Petition gestartet
Wirbel nach Aus für Neurologie in Mauer
- Ortsvorsteher Manuel Scherscher, Konrad Kogler (Vorstand NÖ Gesundheitsagentur), Helmut Krenn (Vorstand NÖ Gesundheitsagentur), Bürgermeister Christian Haberhauer.
- Foto: NÖ Landesgesundheitsagentur
- hochgeladen von Thomas Leitsberger
Petition für den Erhalt der Abteilungen. Bürgermeister führt Gespräche mit Landesgesundheitsagentur.
STADT AMSTETTEN. Die geplante Absiedlung der Neurologie aus Mauer sorgt für Diskussionen. Eine Petition für den Erhalt wurde gestartet. Diese hat via www.openpetition.eu bereits über 6.200 Unterstützer. Auch eine Unterschriftenliste liegt auf, welche die Zahl auf über 10.000 hebt.
Neuro wird geschlossen
Die Abteilung zur Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen (Neurologie C) wird nach Melk übersiedeln. Amstetten wird die Neurologie-Abteilung A aufnehmen. Dort soll künftig die Neurologische Akutversorgung konzentriert werden.
"Dies bedeutet eine Zerschlagung des jahrzehntelang bewährten Standortes und eines immensen Verlustes an Know-how! Vor allen Dingen folgt daraus eine qualitative Verschlechterung der Versorgung für die Menschen im Mostviertel", verweist man in der gestarteten Petition auf die Folgen und auf "deutlich weniger Betten".
Überraschende Ankündigung
Überrascht von den Änderungen wurden nicht nur die Mitarbeiter und Verantwortlichen des Klinikums, sondern auch die Stadtverantwortlichen: "Als Vizebürgermeister der Stadt Amstetten muss ich mir generell die Frage stellen, was hier schiefläuft, dass selbst die hiesige Regionalpolitik, Bürgermeister Haberhauer und mich eingeschlossen, von diesem Schritt erst im allerletzten Moment informiert, quasi vor vollendete Tatsachen gestellt wurden", kritisiert Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder (Grüne) die Vorgehensweise des Landes sowie der erst gegründeten Landesgesundheitsagentur.
„Für einen derart gravierenden Einschnitt müssen vorher intensive Gespräche mit den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der Stadtpolitik geführt werden. Es kann nicht sein, dass die Betroffenen davon aus den Medien erfahren, schließlich sind hier über 150 Mitarbeiter betroffen“, sieht es Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ) ähnlich.
Gespräche fanden statt
"Aufgrund der Meldungen über die geplanten Veränderungen" haben Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP) und Ortsvorsteher Manuel Scherscher (ÖVP) "sofort das Gespräch gesucht", heißt es seitens der Stadtgemeinde.
In den Gesprächen mit der Leitung des Klinikums, dem Betriebsrat sowie den Vertretern der Landesgesundheitsagentur wurde dabei ein Lösungsansatz besprochen. Im Zuge der geplanten Umstellungen sollen die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter gesichert sein. Auch die Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen können, sofern sie ihren Arbeitsauftrag erfüllen, übernommen werden. Bei der Zuteilung auf die neuen Standorte "wird weitestgehend auf die Wohnsituation der betroffenen Personen Rücksicht genommen".
Landesrätin in der Kritik
In der Kritik steht auch Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). "Sie hat die Schaffung der Gesundheitsagentur vorangetrieben und steht vollinhaltlich dahinter. Sie muss gewusst haben, was man für Pläne mit dem Klinikum Mauer hat. Und als Amstettnerin wäre es ihre Pflicht gewesen, hier entsprechend entgegenzuwirken", sagt Dominic Hörlezeder, der sich "fragt", warum die "Gesundheitslandesrätin die Amstettner Stadtführung nicht informiert hat".
"Erst informieren, dann kritisieren", erwidert die Gesundheitslandesrätin, denn zuständig für das Spitalswesen sei LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. "Die Schaffung der Landesgesundheitsagentur ist nicht von mir vorangetrieben, sondern mit allen im Landtag vertretenen Fraktionen, außer den Grünen, gemeinsam beschlossen – weil es ganz einfach Sinn macht, Gesundheit ganzheitlich zu denken", so Königsberger-Ludwig. Zudem verweist sie auf den regionalen Strukturplan für die Gesundheitsversorgung in NÖ 2025. Es werden zusätzlich 49 Betten für die neurologische Versorgung in NÖ geben, erklärt die Landesrätin: "Für die Region Mostviertel bedeutet das 100 Neurobetten, inkl. der acht Wachkomabetten." Das sind allerdings um 25 Betten weniger als der Ist-Stand 2016.
Bildungscampus geplant
Neben der Absiedlung der Neuro ist mit dem Bildungscampus für Gesundheits- und Pflegeberufe in Mauer "eines der modernsten Ausbildungszentren Europas" geplant. Im Mai 2022 soll das 16,8-Millionen-Investment fertiggestellt sein. – Die Stadt-SPÖ wünscht sich allerdings auch eine Pflege-Fachhochschule in Mauer.
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