Der "Jagdbezirk Braunau"
Hier ist der Jäger auch Naturschützer

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Die Jägerschaft im Bezirk Braunau legt Wert darauf, die Artenvielfalt zu erhalten.

BEZIRK BRAUNAU (ebba). Das Image des Jägers ist im Allgemeinen nicht das Beste. Völlig zu unrecht, meint Franz Reinthaler, PR-Referent des Bezirksjagdausschusses Braunau: „Es gibt einen geringen Prozentsatz von schwarzen Schafen, die dafür sorgen, dass ein verkehrtes Bild entsteht. Ich will gar nicht leugnen, dass es die gibt. Doch insgesamt leisten wir Jäger sehr viel Gutes. Berichtet wird darüber jedoch kaum“, bedauert Reinthaler. Alles Negative würde hingegen sofort breitgetreten. Der Bezirksjagdausschuss will nun mit diesem falschen Bild des Jägers aufräumen.

Der Jäger jagt nicht nur

„Es liegt auch an uns Jägern selbst. Wir müssen lernen, unser Tun, unsere Leistung, der Bevölkerung richtig zu vermitteln. Denn Fakt ist: Wir sind zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs, um uns um angefahrenes Wild zu kümmern. Wir sind bemüht die von der Behörde vorgegebenen Abschusspläne beim Rehwild zu 100 Prozent zu erfüllen - dies spiegelt sich im sehr guten Waldzustand. Und wir sorgen für die Erhaltung eines gesunden, artenreichen Wildbestandes. Letzteres ist unsere oberste Aufgabe!“, klärt Reinthaler auf.

Das Wild würde keinen Verbiss und damit Schaden im Wald anrichten, hätte es mehr Ruhe. Wie so oft, trägt der Mensch Schuld daran. „Weil wir immer mehr in den Lebensraum des Wildes eindringen. Die Tiere trauen sich nicht raus auf die Wiesen, müssen sich im Wald versorgen und knabbern an den Forstpflanzen.“ Durch Corona habe sich die Situation zusätzlich verschärft. Die Jäger versorgen das Rehwild daher im Winter mit artgerechtem, verbissminderndem Futter.

So wild geht es in den Wäldern zu

Die Hauptwildarten im Bezirk Braunau sind Rehwild, Feldhase, Fasan, Rebhuhn, Ente, Schwarzwild und Rotwild. Im abgelaufenen Jagdjahr wurden im Bezirk 6.475 Stück Rehwild erlegt, was einer Abschussquote vom Abschussplan von etwa 103 Prozent entspricht. Hasen wurden 1.889 erlegt, bei den Fasanen sind es 1.123. Die Rebhühner hat man so gut wie nicht bejagt, lediglich acht Stück wurden im Bezirk erlegt. Beim Schwarzwild konnten 153 Stück erlegt werden.

Im Jagdjahr 2021/22 beträgt die Sollvorgabe beim Abschuss insgesamt 6.219 Stück Rehwild. „Beim Rotwild gibt es leider immer wieder Diskussionen. Hier würde eine gemeinsame objektive Bestandsermittlung helfen, diese zu beenden“, meint Reinthaler. Alle anderen bejagten Wildarten im Bezirk unterliegen keinem Abschussplan.

Ein „Sorgenkind“ im Bezirk Braunau ist die hohe Anzahl an Unfallwild im Straßenverkehr. Die traurigen Hot Spots sind hier die Umfahrungen St. Peter und Munderfing. „Die örtlichen Jäger wurden im Jagdjahr 2020/21 zu insgesamt 1.041 Unfällen mit Rehwild gerufen. Alleine im Bereich der Umfahrung St. Peter, seit Eröffnung, insgesamt 262 Mal!“, beklagt Reinthaler.

Artenreichtum erhalten

Teile der Braunauer Jägerschaft haben sich vor Jahren entschlossen, dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Unter der Leitung von Sepp Neuhauser, Franz Reinthaler und dem Braunauer Bezirksjägermeister Johann Priemaier ist damit der „Regionale Naturschutzplan – Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebietz und Co. im Bezirk Braunau“ entstanden.

Das vorerst auf fünf Jahre geplante Projekt wurde von Land OÖ und der EU mitfinanziert und aufgrund seines Erfolges verlängert. Seit Projektbeginn im Jahr 2015 konnten die Jäger, unterstützt von Biologen, auf 160 Hektar in insgesamt zwölf Gemeinden Feuchtwiesen, Biotope und Hecken anlegen, Streuobstwiesen sowie Sommergetreide pflanzen und Wiesenraine schaffen.

Ergebnis: Der Schwarzstorch brütet wieder in Moosbach. Die Sumpfschrecke, die vor Projektbeginn nur auf einer Wiese zu finden war, hat sich mittlerweile auf vier weiteren niedergelassen. Der Rebhuhnbestand hat sich verdreifacht, der Raubwürger ist zurückgekehrt und auch die Libellen profitieren von den Biotopen – um nur ein paar positive Auswirkungen zu nennen.

ZUR SACHE:

Der Bezirk Braunau ist der westlichste Bezirk Oberösterreichs und flächenmäßig der viertgrößte Bezirk des Bundeslandes. Er grenzt im Norden und Westen an Bayern, im Süden an das Bundesland Salzburg und im Südosten und Osten an die Bezirke Vöcklabruck und Ried.

Flächenverteilung in km2:
364,7 Wald
573,7 Landwirtschaftliche Nutzung
14,7 Gewässer
87,6 Sonstige Flächen
1.040,7 Gesamtfläche des Bezirks

Die zwei größten Forste: Kobernaußer Wald und Weilhartsforst
74 Jagdgebiete
Bezirksjägermeister:
Johann Priemaier

Aktive Jäger bzw. Jagdkartenbesitzer: 1.369
davon Männer: 1.244
davon Frauen: 125

Weiterführende Links:
YouTube-Kanal des Landesjagdverbandes OÖ

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