Die Gefahr aus dem All: Veranstaltungen zum Tag der Asteroiden in Wien

Ein Meteorstrom - so werden die gehäuften Sternschnuppen bezeichnet, die entstehen, wenn die Erde eine Kometenbahn kreuzt.
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WIEN. Es klingt ein bisschen nach Science Fiction oder schlechter Boulevardschlagzeile, ist aber durchaus ernst gemeint: Während sich die Menschheit auf der Suche nach Lösungen für hausgemachte Probleme wie Kriege und Klimawandel verausgabt, könnte alles in der nächsten Sekunde vorbei sein. Dann nämlich, wenn ein Asteroid auf die Erde zusteuert und entweder zu spät entdeckt wird oder nicht umgelenkt werden kann. Das sagen zumindest jene Astrophysiker, Forscher und Astronauten, die 2014 den Asteroid Day ins Leben gerufen haben.

Diesen Tag möchten sie dazu nützen, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass viel mehr Geld in die Erforschung von und Verteidigung gegen einschlagende Himmelskörper wie Meteoriten und Asteroiden gesteckt werden sollte. Den 30. Juni haben sie nicht zufällig gewählt: Am 30. Juni 1908 löste - so wir vermutet- der Einschlag eines Asteroiden im sibirischen Tunguska eine Explosion aus, die die Stärke mehrerer hundert Hiroshima-Atombomben hatte. Rund 2.000 Quadratkilometer - ein Gebiet fünfmal so groß wie Wien - wurden verwüstet. Die Gegend war glücklicherweise unbewohnt - den Forschern geht es darum, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass das das beim nächsten Einschlag nicht der Fall sein muss.

Größte Meteoritenschausammlung der Welt

Das Naturhistorische Museum verfügt über die größte Meteoritenschausammlung der Welt und steht in Wien deshalb am Asteroid Day im Mittelpunkt. "Die Erforschung der Asteroiden steckt noch in den Kinderschuhen. Es ist daher sehr wichtig, dass Forschungsmissionen wie die Asteroid Impact Mission AIM durchgeführt werden, um das Gefahrenpotential der Einschläge besser erkennen zu können", sagt der Direktor des Naturhistorischen Museums, Christian Köberl in einer Grußbotschaft. "Ich hoffe, dass während wir auf die Ergebnisse der Mission warten, kein Asteroid der Erde zu nahe kommt", fügt er trocken hinzu.

Im Naturhistorischen Museum dreht sich am Freitag alles um Mikrometeoriten - kleinste Himmelskörper, von denen jeden Tag etwa 100 Millionen Tonnen auf der Erde landen. Besucher können sie unter dem Mikroskop betrachten und in Vorträgen mehr über sie erfahren. Im Digitalen Planetarium wird die Show "Incoming! Kosmische Kollisionen." gezeigt, eine Österreich-Premiere über die turbulente Geschichte unseres Sonnensystems, gestützt auf neueste Erkenntnisse aus den aktuellen Weltraum-Missionen der NASA wird erklärt. Das genaue Programm und die Kosten kann man hier nachlesen.

Auch das Institut für Astrophysik der Universität Wien ist heuer erstmals beim Asteroid Day dabei. Es gibt in der Sternwarte in Währing eine Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen zum Thema, die um 17 Uhr beginnen. Das genaue Programm gibt es hier.

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