Tunnel Voitsberg: "Ein Verkehrskollaps wäre unvermeidlich"

Projektleiter Jakob Sobl-Kogler hat sich intensivst mit der Planung beschäftigt.
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Der Bauzeit für die Sanierung der Voitsberger Unterflurtrasse ist mit zweieinhalb Jahren veranschlagt. Warum dauert eine Tunnelsanierung von 1,6 km Länge so lange?
Kogler-Sobl: Der wesentlichste Punkt ist natürlich die starke Verkehrsbelastung von mehr als 15.000 Fahrzeugen pro Tag. Die im Vorfeld von Verkehrsexperten angestellten Berechnungen zeigen, dass eine Vollsperre des Tunnels und die Umleitung des Verkehrs durch das Stadtgebiet von Voitsberg über die gesamte Bauzeit nicht möglich ist. Ein Verkehrskollaps wäre unvermeidlich. Deshalb kann die Unterflurtrasse nur während der etwas verkehrsärmeren Sommerferien komplett gesperrt werden und können die Hauptarbeiten der Instandsetzung nur in dieser Zeit erfolgen.

Gibt es weitere Gründe?

Kogler-Sobl: Ja, es ist die Komplexität der erforderlichen Maßnahmen. Für die bauliche Instandsetzung und Abdichtung der Unterflurtrasse muss diese sozusagen "entkernt" werden. Das heißt, es müssen sowohl die Fahrbahn, der erhöhte Seitenstreifen und auch sämtliche technische Ausrüstung wie Beleuchtung, Löschwasserleitung etc. abgetragen und entfernt werden. Erst dann kann die eigentliche Instandsetzung beginnen. Dafür sind auch großflächige Betonabtragearbeiten, welche mittels Höchstdruckwasserstrahlen durchgeführt werden, notwendig. Diese und auch andere lärmintensive - ca. 110 Dezibel - Arbeiten können und dürfen nicht in den Nachtstunden durchgeführt werden, sodass eine Verkürzung der Bauzeit durch einen Dreischichtbetrieb nicht möglich ist.

Hätte es Möglichkeiten gegeben, die Dauer abzukürzen? Welche Maßnahmen hätte man setzen müssen, um es in der Hälfte der Zeit zu schaffen?

Kogler-Sobl: Dazu wären eine Vollsperre der Unterflurtrasse über die gesamte Bauzeit und Nacht- sowie Wochenendarbeit notwendig. Aber wie gesagt dürfen lärmintensive Arbeiten nachts und am Wochenende nicht durchgeführt werden. Vor allem aber ist die Leistungsfähigkeit des Verkehrswegenetzes (ausgenommen sind die Sommerferien) laut Verkehrsplaner nicht gegeben.

Welche Ausweichrouten gibt es für die Pkw und Lkw?
Kogler-Sobl: Die Verkehrsführung während der Bauzeit wurde gemeinsam mit dem Verkehrsplaner, dem Amtssachverständigen und der zuständigen Behörde ausgearbeitet und mit der Polizei, der Stadtgemeinde Voitsberg, der Asfinag und den Einsatzkräften abgestimmt. Diese verordnungspflichtige Verkehrsumleitung wird mit entsprechenden Verkehrszeichen und Hinweisschildern gekennzeichnet. Der Schwerverkehr über 3,5 Tonnen kann während der Arbeiten aus Platz- und Sicherheitsgründen nicht durch den Tunnel geführt werden.

Angeblich steht der Tunnel "im Grundwasser". Welche Maßnahmen werden hier gesetzt?
Kogler-Sobl: Es wird über die gesamte Länge der Unterflurtrasse auf beiden Seiten im erhöhten Seitenstreifen eine Verrohrung eingebaut. Über diese Rohre erfolgt die Ableitung der Wasserzutritte zu den Sammelbecken im Portalbereich.

Was passiert, wenn es auf der A2 einen Unfall gibt und die Autobahn gesperrt wird bzw. der Verkehr auf die Packer Straße umgeleitet werden muss?

Kogler-Sobl: In diesem Fall wird seitens der Asfinag der Verkehr soweit wie möglich großräumig umgeleitet. So das nicht mehr möglich ist, wird der Schwerverkehr bis zum Ende der Sperre auf der Autobahn abgestellt und nur der Pkw-Verkehr über die Pack umgeleitet.

Wann und wie ist das Bautelefon besetzt und mit wem?
Kogler-Sobl: Das Infotelefon 0676/8666 0558 ist montags bis donnerstags von 7 bis 17 Uhr und freitag von 7 bis 13 Uhr besetzt. Es iwrd immer von einer Person betreut werden, die über den aktuellen Projekstand Auskunft geben kann bzw. die gewünschte Information umgehend einholen kann.

Sind die örtlichen Behörden ins Projekt eingebunden?

Kogler-Sobl: Gemeinsam mit den Vertretern der Verkehrsbehörde, der Polizei, der Stadtgemeinde, der Feuerwehr und des Rettungsdiensts wurde das Verkehrsführungskonzept erarbeitet und abgestimmt. Selbstverständlich wird seitens der Projektverantwortlichen des Landes Steiermark der Kontakt mit den Behörden und Einsatzkräften während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden. Dazu wird es regelmäßige Besprechungs- und Abstimmungstermine geben.

Projektleiter Jakob Sobl-Kogler hat sich intensivst mit der Planung beschäftigt.
Jakob Kogler-Sobl stand der WOCHE Rede und Antwort.

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