Umfrageergebnis
Klimabonus: Tiroler zahlen offene Rechnungen – Umfrage der Woche
- Seit 1. September wird der Klimabonus ausbezahlt. Für viele ist diese Einmalzahlung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Viele Menschen müssen mit diesem Geld offene Rechnungen bezahlen.
- Foto: skn
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Seit 1. September wird der Klimabonus und Anti-Teuerungsausgleich ausbezahlt. Für viele ist diese Einmalzahlung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Viele Menschen müssen mit diesem Geld offene Rechnungen bezahlen.
TIROL (skn). Mehr als 4,5 Millionen Menschen haben bereits den Klimabonus bereits ausbezahlt bekommen. Mehr als 597.000 Gutscheine wurden bereits verschickt. Alle, die ihr Konto nicht in Finanz Online eingetragen haben, bekommen den Klimabonus in Form von Sodexo-Gutscheinen ausbezahlt. Aufgrund der aktuellen Inflation und den steigenden Preisen wird der Klimabonus einmalig in einer Höhe von 500 Euro für Erwachsene und 250 Euro für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ausbezahlt.
Ergebnis unserer Umfrage der Woche zum Klimabonus
Hier das Ergebnis unserer Umfrage der Woche
- Insgesamt haben 487 Leserinnen und Leser an unserer Umfrage der Woche teilgenommen. Wir wollten wissen, was ihr mit dem Klimabonus machen werdet
- 238 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben an, dass sie damit offene Rechnungen bezahlen werden.
- 55 Leserinnen und Leser wollen mit dem Geld Shoppen, Hobbys oder Freizeit finanzieren.
- 154 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben an, dass sie den Klimabonus sparen oder investieren wollen
- 40 Leserinnen und Leser wollen das Geld für etwas anderes nützen.
In unserer Umfrage der Woche wollten wir von euch wissen, wofür ihr den Klimabonus in der Höhe von 500 Euro machen werdet. Hier das Ergebnis unserer Umfrage der Woche:
- In unserer Umfrage der Woche wollten wir von euch wissen, was ihr mit dem Klimabonus machen werdet. Hier das Ergebnis
- Foto: BezirksBlätter Tirol
- hochgeladen von Sabine Knienieder
An unserer Umfrage der Woche zum Klimabonus und Antiteuerungsausgleich haben 487 Personen teilgenommen. Knapp die Hälfte – nämlich 48,9 Prozent – werden mit dem Geld offene Rechnungen bezahlen. 31,6 Prozent möchten das Geld sparen oder investieren. 11,3 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möchten die 500 Euro für Hobbys, Sport und Freizeit ausgeben. 8,2 Prozent verwenden das Geld für andere Zwecke.
Was ist der Klimabonus?
Der Klimabonus ist Kern der ökosoziale Steuerreform und soll klimafreundliches Verhalten belohnen. Diese ökosoziale Steuerreform wurde im Herbst 2021 beschlossen. Sie umfasst mehrere Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Neben der Einführung des Klimabonusses steht die Bepreisung von Kohlendixoid (CO2) im Vordergrund. Aufgrund der aktuellen Inflation und der Preissteigerungen wurde die CO2-Bepreisung auf Herbst 2022 verschoben. Das heißt, der klimaschädliche CO2-Ausstoß hat ab Herbst einen Preis: Dieser beginnt dieses Jahr bei 30 Euro pro Tonne. Bis ins Jahr 2025 soll der Preis auf 55 Euro pro Tonne ansteigen. Um diese Kosten auszugleichen, wurde der regionale Klimabonus eingeführt. Dieser soll direkt an die Menschen in Österreich wieder zurückgegeben werden. Je weniger CO2 verbraucht wird, desto mehr bleibt vom Klimabonus übrig.
Je nach Wohnort liegt der Klimabonus zwischen 100 und 200 Euro im Jahr. Aufgrund der aktuellen Teuerung wurde der Klimabonus einmalig auf 250 Euro (unabhängig vom Wohnort) aufgestockt. Zusätzlich wurde er durch 250 Euro ergänzt - für alle ab 18 Jahren. Die Jüngeren bekommen die Hälfte. Ab 2023 wird dann der Klimabonus wie ursprünglich geplant, regional gestaffelt ausbezahlt. Die Höhe des Klimabonusses hängt dann davon ab, wie gut die Infrastruktur und die öffentliche Anbindung am eigenen Wohnort sind.
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Wer den Klimabonus bekommt
Der Klimabonus wird an alle Menschen ausbezahlt, die ihren Hauptwohnsitz für mindestens sechs Monate in Österreich haben — unabhängig von Staatsbürgerschaft und Alter. Was einfach klingt, führt allerdings auch zu Diskussionen und Kritik. So bekommen auch Verstorbene, Asylwerber und Häftlinge den Klimabonus ausbezahlt. Gerade die Auszahlung des Klimabonusses stößt neben anderen bei der FPÖ und der Justizwache selbst auf Unmut: denn Letztere ist es, die den Häftlingen den RSa-Brief den Gefangenen aushändigen und erklären müssen, wie sie dann an das Geld kommen.
Wie es dazu kommt, dass Tote den Klimabonus bekommen
Für die Auszahlung des Klimabonusses gilt der Stichtag 3. Juli 2022. Jeder, der zu diesem Zeitpunkt seit 183 Tagen einen ordentlichen Wohnsitz in Österreich hat, bekommt den Klimabonus. Nun ist es aber so, dass es häufig eine Zeitlang dauert, bis Behörden von Todesfällen informiert werden. Es dauert aber auch – teilweise mehrere Wochen – bis die entscheidenden Stellen von einem Todesfall erfahren. Das heißt, diese Personen bleiben teils Wochen nach ihrem Ableben im auch Wochen nach ihrem Ableben im Personenstandsregister. Hat nun das Finanzamt die Kontodaten dieser Personen, wird das Geld nun auf deren Konto überwiesen. Seitens des Klimaschutzministeriums wird betont, dass eine Rücknahme von Fehlauszahlungen "rechtlich leider nicht möglich" sei.
Kritik an der Klimabonus-Auszahlung
Die Auszahlung des Klimabonusses wird nicht von staatlichen Institutionen abgewickelt. Die Auszahlung übernimmt eine private Firma, die Programmierfabrik GmbH, aus Linz. Dieses Unternehmen gehört über eine Holding zu rund 90 Prozent der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Die Kosten für die Abwicklung beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. In diesem Zusammenhang kündigte die SPÖ eine parlamentarische Anfrage an. Alleine der Versand der RSa-Briefe kostet rund 6,2 Millionen Euro (lt. Krone).
„Es ist schlicht und ergreifend kein sorgsamer Umgang mit Steuergeld, wenn die Regierung den Menschen teure RSa-Briefe nachschickt, statt sie aufzufordern, doch bitte beim Finanzamt eine Gratiskontonummer namhaft zu machen." (NEOS-Generalsekretär und Digitalisierungssprecher Douglas Hoyos)
Kritik an der Auszahlungsabwicklung kommt auch von den Datenschützern epicenter.works. Sie kritisieren, dass hochsensible Kontodaten von mehr als 7 Millionen Österreichern in private Hände gelegt wurden. Kritik diesbezüglich kommt auch von den NEOS:
„Diese Bundesregierung kann es einfach nicht – das zeigt der völlig sorglose Umgang mit den Daten der Bürgerinnen und Bürger beim Klimabonus einmal mehr.“ (Douglas Hoyos)
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