WK warnt
KI-Fehler bei Melissa Naschenweng sorgt für Diskussion über Übersetzungen

Ein Fehler bei der automatischen Untertitelung eines Videos von Melissa Naschenweng sorgt für Diskussionen über die Grenzen künstlicher Intelligenz bei Sprache. | Foto: MeinBezirk
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Tiroler Sprachdienstleister warnen vor blindem Vertrauen in automatische Übersetzungen und Untertitel. Die Kombination aus künstlicher Intelligenz und menschlicher Qualitätskontrolle sorgt für verlässliche Ergebnisse.

TIROL. Ein Fehler bei der automatischen Untertitelung eines Videos von Schlagersängerin Melissa Naschenweng sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Aus der Liedzeile „I steh auf Bergbauernbuam“ wurde durch die automatische Untertitelung von Meta der völlig falsche Satz „Ich steh auf die Nazis“. Das Management der Sängerin reagierte darauf und deaktivierte die automatische Untertitelfunktion.

Für die Berufsgruppe der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol zeigt der Vorfall, welche Risiken beim Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen können. Die Technologie könne zwar eine wertvolle Unterstützung sein, eine professionelle Kontrolle durch Menschen aber nicht ersetzen.

Qualitätskontrolle bleibt entscheidend

Die Branche arbeite bereits seit Jahren mit KI-Systemen. Entscheidend sei dabei die Kombination aus moderner Technologie und menschlicher Expertise. Nur so könnten Präzision, Haftung und Qualität gewährleistet werden.

„KI ist ein wertvolles Werkzeug. Aber sie ersetzt weder sprachliche Kompetenz noch Verantwortung. Professionelle Sprachdienstleister wissen, wie KI sinnvoll eingesetzt wird und prüfen jedes Ergebnis fachlich. Genau diese Qualitätskontrolle hat in diesem Fall gefehlt“

erklärt Hermann Covi, Berufsgruppensprecher der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol und Bundesvorsitzender der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich.

Besonders sensibel sei der Einsatz automatisierter Übersetzungen in Bereichen wie Justiz, Gesundheitswesen, Behörden oder Wirtschaft. Fehlerhafte Übersetzungen könnten dort weitreichende Folgen haben. KI selbst übernehme keine Verantwortung für die Ergebnisse.

Die Berufsgruppe fordert deshalb, bei öffentlichen Vergaben stärker auf qualitätsgesicherte Sprachdienstleistungen nach den internationalen Normen ISO 17100 und ISO 18587 zu setzen.

Hermann Covi, Berufsgruppensprecher der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, warnt vor automatischen Übersetzungen ohne professionelle Qualitätskontrolle. | Foto: Die Fotografen
  • Hermann Covi, Berufsgruppensprecher der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, warnt vor automatischen Übersetzungen ohne professionelle Qualitätskontrolle.
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Mensch und Maschine als Kombination

Auch Bernhard-Stefan Müller, Obmann der Fachgruppe der Gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, sieht den Vorfall als Warnsignal.

„Der Fehler zeigt, wie schnell aus einem harmlosen Satz ein folgenschweres Missverständnis entstehen kann, das ein über Jahre sorgfältig gemanagtes Image beschädigt. Wer bei Sprache ausschließlich auf KI setzt, spart an der falschen Stelle. Professionelle Sprachdienstleister verbinden modernste Technologie mit menschlicher Kontrolle. Genau das schafft Sicherheit, Qualität und Vertrauen“

sagt Müller.

Hermann Covi appelliert daher an Unternehmen und öffentliche Auftraggeber, künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für Fachleute, sondern als Werkzeug zu betrachten: „Die Zukunft gehört nicht der KI allein. Die Zukunft gehört jenen, die Technologie professionell einsetzen und ihre Ergebnisse fachlich absichern. Genau dafür stehen unsere Sprachdienstleister.“

Bernhard-Stefan Müller, Obmann der Fachgruppe der Gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, sieht den Vorfall als Warnsignal für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. | Foto: WK Tirol/Die Fotografen
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Hermann Covi, Berufsgruppensprecher der Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, warnt vor automatischen Übersetzungen ohne professionelle Qualitätskontrolle. | Foto: Die Fotografen
Bernhard-Stefan Müller, Obmann der Fachgruppe der Gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol, sieht den Vorfall als Warnsignal für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. | Foto: WK Tirol/Die Fotografen
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