormen Schulden der Stadt und die innere Zerrissenheit der SPÖ. Mit Christian Stöckl hatte man einen seriösen Sanierer gefunden. Er war dann auch, trotz der strengen Sparmaßnahmen, sehr beliebt bei der Bevölkerung, auch weil er immer unter den Leuten war und sich nicht versteckt hat. 2013 ging Stöckl dann aber in die Landespolitik.

Nachfolger wurde Gerhard Anzengruber.
MÜHLBÖCK:
Genau. Ich weiß nicht, ob er das überhaupt wollte, jedenfalls fühlte er sich nicht wohl in der Rolle. Er verkündete dann auch nicht mehr antreten zu wollen. Jetzt versäumte es die ÖVP sofort zu handeln, man führte keinen Wechsel herbei. Nachfolger Maximilan Klappacher konnte sich in nur fünf Monaten keinen Amtsbonus mehr erarbeiten und auch die Versäumnisse des Vorgängers kaum aufarbeiten.

Und die SPÖ?
MÜHLBÖCK:
Die SPÖ hatte es nach fast 20 Jahren wieder geschafft, sich zu konsolidieren. Mit Alexander Stangassinger hatten sie offenbar einen mehrheitsfähigen Kandidaten gefunden. Die Schwäche der ÖVP und das Bedürfnis nach Veränderung haben sie dann im richtigen Moment optimal ausgenutzt.

Warum war die Wahlbeteiligung, 54 Prozent, so niedrig?
MÜHLBÖCK:
Das ist nicht nur in Hallein so, generell gilt: Je größer eine Gemeinde ist, desto niedriger die Wahlbeteiligung. In kleinen Gemeinden gibt es einen viel direkteren Dreh zur Politik, die Leute kennen sich und gehen mit hoher Beteiligung wählen. In den Städten gibt es diese Gemeinschaft nicht, hier herrscht eine gewisse Anonymität vor. Abgehängte Schichten, Bildungsferne und Niedrigverdiener haben häufig das Gefühl nicht mitbestimmen zu können und gehen dann gar nicht wählen.

Welche Herausforderungen warten jetzt auf beide Parteien in Hallein?
MÜHLBÖCK:
Die SPÖ wird jetzt liefern müssen. Aber Alexander Stangassinger kann sich im Gegensatz zu Maximilian Klappacher einen Amtsbonus erarbeiten. Gegen einen amtierenden Bürgermeister zu gewinnen ist dann sehr schwierig. Die ÖVP muss sich neu aufstellen, mit mehrheitsfähigen Konzepten und Personen. Dann muss sich die SPÖ für die nächste Wahl eine Schwäche leisten, welche die ÖVP dann ausnutzen kann.

Alexander Stangassinger und Maximilian Klappacher.
Armin Mühlböck von der Universität Salzburg.

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