Kritik an OMV
Greenpeace stellt Gasbohrturm am Wiener Karlsplatz auf
- Ein sechs Meter hohes Modell eines Gasbohrturms wurde von Greenpeace am Karlsplatz installiert.
- Foto: Mitja Kobal/Greenpeace
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Die Naturschutzorganisation Greenpeace protestiert am Dienstag gegen die OMV. Als Anlass wählt man die derzeit stattfindende Hauptversammlung des Unternehmens. Man fordert, dass man aus geplanten Gasprojekten wie "Neptun Deep" aussteigen solle.
WIEN/WIEDEN. Ein Bohrturm mitten am Karlsplatz? Solch ein Bild zeigt sich anlässlich der OMV Hauptversammlung am Dienstag in Wien. Denn Aktivistinnen und Aktivisten haben ein sechs Meter hohes Modell eines Gasbohrturms dort aufgestellt.
So wollen sie gegen die Unternehmenspolitik der OMV protestieren. Denn diese würde sich nach wie vor an Gasprojekten beteiligen. "Wäre hier Gas, die OMV würde bohren!", kritisieren die Umweltschützer am Karlsplatz.
- "Wäre hier Gas, die OMV würde bohren!" ist man sich bei Greenpeace am Karlsplatz sicher.
- Foto: Mitja Kobal/Greenpeace
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Zur Hauptforderung zählt der sofortige Stopp des "Neptun Deep" Gasfeldes im Schwarzen Meer vor Rumänien, an dem sich die OMV beteiligt. "Der Bau von 'Neptun Deep' steht im Widerspruch zu jeglichen Klimaschutzbemühungen. Für ein paar Jahre mehr Profit nimmt die OMV massive Klimaschäden in Kauf, doch die Rechnung müssen am Ende wir alle bezahlen", kritisiert etwa Marc Dengler von Greenpeace. "Die OMV muss 'Neptun Deep' sofort stoppen!"
276 Millionen Tonnen Treibhausgase
Laut Greenpeace ist "Neptun Deep" das größte geplante fossile Gasprojekt innerhalb der EU. Demnach sollen bis zum Betriebsende 2047 durch dieses Gas 276 Millionen Tonnen Treibhausgase entstehen, so viel wie Österreich in dreieinhalb Jahren ausstoßen würde. Wie die OMV selbst in einer Information aus dem Dezember 2023 mitteilen, ist das Projekt auf Kurs. Ein Bohrbeginn ist demnach für 2025 zu erwarten, das erste Gas soll dann im Jahr 2027 gefördert werden.
Bei Greenpeace zeigt man sich jedoch nicht nur wegen der Treibhausgase alarmiert: "Über die 20-jährige Laufzeit soll auch das mit Chemikalien verseuchte Produktionswasser zurück ins Meer geleitet werden. Hinzu kommen potenzielle Gaslecks und der Baulärm, der die ohnehin schon gefährdeten Delfine im Schwarzen Meer zusätzlich bedroht", beklagt man.
- Foto: Mitja Kobal/Greenpeace
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Das Modell des Gasbohrturms soll nicht die einzige Demoaktion am Dienstag im Zuge der Hauptversammlung der OMV sein. Um 17 Uhr plant Greenpeace vor dem Eingang der OMV-Zentrale bei der Messe Wien eine Kundgebung gemeinsam mit der Aktivistengruppe "Attac" und der "zivilgesellschaftlichen Initiative OMV & Co Vergesellschaften".
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