15.12.2017, 13:19 Uhr

Ein Feuerwehr-Award für die Arbeitgeber

Vom Arbeitsplatz in den Feuerwehreinsatz – Tirols Unternehmen machen es möglich!

"Mir leben fir des" – dies ist nur eine von vielen Aussagen, die bei der Ehrung der feuerwehrfreundlichen Arbeitgeber von einem der geehrten Unternehmer getätigt wurde. Gemeint war damit der Einsatz für die eigenen Firma ebenso wie für das ehrenamtliche Feuerwehrwesen in Tirol. Bei einem Festakt im Landhaus wurde die Auszeichnung "Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber" an 14 Tiroler Unternehmen vergeben. Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl und LHStv. Josef Geisler überreichten in Anwesenheit von Wirtschaftsbund-LO Franz Hörl und AK-Präsident Erwin Zangerl die "Awards".

Einsatz während der Arbeitszeit

Rund 16.000 Mal pro Jahr rücken Tirols Freiwillige Feuerwehren zu Einsätzen aus. Eine Vielzahl der Einsätze findet während der Arbeitszeit statt. Dass jemand da ist, wenn es brennt oder eine Katastrophe passiert, ist nicht zuletzt jenen Unternehmen zu verdanken, die ihre Mitarbeiter direkt vom Arbeitsplatz in den Einsatz gehen lassen. Dafür zeichnete das Land Tirol gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband 14 Betriebe mit dem Prädikat „Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber“ aus. Die Donau Chemie Landeck und das Säge- und Hobelwerk Holz Seelos aus Flaurling werden Tirol zudem beim bundesweiten „Feuerwehr-Award“ vertreten.

Keine Selbstverständlichkeit

„Es ist nicht selbstverständlich, dass Mitarbeiter bei einer Alarmierung im Betrieb alles stehen und liegen lassen und in ihrer Dienstzeit in den Einsatz gehen können. Sie drücken damit Ihre Wertschätzung für die Feuerwehren in unserem Land aus und setzen gleichzeitig ein kräftiges Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt im Dienste der Allgemeinheit“, bedankt sich Sicherheitsreferent LHStv Josef Geisler bei den Unternehmen. Besonders erfreulich sei, dass sich die Tiroler Unternehmen unabhängig von ihrer Größe für das Feuerwehrwesen engagieren. „Ob Kleingewerbe, Hotel-, Handels- oder Industriebetrieb, die Tiroler Arbeitgeber zeichnen sich durch ihre hohe Verantwortung für das Gemeinwohl und ihre Feuerwehrfreundlichkeit aus. Das gibt Motivation“, so Geisler.

Verantwortung für das Gemeinwohl

In dieselbe Kerbe schlägt auch Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl: „Nur wenn bei den Betrieben das Verständnis für die Feuerwehren da ist, können wir als Freiwilligenorganisation unsere Aufgaben auch während der regulären Arbeitszeit erfüllen. Gerade bei Katastropheneinsätzen sind wir auf die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und vielfach auf Spezialgeräte angewiesen.“ Die Unterstützung für die Feuerwehren gehe oft weit über die Freistellung in der Dienstzeit hinaus und umfasst auch Sach- und Geldspenden. „Dafür möchten wir heute Danke sagen.“
Dass Feuerwehrfreundlichkeit keine Einbahnstraße ist, betonen sowohl AK-Präsident Erwin Zangerl als auch WK-Spartenobmann Franz Hörl. „Menschen, die im Ehrenamt stehen, sind hochqualifiziert“, so Zangerl. Für Hörl bringen Arbeitnehmer, die bereit sind, sich für die Allgemeinheit zu engagieren, eine andere Grundeinstellung mit. „Da kann jeder froh sein, solche Mitarbeiter zu haben.“

Die ausgezeichneten Betriebe

Das größte von Land Tirol und Landesfeuerwehrverband mit dem Prädikat „Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnete Unternehmen ist die Firma GE Jenbacher mit ca. 1.700 MitarbeiterInnen und 17 Feuerwehrleuten, das kleinste das Erdbau- und Sprengunternehmen Werlberger in Thiersee mit zwei Mitarbeitern, die beide Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr sind.

Bezirk Innsbruck-Land:
Holz Seelaus, Flaurling

Bezirk Landeck:
Alois Ladner, Möbelwerkstätter, Strengen
Donau Chemie, Landeck

Bezirk Kitzbühel:
Holzkunst Schroll, Kirchberg
Steinbacher Dämmstoffe, Kirchdorf

Bezirk Kufstein:

Spar Wörgl, Abt. Vertrieb, Wörgl
Holzbau Eberharter, Reith i.A.
Sport H&N, Reith i.A.
Truck Center, Kundl
SPG Prints Austria, Langkampfen
Erdbau Matthias Werlberger, Thiersee

Bezirk Schwaz:
GE Jenbacher, Jenbach
Tyrolit Schleifmittelwerke, Schwaz
Hotel Post am See, Pertisau

Donau Chemie und Holz Seelos beim Bundesentscheid

Dass die Donauchemie Landeck und das Säge- und Hobelwerk Holz Seelos in Flaurling Tirol zudem beim Bundesentscheid in Wien vertreten, liegt an ihrer besonderen Unterstützung für das Feuerwehrwesen. Wenn der Alarm losgeht, kann es im Säge- und Hobelwerk Seelos in Flaurling personell schon einmal dazu kommen, dass der Betrieb eingestellt wird. Sechs der neun Mitarbeiter und die Firmenchefs Klaus und Walter Seelos sind bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und bei Bedarf springt die Firma sogar noch mit Lkw, Bagger und diversen Leistungen ein. Ähnlich die Situation in der Donau Chemie in Landeck. Von 73 Mitarbeitern sind 13 bei der Feuerwehr. Diese werden nicht nur für Einsätze, sondern auch für Schulungen vom Unternehmen freigestellt. Auf dem Firmengelände werden Nassleistungsübungen durchgeführt und Materialien gelagert. Bei Bedarf stellt die Donauchemie der Feuerwehr auch Spezialgeräte zur Verfügung. Wie wertvoll die Arbeit der Feuerwehr ist, hat die Donau Chemie etwa beim Hochwasser 2005 erfahren.
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