Staatsanwaltschaft
Anklagen nach drei Kindstötungen in Wien erwartet

Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen nach drei mutmaßlichen Kindstötungen weiter vorangetrieben. In zumindest zwei Fällen soll jetzt das Gericht über eine Strafe entscheiden. (Symbolbild) | Foto: Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com
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  • Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen nach drei mutmaßlichen Kindstötungen weiter vorangetrieben. In zumindest zwei Fällen soll jetzt das Gericht über eine Strafe entscheiden. (Symbolbild)
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Im Herbst erschütterten drei Fälle von mutmaßlichen Kindstötungen in relativ kurzer Zeit Wien. In allen drei Fällen wurde die jeweilige Mutter ins Visier der Ermittler genommen. Jetzt sollen entsprechende Anklagen kurz vor der Vollendung stehen, wobei eine Verdächtige in ein forensisch-therapheutisches Zentrum kommen könnte.

WIEN/FAVORITEN/SIMMERING. Es waren drei Meldungen zwischen Anfang November und Mitte Dezember, die für Entsetzen gesorgt hatten. In allen drei Fällen wird angenommen, dass Kinder durch die Hand ihrer Mütter ums Leben kamen. Laut einem Bericht der "APA" sind die Ermittlungen in den Fällen jetzt so weit vorangeschritten, dass die Anklagen bald stehen sollten.

Zunächst soll am 17. November eine 29-Jährige in einer Wohnung in Favoriten zum Messer gegriffen und damit ihren vierjährigen Sohn getötet haben. Ein Obduktionsbericht soll bereits bestätigt haben, dass der Bub an den Folgen von den Schnitt- und Stichverletzungen gestorben sei.

In diesem Fall gäbe es demnach ein psychiatrisches Gutachten, welches der Frau fehlende Zurechnungsfähigkeit attestiere. Grund dafür sei eine schwere psychische Störung. Die Staatsanwaltschaft (StA) Wien soll laut dem Bericht daher die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum beantragen. Ein Sachverständiger soll es gleichzeitig für hoch wahrscheinlich halten, dass die Frau in Zukunft erneut schwere Straftaten begehen könnte.

Anklagen zu Spitals-Fall

Am 21. November die nächste schockierende Meldung. Das wenige Tage alte Baby einer 30-Jährigen verschwand von der Frühchenstation in der Klinik Favoriten. Einen Tag später wurde die Leiche des kleinen Mädchen in einem Müllcontainer nahe des Spitals gefunden. Umgehend geriet die Mutter in den Verdacht, für den Tod des Neugeborenen verantwortlich zu sein.

Das Kind wurde nach einer langen Suchaktion in einem Müllcontainer entdeckt. Die Mutter zeigte sich wenig später geständig. (Archiv) | Foto: MAX SLOVENCIK / APA / picturedesk.com
  • Das Kind wurde nach einer langen Suchaktion in einem Müllcontainer entdeckt. Die Mutter zeigte sich wenig später geständig. (Archiv)
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Sie soll die Tat dann schließlich auch gestanden haben. Eine Obduktion ergab als Todesursache ein massives Schädelhirntrauma, hinzu kamen multiple Knochenbrüche und stumpfe Gewalteinwirkung. Als Motiv nannte die Frau "familiäre Probleme". Laut psychiatrischem Gutachten war die 30-Jährige jedoch zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Sie soll daher wegen Mordes angeklagt werden, ihr drohen bei einer Verurteilung zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Hotel-Tötung auch vor Gericht

Ebenso soll es eine Anklage in einem Fall vom 8. bzw. 9. Dezember geben. In einem Hotel in Simmering wurde ein Müllsack mit den sterblichen Überresten eines Babys entdeckt. Es soll das Kind einer 21-Jährigen gewesen sein, welche am Vortag mit ihrem Partner im Hotel eincheckte.

Das Paar soll in diesem Hotel eingecheckt haben, das Baby wurde einen Tag später tot in einem Müllsack aufgefunden.  | Foto: Screenshot Google Maps
  • Das Paar soll in diesem Hotel eingecheckt haben, das Baby wurde einen Tag später tot in einem Müllsack aufgefunden.
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Die Frau soll mit starken Blutungen am 9. Dezember in ein Krankenhaus gebracht worden sein. Die Klinik informierte daraufhin das Hotel, wo schließlich der Müllsack gefunden wurde. Laut Obduktion soll der Bub noch lebend zur Welt gekommen sein, er soll jedoch unmittelbar danach erwürgt worden sein. In der Klinik soll die 21-Jährige noch bestritten haben, gerade eine Geburt hinter sich zu haben.

Auch in diesem Fall gibt es ein psychiatrisches Gutachten, wie es in dem Bericht heißt. Demnach war die Frau zum Tatzeitpunkt noch unter Einfluss des Geburtsvorganges. Mittlerweile wurde die 21-Jährige aus der U-Haft entlassen. Jedoch muss sie sich laut Anklage wegen der Tötung eines Kindes bei der Geburt (§ 79 StGB) verantworten.

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Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen nach drei mutmaßlichen Kindstötungen weiter vorangetrieben. In zumindest zwei Fällen soll jetzt das Gericht über eine Strafe entscheiden. (Symbolbild) | Foto: Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com
Das Kind wurde nach einer langen Suchaktion in einem Müllcontainer entdeckt. Die Mutter zeigte sich wenig später geständig. (Archiv) | Foto: MAX SLOVENCIK / APA / picturedesk.com
Nach dem Verschwinden eines Babys auf der Frühchenstation in der Klinik Favoriten wurde eine große Suche angesetzt. Wenig später wurde das Kind jedoch tot aufgefunden. (Archiv) | Foto: Maximilian Spitzauer/MeinBezirk
Das Paar soll in diesem Hotel eingecheckt haben, das Baby wurde einen Tag später tot in einem Müllsack aufgefunden.  | Foto: Screenshot Google Maps
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