bz-Ausflugstipp
Rodeln auf der Perchtoldsdorfer Heide

Vor dem Hinunterrodeln steht das Hinaufziehen am Programm - es lohnt sich aber!
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  • Vor dem Hinunterrodeln steht das Hinaufziehen am Programm - es lohnt sich aber!
  • Foto: Altenmarkt-Zauchensee Tourismus
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Ein wahres Winterwunderland mit Ausblick über Wien ist die Perchtoldsdorfer Heide: Nur einen Katzensprung von der Stadtgrenze entfernt eignet sie sich perfekt für einen lustigen Familienausflug mit der Rodel - auch am Abend.

WIEN/PERCHTOLDSDORF. Wenn kein Schnee liegt, ist die Perchtoldsdorfer Heide im Naturpark Föhrenberge bei Jung und Alt ganzjährig als Ausflugsziel bekannt und beliebt. Aber kaum wirft Frau Holle die ersten Schneeflocken vom Himmel, ändert sich die Charakteristik der "Steppe am Stadtrand" sofort und hunderte Rodler sausen von den Hängen am Fuß des Parapluiebergs hinab.

Mit den Öffis ist die Perchtoldsdorfer Heide schnell zu erreichen: Mit der Straßenbahnlinie 60 fährt man bis zur Endstation in Rodaun und trägt die Rodel über die Schillerpromenade. Man biegt rechts in die Donauwörtherstraße und dann beim Bahnschranken gleich wieder links in die Hochstraße ein. Nach wenigen Metern geht es rechts in der Scholaugasse weiter, bis man zur steil ansteigenden Doktor-Gorlitzer-Gasse kommt, der man bis zu einem Stiegenaufgang folgt: Er ist der Einstieg in die Perchtoldsdorfer Heide. Alternativ fährt man mit der Schnellbahn S4 bis zum Bahnhof Perchtoldsdorf und geht zu Fuß bis zur Heide, aber auch die Autobuslinie 253 fährt nach P-Dorf, wie der Nachbarort von Wien im Volksmund gern genannt wird.

Mit dem Fahrrad oder Auto fährt man bis zum Parkplatz an der Kreuzung Lohnsteinstraße/Schutzhausstraße. Gleich hinter dem Schranken beginnt auch schon die Perchtoldsdorfer Heide.

Auch wenn kein Schnee liegt, ist die Perchtoldsdorfer Heide bei Spaziergängern und Wanderern äußerst beliebt.
  • Auch wenn kein Schnee liegt, ist die Perchtoldsdorfer Heide bei Spaziergängern und Wanderern äußerst beliebt.
  • Foto: Karl B.
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Soviel Schnee - juchee!

Über die befestigte Schutzhausstraße, die sich über die ganze Heide schlängelt, geht es mit der Rodel in der Hand bergwärts. Dabei sollte man immer wieder nach hinten schauen, denn der Ausblick über (fast) ganz Wien lohnt sich wirklich. Für die Abfahrt haben alle begeisterten Rodler die Qual der Wahl, schließlich gibt es nicht nur einen Rodelhügel: Auf der Südseite gibt es zwei kleinere Hügel, die von allen Seiten zum Hinunterflitzen einladen. Und auf der Westseite der Heide kann man die gesamte Länge für eine schneeweiße Abfahrt nützen, wenn man ganz oben beim Aussichtsbankerl am Waldrand startet. Ganz Mutige können dann sogar die Schutzhausstraße beim Überqueren als Sprungschanze nützen.

Richtig romantisch wird es aber erst, wenn man der Schutzhausstraße in den Wald hinein folgt: In einigen langgezogenen Kurven führt sie sanft ansteigend auf den Parapluieberg hinauf. Wenn es kurz vor dem Franz-Ferdinand-Schutzhaus wieder flacher wird, ist der Zeitpunkt zum Aufsitzen und Losrodeln gekommen. Wer möchte, kann auch noch weiter bis zur Teufelsteinhütte marschieren, wo die Josefswarte mit beeindruckendem Fernblick (auf-)wartet.

Der Parapluieberg ist übrigens nach den zahlreichen Schwarzföhren benannt, die an seinen Hängen wachsen: Ihre Äste bilden keinen spitzen Winkel, sondern wachsen ähnlich einem Schirm in die Breite - deshalb werden die Bäume auch Schirmföhren genannt. Das französische Wort für (Regen-)Schirm ist wiederum parapluie [pa.ʁa.plɥi], wovon sich der Name des Berges ableitet.

Warum die Schwarzföhren auch Schirmföhren genannt werden, wird einem bei diesem Exemplar schnell klar.
  • Warum die Schwarzföhren auch Schirmföhren genannt werden, wird einem bei diesem Exemplar schnell klar.
  • Foto: Alois Fischer
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Wer die lange Rodelabfahrt vom Parapluieberg am Abend machen will, sollte eine Taschenlampe oder noch besser eine Stirnlampe mitnehmen, denn im Wald ist's finster (mit ein bisschen Improvisationsgeschick kann man auch eine LED-Fahrradleuchte als Lichtquelle benützen).

Rodeln im Naturpark Föhrenberge

Am lustigsten ist's freilich mit der ganzen Familie und/oder mit Freunden. Weil man sich aber in einem echten Naturpark befindet, in dem gerade im Winter zahlreiche Tiere ihre ungestörte Nachtruhe zum Überleben dringend brauchen, sollte man sich dabei möglichst leise verhalten und außerdem jeglichen Müll wieder mit nach Hause oder zumindest bis hinunter nach P-Dorf nehmen, wo einige Mistkübel warten.

Perchtoldsdorf ist weithin als Weinhauerort bekannt, zahlreiche Weingärten zeugen davon. Im Hintergrund sind Perchtoldsdorfer Heide und Parapluieberg zu erkennen.
  • Perchtoldsdorf ist weithin als Weinhauerort bekannt, zahlreiche Weingärten zeugen davon. Im Hintergrund sind Perchtoldsdorfer Heide und Parapluieberg zu erkennen.
  • Foto: Alois Fischer
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Wer die anderen Rodler beim Hinaufgehen mit profunden Geschichtskenntnissen unterhalten will: Die Perchtoldsdorfer Heide war eines der ersten Wintersportgebiete im Wiener Raum - so wurden bereits 1910 Benützungsgebühren für das Rodeln eingehoben, was zu großen Protesten führte. Im Bereich des Saugrabens wiederum fanden in den 1950er-Jahren auch Motocross-Rennen statt.

Als Abschluss dieser Rodelwanderung lohnt sich noch ein Besuch des Ortszentrums mit der Burg Perchtoldsdorf. Auch zahlreiche Heurigenwirte warten ganzjährig mit önologischen und kulinarischen Spezialitäten auf.

Für Kinder geeignet: ja, auch für Hunde
Start: Doktor-Gorlitzer-Gasse oder Parkplatz Ecke Lohnsteinstraße/Schutzhausstraße
Erreichbarkeit: Straßenbahn, S-Bahn, Autobus, Auto
Wegstrecke: rund 2 Kilometer
Gehzeit: bis ganz hinauf rund 1 Stunde
Mehr Infos: Auf den Seiten von Wildurb, Bahn-zum-Berg und Stadtstreunen gibt es weiterführende Infos zum Rodeln auf der Perchtoldsdorfer Heide.

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