Prozess in Wien
Vier Personen wegen Coronahilfen-Betrug vor Gericht
- Vier Personen, die in Wien leben, stehen im Verdacht, während der Coronakrise durch eine Betrugsmasche 320.000 Euro an Fördergeldern erschlichen zu haben. (Symbolbild)
- Foto: Max Slovencik / EXPA / picturedesk.com
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Vier in Wien lebende Personen stehen im Verdacht, elf Vereine gegründet zu haben, um unrechtmäßig Corona-Hilfen zu erschleichen. Die Verhandlung wurde vertagt, soll jedoch bald fortgesetzt werden.
WIEN. Vier Personen, die in Wien leben, stehen im Verdacht, während der Coronakrise durch eine Betrugsmasche 320.000 Euro an Fördergeldern erschlichen zu haben. Ein 56-jähriger Mann und seine 55-jährige Ex-Frau hätten laut Anklage demnach elf Sport- und Kulturvereine gegründet und über den Non-Profit-Organisationen-Fonds (NPO) der Regierung Förderanträge eingereicht.
Der Fonds war zur Unterstützung von Vereinen während der Pandemie eingerichtet worden. Die Anklage wirft dem Paar und zwei weiteren Mitangeklagten vor, die Vereine hätten nur auf dem Papier existiert, um Fördergelder zu erschleichen. Insgesamt wurden 56 Anträge gestellt, die laut Staatsanwaltschaft fast vollständig auf die Privatkonten der Angeklagten geflossen sind. Das Geld sei für private Zwecke verwendet worden, um ihre finanzielle Situation zu verbessern.
Skurriler Prozessauftakt
Die Verhandlung konnte aber nicht wie geplant über die Bühne gehen. Der 56-Jährige hätte die Sitzung wiederholt gestört und wurde daher des Saales verwiesen, während seine Ex-Frau überhaupt der Verhandlung fernblieb. Sie gab am Telefon an, nicht erscheinen zu können, da sie "nichts zu essen" habe. Auch warf sie der Justiz vor, ihr Geld gestohlen zu haben. Die Richterin beendete das Gespräch aufgrund der fehlenden Gesprächsbasis. Ein Versuch, die 55-Jährige polizeilich vorführen zu lassen, scheiterte, da sie an ihrer Adresse nicht angetroffen wurde.
- Die Verhandlung konnte nicht wie geplant über die Bühne gehen. Es ging teilweise sehr skurril zu. (Symbolbild)
- Foto: SB
- hochgeladen von MeinBezirk Wien
Die Hauptangeklagten beteuerten während der Ermittlungen ihre Unschuld. Der 56-Jährige behauptete, die Vereine hätten existiert und die Fördergelder seien ordnungsgemäß verwendet worden. Auf Nachfragen zu den Finanzflüssen soll er mit den Worten "Darf ein Verein nicht bei Karl Lagerfeld einkaufen?" ausweichend reagiert haben.
Die Ex-Frau hätte sich geweigert, persönlich zur Polizei zu kommen, und reichte schriftliche Stellungnahmen ein. Sie behauptete, die Vereine hätten die Gelder zweckgebunden genutzt und "tausend Stunden Aktivität" könnten belegt werden. Der Prozess soll zeitnah fortgesetzt werden, heißt es.
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