14.08.2016, 17:12 Uhr

Die Kräuterfee von St. Ulrich im Greith

Ein adretter Strauß vom Kräuterhof Lampl
Von Josef Fürbass


Blühendes und Duftendes für Tee- und Gewürzmischungen


St. Martin im Sulmtal. - Am Kräuterhof Lampl in Kopreinigg bei St. Ulrich im Greith erlebt das Riechorgan einen Großeinsatz. Ständig fährt ihm ein anderer unwiderstehlicher Duft in die Nase. Kein Wunder: Auf einem großen Feld gedeihen viele verschiedene Heil- und Gewürzkräuter. Maria und Johann Lampl veredeln diese zu Tee- und Gewürzmischungen, Lavendelsäckchen sowie Kräuterkissen. Und für den „Großen Frauentag“ am 15. August werden bunte Kräutersträußerln gebunden..


(Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, sagt der Volksmund. Für jeden Geschmack offenbar auch. Zu dieser Überzeugung gelangt man, wenn man den Kräuterhof Lampl vulgo Hudner in Kopreinigg besucht. Maria Lampl stellt dort Teemischungen mit belebender oder beruhigender Wirkung zusammen. Jede Komposition besteht aus bis zu acht Kräutern. Das Angebot hat für jede Tages- und Nachtzeit Genussvolles zu bieten. Es gibt Frühstücks-, Abend-, Haus-, Kinder-, Wohlfühl-, Höllerhansl- und Kräuter-Apfel-Tee.
Mit dem Anbau von Heil- und Gewürzkräutern wurde 1980 begonnen, seit 1996 ist der Betrieb biozertifiziert. „Die Kontrollstelle ist Lacon in Oberösterreich“, berichtet Maria Lampl. Apfelminze, Goldmelisse, Kamille, Kornblume, Lavendel, Malve, Pfefferminze, Ringelblume, Salbei und Zitronenmelisse sind die wesentlichen Heilkräuter, die auf der knapp ein Hektar großen Ackerfläche vorzufinden sind. Bei den Gewürzkräutern nehmen Basilikum, (Berg-)Bohnenkraut, Oregano, Thymian, Petersilie und Sellerie und Thymian eine führende Stellung ein. Die Ernte beginnt im April und endet mit dem ersten Frost zu Allerheiligen. „Am aufwändigsten ist das Blütensammeln im Juni, Juli und August“, schildert Johann Lampl. In diesem Zeitraum werden Kamille, Ringelblume und Malve gepflückt.


Schonende Trocknung

Eine rasche und schonende Trocknung bei 38 Grad bewirkt, dass die Farb- und Geschmackstoffe erhalten bleiben. Beim anschließenden „Putzen“ mit der umgerüsteten Getreidewinde werden die Blätter von Staub und Stengel getrennt. Kornblume, Lavendel und Ringelblume kommen im getrockneten Zustand in den Rebler.
Im Gegensatz zu früher wird Tee heute ganzjährig getrunken, weiß Maria Lampl. „Nicht nur im Winter oder bei Krankheit.“ Die Produkte werden in kleinen Einheiten am Kräuterhof direkt vermarktet, sie sind jedoch auch in etwa 20 Geschäftsstellen – hier vor allem Bauernläden – sowie per Postversand erhältlich. Aus zahlreichen Rückmeldungen weiß Maria Lampl, dass die Konsumenten ihre Produkte vor allem deshalb sehr schätzen, „weil sie unbehandelt sind, keine Farb- und Armomastoffe zugesetzt bekommen, sondern so schmecken wie in der Natur.“ Schon wenn man den Hof erreicht, sticht einem die Vielfalt auf dem Kräuteracker gefällig ins Auge.

Der große Frauentag

Am 15. August, Fest Maria Himmelfahrt, wird Maria Lampl mit weiteren HelferInnen wieder an die 130 Kräutersträußerln zur Weihe in die Pfarrkirche St. Ulrich bringen. „Pfarrer Anton Neger – nunmehr Dechant in Leibnitz – hat diesen schönen Brauch seinerzeit bei uns eingeführt.“ Am Vortag werden die „Zutaten“ für die Sträußerln frisch gepflückt und danach gebunden. „Frauen und der Pfarrgemeinderat unterstützen mich dabei.“ Verwendet wird alles, „was schön ausschaut und gut duftet“: Malve, Pfefferminze, Ringelblume, Johanniskraut, Schafgarbe, Apfel- und Goldmelisse, Hagebutte, wilde Kamille, nicht reife Brombeere, Rosmarin, Majoran, Thymian, Salbei, Die Sträuße werden in Körben vor den Altar gestellt. „In der Kirche riecht es dann ganz besonders gut.“ Nach der Segnung werden die Kräutersträußerln von Frauen und Ministranten am Kirchplatz verteilt. Die Menschen nehmen die Geschenke mit Freude in Empfang. Verzückt schauen sie in den Buschen, um festzustellen, welche Kräuter sie kennen. Zuhause werden die Sträußerln in eine Vase ohne Wasser gegeben und in den Herrgottswinkel gestellt. In manchen Häusern werden sie nach dem vollständigen Trocknen an einer Schnur am Dachboden aufgehängt. „Die geweihten Kräuter sollen Haus und Hof beschützen sowie die Gesundheit von Mensch und Tier erhalten“, so Lampl. Die feierliche Kräuterweihe mit Pfarrer Mag. Markus Lehr beginnt um 10 Uhr!









Fotos: Josef Fürbass
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