Digitaler Beleg ab 01. Oktober
Kassenbon per Bon oder per Bildschirm?
- Digitale Belege sollen den Aufwand für Betriebe reduzieren – doch nicht alle Unternehmer sehen darin eine Erleichterung.
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Seit zehn Jahren gilt in Österreich die Registrierkassenpflicht. Was einst für heftige Diskussionen und Proteste unter Unternehmern sorgte, wird nun erneut angepasst: Ab 1. Oktober 2026 können Belege unter bestimmten Voraussetzungen auch elektronisch bereitgestellt werden. Die neue Regelung soll Papier sparen und den Aufwand für Betriebe verringern. Doch wie kommt die Änderung bei den Unternehmen an? MeinBezirk.at hat bei zwei Kärntner Betrieben nachgefragt.
VILLACH, ÖSTERREICH. Ab Anfang Oktober kann ein digitaler Beleg – etwa über einen QR-Code oder einen Link – als Belegbereitstellung ausreichen. Kundinnen und Kunden können weiterhin einen Papierbeleg verlangen. Dieses Recht bleibt bis zum Ende des jeweiligen Geschäftstages bestehen. Unternehmen müssen daher weiterhin die Möglichkeit haben, Belege vor Ort auszudrucken. Ziel der Neuregelung ist es, die bisherige Zettelwirtschaft zu reduzieren und den Verwaltungsaufwand für Betriebe zu verringern. Die lückenlose Dokumentation aller Barumsätze und Transaktionen bleibt dabei weiterhin verpflichtend.
"Zur Kenntnis genommen"
Für Augenoptiker Markus Juritsch vom „Brillentyp“ in Villach bringt die neue Möglichkeit elektronischer Belege vorerst keine spürbare Erleichterung. In seinem Betrieb werden Rechnungen zwar zunehmend digital verschickt, für die internen Abläufe und die Buchhaltung müsse er Unterlagen aber weiterhin ausdrucken. „Für mich macht das keinen großen Unterschied“, sagt Juritsch.
"Für mich macht das keinen Unterschied – ich habe dadurch eher mehr Arbeit als weniger."
- Markus Juritsch, Geschäftsführer Brillentyp
- Markus Juritsch, Geschäftsführer Brillentyp
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Zusätzliche Arbeit
Auch von den neuen Regelungen habe er bislang wenig mitbekommen. „Wenn das so dramatisch wäre, hätte ich von meinen Anbietern sicher schon Informationen bekommen“, sagt er. Größere Firmen, die ihn beliefern, würden zwar bereits auf digitale Belege setzen – an seinem eigenen Aufwand ändere das seiner Ansicht nach aber wenig. Insgesamt habe er eher den Eindruck, dass mit den laufenden neuen Vorgaben zusätzliche Arbeit dazukomme. Auch von der Wirtschaftskammer hätte er sich mehr Information zu den Änderungen erwartet.
Auch Gastro skeptisch
Nicht nur im Handel stößt die Neuerung auf Skepsis, auch in der Gastronomie sieht man den digitalen Kassenbeleg nicht nur als Erleichterung. Bernhard Trügler, Geschäftsführer des Gasthauses Alte Point in Arriach, hält weiterhin viel von der klassischen Rechnung: Gäste sollten „schwarz auf weiß“ sehen können, was sie konsumiert haben. Ein Großteil seiner Gäste nehme den Beleg derzeit auch tatsächlich mit.
"Die Leute sollen schon schwarz auf weiß sehen, was sie konsumiert haben, das ist wichtig."
- Bernhard Trügler, Geschäftsführer Alte Point
- Bernhard Trügler, Geschäftsführer Alte Point Arriach
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Bedenken hat Trügler zudem bei der praktischen Umsetzung. Nicht jeder habe ein Smartphone oder sei mit QR-Codes vertraut. Hinzu komme der finanzielle Aufwand für die Betriebe. Schon frühere Anpassungen der Registrierkassen hätten gezeigt, dass technische Umstellungen mit Kosten verbunden seien.
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