Lärmbelästigung
Ladezone in der Frankenberggasse erhitzt die Gemüter

In der Frankenberggasse 9 dürfen LKWs von 6 bis 15 Uhr ihre Waren anliefern.
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Frankenberggasse: Anrainer beschweren sich über Lärmbelästigung. Stadt- und Bezirkspolitik sind sich uneinig.

WIEDEN. Auf der Wiedner Hauptstraße sind viele kleinere Geschäfte angesiedelt, aber auch die Auslastung an Supermärkten ist gut. So befindet sich an der Hausnummer 15 etwa eine Filiale des Discounters Lidl. Dieser öffnete erst im vergangenen Herbst seine Pforten.

Um die Regale füllen zu können, werden die Waren täglich angeliefert. Hierfür hat die Filiale direkt ums Eck in der Frankenberggasse 9 einen Lieferanteneingang samt Lastenlift.

Ladezone ab 6 Uhr Früh

Der Parkbereich davor ist entsprechend als Ladezone gekennzeichnet. Montags bis samstags von 6 bis 15 Uhr ist an dieser Stelle ausschließlich Ladetätigkeit mit einem Lastfahrzeug erlaubt.

Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Notwendigkeit der Ladezone den umliegenden Bewohnern kundgemacht. Bereits damals regte sich erster Widerstand. Nicht etwa, weil aufgrund der Ladezone Parkplätze wegfallen, sondern wegen der Uhrzeit.

Anrainer klagen über Lärmbelästigung

"Wir haben von vielen direkt betroffenen Anwohnern Beschwerden erhalten. Die Nachtruhe wird um 6 Uhr Früh gestört", so Johannes Pasquali, Bezirksparteiobmann der ÖVP Wieden.

Bei der Bezirksvertretungssitzung im Dezember stellte die ÖVP einen Antrag für einen späteren Beginn der Lieferzeit. Diese sollte erst ab 7 Uhr möglich sein, statt wie bisher bereits um 6 Uhr.

Vor allem in den Sommermonaten seien die liefernden LKW eine "unzumutbare Lärmbelästigung". Der Antrag wurde einstimmig angenommen und an die zuständige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) weitergeleitet.

Stadt ist gegen Änderung

Die Stadträtin hat nun in einem Schreiben an Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl (SPÖ) Stellung bezogen. Sie lehnt eine zeitliche Änderung der Ladezone ab. Sie habe "grundsätzlich Verständnis" für die Anrainer.

Doch Vassilakou fürchtet, dass es zu einer Beeinträchtigung des Verkehrs sowie möglicher Staubildung in Folge späterer Lieferzeiten kommen könne.

Für Johannes Pasquali ist das inakzeptabel. "Wir hatten einen einstimmigen Beschluss. Es kann nicht sein, dass über Mehrheitsbeschlüsse einfach hinweggewischt wird. Eigentlich müsste nun die Bezirksvorsteherin auf die Barrikaden steigen für die Bewohner der Wieden", so der Bezirksparteiobmann.

Gespräche möglich

"Natürlich wäre es eine Erleichterung für die Anrainer, wenn die Lieferzeiten verschoben werden", so Bezirkschefin Lea Halbwidl (SPÖ). "Wenn es wegen bestimmten Faktoren, wie etwa Staubildung, nicht geht, dann ist es schwierig, sich zu einigen. Ich möchte auf jeden Fall Gespräche führen, um doch auf eine Lösung zu kommen."

Bis Redaktionsschluss lag noch kein Statement von Lidl vor. Klar ist aber, dass ein Supermarkt, der um 7.40 Uhr seine Türen öffnet, täglich frische Waren geliefert bekommen muss.

--- UPDATE ---

Lidl Österreich hat auf die Wünsche der Anrainer reagiert. Auch wenn grundsätzlich alle Genehmigungen für eine Anlieferung ab 6.00 Uhr morgens vorliegen, möchte der Supermarkt ein "gutes Verhältnis" mit den Anrainer haben. 

"Deshalb haben wir bereits auf die Wünsche der Anrainer reagiert und unsere Anlieferungszeiten für die Lidl-Filiale in der Wiedner Hauptstraße freiwillig auf ca. 07.00 Uhr verlegt. Über diese Vereinbarung sind auch unsere Lieferanten informiert und die Einhaltung eingefordert", heißt es von Lidl.

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