Bärnkopf feiert Helden
Über 80-Jähriger radelt 10.000 Kilometer für den Frieden
- Empfang für einen Ausnahmesportler in Bärnkopf: Bürgermeister Christian Hörhan, Amtsleiterin Gabriele Baumgartner, Radfahrer Herbert Lackner sowie die beiden Sponsorvertreter Dominik Haider und Otto Hofer (von links).
- Foto: Franz Fichtinger
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Auch kleine Orte verdienen große Beachtung, vor allem, wenn sie das Zuhause von einem Ausnahmesportler sind. Bärnkopf und Herbert Lackner sind eine solche Kombination. Deshalb hat man den Radfahrer zu einem Empfang eingeladen, um ihn zu würdigen.
BÄRNKOPF. Bärnkopf, seit 1923 eine eigenständige Gemeinde, ist mit rund 350 Einwohnern mit Hauptwohnsitz und knapp 1.000 Metern Seehöhe die kleinste, jüngste und zugleich höchstgelegene Gemeinde des Bezirkes Zwettl und liegt inmitten vom Weinsberger Wald im südwestlichen Waldviertel nahe der Grenze zu Oberösterreich. Einer dieser 350 Einwohner ist Herbert Lackner, der weit über 80 Jahre alt und mit sieben anderen Senioren fast 10.000 Kilometer am ehemaligen Eisernen Vorhang geradelt ist.
Wir hoffen auf einen Reisebericht!
Der Musikverein marschierte am Freitagabend auf und Bürgermeister Christian Hörhan betonte, dass dies ein ganz besonderer Anlass sei: "Herbert Lackner hat die große Bewunderung seitens der Gemeinde Bärnkopf!" Der Bürgermeister und die Sponsorvertreter Dominik Haider und Otto Hofer sen. von Weinsberg Pellets bzw. Happy Horse in Martinsberg überreichten jeweils ein Geschenk. "Ein Überlebenspaket, und wir hoffen auf einen Reisebericht", so Hörhan.
- Foto: Franz Fichtinger
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Herbert Lackner zeigte sich überrascht: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass die halbe Ortschaft kommt", und dankte für den Empfang. Sekt und vom Bürgermeister selbst gebackene Mohnzelten wurden gereicht.
Entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs
Am 11. September erreichten acht Senioren-Radfahrer (Durchschnittsalter über 70) der Crataegutt Seniors nach 29 Tagen und fast 10.000 Kilometern ihr Ziel an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Gestartet war das Team am 15. August in Jakobselv an der norwegisch-russischen Grenze. Die Route führte entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs quer durch Europa bis nach Zarewo am Schwarzen Meer.
Die außergewöhnliche Tour war weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Ein Zeichen für Frieden und ein geeintes Europa. Als Zeitzeugen wollten die Radfahrer an die Zeit erinnern, in der der Eiserne Vorhang Europa über Jahrzehnte in zwei Hälften teilte und eine tödliche Grenze Menschen voneinander trennte.
- Herbert Lackner (3. von links)
- Foto: Franz Fichtinger
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„Gerade in einer Zeit, in der wieder Bomben fallen und Menschen durch Krieg und Gewalt sterben, ist es uns besonders wichtig, an diese Vergangenheit zu erinnern“, so die Teilnehmer.
Entlang der Strecke begegneten sie zahlreichen historischen Orten und ehemaligen Grenzanlagen. Besonders erschütternd waren die Bilder und Gedenkstätten an den früheren Grenzposten, die an die vielen Menschen erinnerten, die bei Fluchtversuchen ums Leben kamen – insbesondere an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Mit ihrer Fahrt wollten die Senioren zugleich ein Zeichen für Verständigung und ein friedliches Europa setzen. Menschen auf beiden Seiten ehemaliger Grenzen zusammenzubringen, war ein wesentlicher Gedanke des Projekts.
Auch im Alter ist noch vieles möglich!
Die zweite Botschaft der Tour galt der eigenen Generation. Die acht Radfahrer wollten zeigen, dass die Leistungsfähigkeit älterer Menschen häufig unterschätzt wird. Fast 10.000 Kilometer in 29 Tagen auf dem Fahrrad sind dafür ein eindrucksvoller Beweis. Die Crataegutt Seniors wollen damit Vorbilder für eine aktive und selbst bestimmte Lebensweise bis ins hohe Alter sein. Sie möchten andere Menschen ihrer Generation ermutigen, sich Ziele zu setzen, aktiv zu bleiben und auch im Alter neue Herausforderungen anzunehmen.
Am Ende dieser außergewöhnlichen Reise stehen nicht nur fast 10.000 gefahrene Kilometer. Es bleiben vor allem die Begegnungen mit Menschen, die historischen Erinnerungen und die Erkenntnis, wie kostbar ein Europa ohne tödliche Grenzen ist. Acht Senioren haben mit ihrem Fahrrad ein Zeichen gesetzt: für Erinnerung, für Frieden, für Zusammenhalt – und für die Erkenntnis, dass Alter kein Hindernis sein muss, um Außergewöhnliches zu leisten.
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