17.08.2016, 00:00 Uhr

Die "Bedeutung des Aufpassens" erfahren

Elternberaterin Michaela Nikl informiert über die Zeit Vater-Baby-Zeit. (Foto: privat)

Väter in Karenz: Elternberaterin Michaela Nikl über die Zeit mit dem Neugeborenen und die gute Bindung.

Wie wichtig ist es, dass auch der Vater in Karenz geht?
Einerseits ist es für die emotionale Bindung zwischen Vater und Kind wichtig auch Zeit miteinander zu verbringen. Oft arbeitet der Papa lange und das Kind schläft bereits wenn er nach Hause kommt. So bleibt dann meist nur das Wochenende für gemeinsame Stunden. Andererseits wissen Väter auch durch die Karenzzeit, was es bedeutet einen ganzen Tag auf ein Baby oder Kleinkind aufzupassen. Die Aussage zur Partnerin: "Was hast Du denn den ganzen Tag zu Hause gemacht, Schatz?" - relativiert sich dann oft!

Welche positiven Auswirkungen kann das auf das Familienleben haben?
Durch die gemeinsame Zeit mit dem Kind kann der Vater auch die vielfältigen Aufgaben der Mutter besser verstehen, dass es nicht nur schöne Momente gibt und z.B. ein schreiendes Baby oder tobendes Kleinkind an den Nerven zerren kann. Das Verständnis für einander, dass Kinderziehung auch sehr herausfordernd sein kann und man immer wieder Erholungsphasen und Unterstützung zwischendurch braucht. Der Austausch über die gemeinsame Zeit mit dem Kind kann auch befruchtend sein, vor allem, wenn man unterschiedliche Erziehungsmethoden zulässt.

Was ist der Unterschied, wenn Mama oder Papa daheim ist?
Das kann man nicht so allgemein beantworten. Es gibt sicher sehr vorsichtige Väter genauso wie Mütter, die ihrem Kind viel zutrauen und nicht gleich bei jedem wagemutigem Schritt eingreifen. Was ich - auch bei mir selbst - beobachten konnte, ist, dass wir Mütter gerne unser Kind versorgt sehen, darauf achten, dass wir immer alles dabei haben, was das Kind benötigen könnte - auch voraussschauend. Papas reagieren dann eher in der Situation, falls sie überhaupt eintritt.
Durch unterschiedliche Verhaltensweisen der Bezugspersonen lernen Kinder in jeden Fall, dass sie an Dinge auch anderes herangehen können, mehrere Wege zum Ziel führen und erweitern dadurch ihre Denkweise, werden flexibler und fühlen sich sicherer.
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