Hitler-Haus-Umgestaltung bleibt Aufreger
Geschäftsleute sorgen sich um Kundenparkplätze

Ein Modell der geplanten Umgestaltung.
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  • Ein Modell der geplanten Umgestaltung.
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Die Kaufleute der Salzburger Vorstadt in Braunau fürchten um die bei ihren Kunden so beliebten Billa- oder Pommer-Parkplätze.

BRAUNAU (ebba). „Laut den Plänen, die in der Herzogsburg ausgestellt wurden, geht bei der Neugestaltung des Hitler-Hauses ein Großteil der dahinter befindlichen Parkplätze beim Billa verloren. Für uns Kaufleute in der Salzburger Vorstadt wäre dies eine Katastrophe“, wendet sich Andreas Bautenbacher, Inhaber eines Geschäftes in der Salzburger Vorstadt, besorgt an die BezirksRundschau. „Wenn wir mit Kunden darüber sprechen, ist jeder entsetzt, dass die Parkplätze verloren gehen sollen. Und für fast alle ist das komplett neu“, so Bautenbacher.

Auch Hubert Esterbauer, FPÖ-Vizebürgermeister der Stadt Braunau, fühlt sich vor den Kopf gestoßen. „Nicht nur, dass es keine ausreichende Information im Vorfeld darüber gab, dass die Entwürfe für die Umgestaltung des Hitler-Hauses im Bezirksmuseum ausgestellt werden. Jetzt sieht es auch noch danach aus, dass die Parkplätze, oder zumindest ein Großteil der Parkflächen, wegkommen sollen“, kritisiert Esterbauer. „Es wird jedenfalls kaum ein Mensch mit dem Einkaufswagerl hunderte Meter zu einem Parkplatz in der Ringstraße oder bis zum Parkhaus beim Krankenhaus spazieren“, schüttelt Esterbauer den Kopf über die vorgestellten Pläne.

Laut den Entwürfen (siehe Bild) dürfte der Parkplatz zugunsten eines Anbaus samt Tiefgarage hinter dem Hitler-Haus und eines kleinen Parks weichen. Wie viele Stellflächen tatsächlich verloren gehen, ist derzeit noch unklar. „Wenn aber nur ein Teil der insgesamt rund 35 Parkplätze wegkommt, ist das schon schlimm“, sagt Esterbauer.

„Wir werden uns auf alle Fälle dafür einsetzen, dass so viele Parkplätze wie möglich erhalten bleiben“, äußert sich ÖVP-Bürgermeister Johannes Waidbacher zum Thema. Es bleibt also abzuwarten, wie strikt man sich beim tatsächlichen Bauvorhaben an den Entwürfen der Architekten halten wird.

Über Mahnstein entscheidet allein Braunau

Sobald das Gebäude fertig umgestaltet ist, werden die Braunauer Polizei und das Bezirkspolizeikommando dort einziehen. Eigentümer des „Hitler-Hauses“ ist das Innenministerium, das um eine Neutralisierung des Gebäudes bemüht ist. Ein Vorschlag, den Mahnstein vor dem Gebäude in diesem Zusammenhang in das „Haus der Geschichte“ in Wien zu verlegen, sorgte unter den Braunauern bereits für Unmut.

Mittlerweile ist aber klar: Der Mahnstein gehört der Stadtgemeinde, daher wird über seinen Verbleib im Braunauer Gemeinderat entschieden. Auch Hubert Esterbauer ist für den Verbleib des Steines in Braunau, kann sich aber als Kompromisslösung vorstellen, den Mahnstein beispielsweise in den Jägerstätter-Park zu verlegen. „Jedenfalls muss der Stein, dessen Botschaft ja eine unmissverständlich Positive ist, in Braunau bleiben. Meiner Meinung nach spricht aber nichts dagegen, den Standort zu ändern, sofern es sich um einen dafür würdigen handelt.“

Ein Arbeitskreis, bestehend aus politischen Vertretern und dem Verein für Zeitgeschichte, soll nun reaktiviert werden, um über den weiteren Umgang mit dem Mahnstein zu diskutieren, bevor der Gemeinderat letzten Endes darüber entscheidet.

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