Kuh-Urteil: Wegeschließung angedacht

- Auch für steirische Landwirte und für den Tourismus in der Region hat das Urteil erhebliche Folgen.
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Das Urteil über die tödliche Kuhattacke, bei dem der Landwirt nun 490.000€ bezahlen muss, ist in aller Munde. Auch die Landwirte in unserer Region müssen daraus Konsequenzen ziehen, die zu landwirtschaftlichen und touristischen Nachteilen führen werden.
Schließung der Wanderwege
Der Obmann der Agrargemeinschaft Hirschegg-Rein und Vizebürgermeister von Hirschegg Markus Prettenthaler sieht alles sehr skeptisch und muss überlegen, ob er als Konsequenz wichtige und beliebte Wege für Wanderer und Touristen schließen muss. Der Tourismus in der Region Pack und Hirschegg müsste Einbußen hinnehmen. Genauer gesagt müsste der Landwirt erwägen, den meist begangenen Wanderweg zwischen dem Salzstieglhaus und der Pack zur Knödelhütte zu schließen.
Aus seiner Sicht ist es unverständlich, dass die Bauern Konsequenzen daraus ziehen müssen und keine Kühe auf die Almen treiben sollen. Er persönlich wird seine Tiere weiterhin auf die Almen treiben. "Wanderer sollen sich an die Regeln halten, zum Beispiel an ein Hundeverbot in bestimmten Gebieten. Wenn ich durch die Stadt fahre, muss ich mich auch an Regeln halten. Die Wälder gehören nicht den Wanderern.", so der Vizebürgermeister von Hirschegg.
Eine andere Perspektive
Bezirksjägermeister Johann Hansbauer, gleichzeitig Bürgermeister des Rucksackdorfs St. Martin/W., betrachtet hier die Situation aus der Sicht der Jäger. "Ich bin auf der Seite der Landwirte. Natürlich ist es auch für die Jäger nicht gut, wenn unkontrolliert in den Wäldern mit Hunden gegangen wird." Auf den Almen gäbe es auch in der Natur einige Veränderungen, wenn keine Kühe mehr grasen. So wäre es für die Jagd ein Nachteil, weil alles zuwächst und viele Gebiete dadurch unzugänglich werden.
Prettenthaler sieht das genauso: "Die Tiere auf der Alm treffen viele Pflegemaßnahmen. Wer trifft die dann? Wir kämpfen jetzt schon mit den Kosten für weitere Pflegemaßnahmen."
Ausweitung des Versicherungsschutzes
Die Interessenvertreter und die Landesregierung tagten in Tirol und kamen zu dem Entschluss, einen Vier-Punkte-Plan aufzustellen. Dieser Plan enthält zukünftig einen umfassenden Versicherungsschutz für die Bauern, die Gesetze sollen ebenfalls nachgebessert werden. Neben einer Image- und Aufklärungskampagne, die in Auftrag gegeben wurde, wurde ein Verbot von Hunden im hochalpinen Gelände diskutiert.
Zur Beruhigung der Bauern wird nun vorerst als Akutmaßnahme die Ausweitung des bereits bestehenden Versicherungsschutzes dienen, was die Wiesen und Weiden miteinschließen wird. Bereits vor dem heurigen Almsommer soll diese Maßnahme getroffen werden.
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