15 Jahre Jubiläum Euregio
Gründungsväter ziehen in Alpbach Bilanz
- 15 Jahre nach der Gründung der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino bekräftigen die ehemaligen Landeshauptleute Lorenzo Dellai (Trentino), Luis Durnwalder (Südtirol) und Günther Platter (Tirol) ihre Überzeugung von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
- Foto: Armin Gluderer/Euregio
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Bei den Euregio-Days in Alpbach blickten die Gründungsväter auf 15 Jahre Euregio zurück. Mehr als 350 Projekte wurden seither angestoßen.
ALPBACH. Vor 15 Jahren wurde auf Castel Thun im Trentino ein wichtiges Kapitel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aufgeschlagen: Die damaligen Landeshauptleute Günther Platter, Luis Durnwalder und Lorenzo Dellai unterzeichneten am 14. Juni 2011 die Gründungsverträge der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. Anlässlich des Jubiläums trafen die drei Gründungsväter bei den Euregio-Days 2026 im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach erneut zusammen und blickten auf die Entwicklung der Europaregion zurück.
- Drei Länder, drei ehemalige Landeshauptleute, eine Euregio: Luis Durnwalder (Südtirol), Günther Platter (Tirol) und Lorenzo Dellai (Trentino) blickten bei den Euregio-Days in Alpbach auf die Anfänge der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zurück und zogen Bilanz über 15 Jahre grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
- Foto: Armin Gluderer/Euregio
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Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Für den aktuellen Euregio-Präsidenten und Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle ist die Euregio heute ein Vorzeigemodell der grenzüberschreitenden Kooperation in Europa.
„15 Jahre Euregio bedeuten 15 Jahre enge, institutionalisierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino ist ein Vorzeigebeispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit, welche die europäische Integration Tag für Tag vorlebt“, betont Mattle.
Dank der Euregio seien zahlreiche Projekte in Bereichen wie Mobilität, Kultur, Sport oder Familienpolitik umgesetzt worden, die einen konkreten Mehrwert für die Bevölkerung schaffen.
- Bei der konstituierenden Sitzung der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino am 13. Oktober 2011 auf Schloss Tirol besiegelten die damaligen Landeshauptleute Lorenzo Dellai (Trentino), Luis Durnwalder (Südtirol) und Günther Platter (Tirol) mit ihrem Handschlag die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der drei Länder.
- Foto: Andreas Fischer
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Positive Bilanz der Gründungsväter
Beim Runden Tisch der Euregio-Akademie zogen die ehemaligen Landeshauptleute insgesamt eine positive Bilanz.
„Die Euregio hat vor und nach der Gründung bewegte Momente erlebt. Aber besonders in Krisenzeiten haben wir das Gespräch gesucht, Solidarität gelebt und Stärke bewiesen. So haben wir uns bei der Flüchtlingswelle 2016 oder in der Coronazeit gegenseitig geholfen und gegen nationale Bestrebungen öfters die Schließung der Brennergrenze verhindert“, erinnerte sich Günther Platter.
Auch Südtirols ehemaliger Landeshauptmann Luis Durnwalder sieht die Entwicklung positiv: „Man kann immer besser werden. Die Euregio ist heute nicht perfekt. Aber sie ist auf einem sehr guten Weg.“
Gemeinsame Identität im Alpenraum
Für den früheren Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dellai beruht der Erfolg der Euregio nicht nur auf der gemeinsamen Geschichte.
„Unsere Identität beruht nicht nur auf der gemeinsamen Geschichte: Wir wollten immer nach vorne blicken und die europäische Integration nutzen, um unsere Herausforderungen im Herzen der Alpen gemeinsam zu bewältigen.“
Zugleich spricht sich Dellai dafür aus, die Zusammenarbeit künftig weiter auszubauen und langfristig eine noch stärkere europäische Region zu schaffen.
- Mit dem Auftaktevent „15 Jahre Euregio Tirol-Südtirol-Trentino“ starteten die Euregio-Days im Rahmen des European Forum Alpbach. Im Mittelpunkt standen die Entstehung, die Entwicklung und die Zukunft der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino.
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Von der Idee zur Erfolgsgeschichte
Die Gründung der Euregio war keineswegs selbstverständlich. Wie Durnwalder erklärte, hätten die Spannungen zwischen Österreich und Italien rund um die Südtirolfrage grenzüberschreitende Projekte lange Zeit erschwert. Den entscheidenden Impuls brachte schließlich die Einführung des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) durch die Europäische Union im Jahr 2006. Diese rechtliche Grundlage ermöglichte eine institutionalisierte Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg. „Im Andreas-Hofer-Gedenkjahr 2009 haben wir diese Chance ergriffen und der Dreierlandtag hat die Gründung beschlossen“, erinnerte sich Platter.
Rund 100 Projekte pro Jahr
Die Entwicklung der Euregio kann sich laut den Verantwortlichen sehen lassen. Allein in den ersten zehn Jahren wurden mehr als 350 Projekte und Initiativen umgesetzt. Mittlerweile organisiert, begleitet oder unterstützt die Euregio rund 100 Projekte jährlich. „Mit Freude sehe ich, wie weit sich der inhaltliche Bogen der Euregio-Projekte heute spannt“, betonte Dellai.
Neues Geschichtsbuch gibt Einblicke
Passend zum Jubiläum wurde auch das Euregio-Geschichtsbuch vorgestellt. Es beleuchtet die gemeinsame Geschichte Tirols, Südtirols und des Trentinos sowie die Entstehung und Entwicklung der Euregio. Das digitale Nachschlagewerk steht kostenlos auf der Website der Euregio zur Verfügung und bietet einen umfassenden Einblick in 15 Jahre grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Herzen Europas.
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