10.06.2016, 12:09 Uhr

Christian Ludwig Attersee beehrt das Greith-Haus in St. Ulrich

Christian Ludwig Attersee präsentiert seine Schau "Attersee: Sternfleisch. Bilder aus letzter Zeit" im Greith-Haus. (Foto: Atelier/Archiv Attersee, Wien)

"Attersee: Sternfleisch. Bilder aus letzter Zeit", zu sehen im Greith-Haus mit Vernissage am 17. Juni.

ST. ULRICH. Zur heurigen Sommerausstellung hat das Greith-Haus-Team rund um Corinna Löw einen ganz Großen an Land gezogen: Christian Ludwig Attersee ist eine Schau unter dem Titel "Attersee: Sternfleisch. Bilder aus letzter Zeit" gewidmet.
Am Eröffnungstag, dem 17. Juni ist die Ausstellung ab 19 Uhr zu besichtigen. Um 20 Uhr gibt es ein Eröffnungskonzert: Atterseestunde (Texte und Klavier, Attersee und Bernd Jeschek)

Die Schau ist von 18. Juni bis 21. August zu sehen,
geöffnet jeweils Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Besondere Exponate des Künstlers

Es sind seine Lieblingsbilder der letzten Jahre, die Christian Ludwig Attersee für die Ausstellung in St. Ulrich im Greith ausgesucht hat. Die Malerei in ihrer prallsten Fülle und sinnlichsten Opulenz tritt hier gleichsam aus den Ufern. Ähnlich wie er Sprache einsetzt – meist als Neufindung, als Erweiterung des als zu eng empfundenen Bestehenden – überfrachtet er auch das Visuelle.

Der Universalist Attersee – Maler, Bühnen­bildner, Designer, Foto- und Performance­künstler, Poet, Sänger und Musiker, Segler, Sammler und Reisender – drückt all seine Existenz im Kreativen aus. Unendlich lässt sich dieser Kosmos ausdehnen, alles kann „atterseeisiert” werden.

Christian Ludwig Attersee, einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit und dieses Landes, begann seine künstlerische Karriere im Umfeld der „Wiener Gruppe” und des „Wiener Aktionismus”. Es war dies die Zeit, als das in sich ruhende und autonome Kunstwerk dynamische Züge des Ereignisses erhielt. Handlung, Ablauf, Auftritt wurden bestimmend. Dichtung, Bildnerei und Musik wurden theatralisch zusammengeführt und gingen ineinander über.
„Ich bin ein Schauspieler der Kunst”, sagt Attersee. Die Dramatik innerhalb der Malerei, die Monumentalität des Mediums sowie die Vorläuferschaft für nächste Generationen von Kunstschaffenden teilt er mit befreundeten Künstlern wie Jörg Immendorf oder Markus Lüpertz.

Das Phänomen Attersee

Die Vorstellung vom Universalkünstler – von Gustav Klimt bis Hans Hollein – ist vielleicht weit genug gesteckt, um das Phänomen Attersee einigermaßen fassen zu können. Auch wenn man es mit dem Begriff „Pop” versucht – von der klassischen Pop-Art bis zum populären Geschmack in Film, Fernsehen und Musik – trifft man die „Atterseeisierung” nicht zur Gänze. Der Glanz der Oberfläche, so üppig er auch in Attersees Gemälden erscheinen mag, hat seine Abgründe. Die surrealen, phantastischen Orte, Pflanzen und Wesen, von denen das Publikum im Ausschnitt des Bildes einen Eindruck bekommt, sind oft paradiesisch und infernalisch gleichzeitig. Erotik, Genuss, Vitalität und die unbändige Lust am Leben sind es, die Attersee als Bestimmung auffasst. Sie findet er in der Kunst und versucht sie auch mit ihr auszudrücken und an ein verbündetes Publikum weiterzugeben. „Ich denke nur ans nächste Bild. Dieser Rausch, wo mich eine andere Hand führt, das ist ein Glücksgefühl, das man mit keinem anderen vergleichen kann.” (Attersee)

Somit steht einer weitreichenden „Atterseeisierung” des Raumes von St. Ulrich im Greith in der Südweststeiermark in diesem Sommer nichts mehr im Wege.

Christian Ludwig Attersee

1940 in Pressburg/Slowakei geboren, lebt in Wien und am Semmering in Niederösterreich. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter Großer Österreichischer Staatspreis für Kunst, Lovis-Corinth-Preis der Künstlergilde Esslingen/Deutschland und Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Tickets unter Tel.: 03465/20200
E-Mail: reservierungen@greith-haus.at
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