Genom - von der Evolution zur Manipulation (6)

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Darwin und die Galapagos-Finken

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. vermutete ein gewisser Anaximander, dass der Mensch aus dem feuchten Milieu, von Fischen oder fischähnlichen Wesen abstammen müsse, weil er so lange benötige, bis er sich selbst versorgen könne.

Natürliche Selektion

Charles Darwin war dabei, als die H.M.S Beagle 1835 ins Gebiet der Galapagos Inseln kam. Dorthin hatte es schon lange Zeit zuvor ein paar Finken verschlagen, die mangels natürlicher Feinde und bei großem Futterangebot sich prächtig vermehren konnten, solange, bis es zu viele wurden, die dann auf andere Inseln der Inselgruppe auswichen und deren Nachfahren wieder auf die ursprüngliche Insel zurück kamen. Allerdings hatten sie sich durch die räumliche Trennung inzwischen schon ein bisschen verändert, sodass es schließlich 14 Finkenarten gab.

Konkret wurde es 1858, als Darwin seine Theorie der Evolution durch natürliche Selektion im Buch „On the Origin of Species“ veröffentlichte. Damit stieß er auf massiven Widerstand aus christlichen Kreisen, wonach ein intelligentes Wesen wie der Mensch nur durch Gott geschaffen werden könne. Auch zwischen den Mendel-Jüngern und den Darwinianern gab es heftige Diskussionen, ehe es Sir Ronald Fisher 1930 gelang, die Mendelschen Regeln und Darwin´s Theorie unter einen Hut zu bringen.

Grundsätze sind:
Evolution war, ist und dauert an
Die Evolution ist richtungslos (man kann auch planlos sagen)
Die Evolution ist nicht umkehrbar (aus genetischen Gründen)
Die Evolution wirkt auf allen Ebenen (von molukularen Strukturen bis zum Ökosystem)
Lebewesen sind unterschiedlich gut an die Umwelt angepasst
Durch ständige Umwelteinflüsse erfolgt eine Auswahl bestimmter Lebewesen, die sich durch ihre Merkmale besser behaupten können (z.B. bessere Tarnung, erfolgreicher beim Kampf ums Weibchen….)

Mutationen

Mendel hatte bewiesen, dass Merkmale dominant oder rezessiv vererbt werden und dass sich das ziemlich konstant wiederholt. Was er aber noch nicht erkannte, war, dass sich bei der Mitose und Meiose immer wieder Fehler einschleichen. Das kann bei der Codierung passieren oder es gehen Chromosomenstücke verloren oder Chromosomen vervielfachen sich. Das Ergebnis kann mit dem Leben nicht vereinbar sein oder sich als Erbkrankheiten (Down-Syndrom, Sichelzellenanämie….) oder aber in neuen Merkmalen manifestieren, die sich neutral oder sogar positiv im Sinne einer Artenvielfalt erweisen.

Da ist kein Plan dahinter, es passiert nach dem Zufallsprinzip. Aber über die Milliarden von Jahren führte dies durch Selektion zu der uns bekannten Vielfalt von Flora und Fauna. Mutationen werden übrigens von uns Menschen ganz gezielt herbei geführt, indem z.B. in der Pflanzenzucht Samen bestrahlt und dadurch deren Genom verändert wird mit dem Resultat bisher unbekannter Formen und Farben.

Laktoseintoleranz

Eigentlich wäre es der Plan, dass beim Säugling zum Zeitpunkt des Abstillens das Enzym Laktase nicht mehr produziert wird. Vor 10.000 bis 8000 Jahren muss es gewesen sein, dass im kaukasischen Raum durch eine Mutation bei den betroffenen Individuen dieses Enzym nunmehr lebenslänglich produziert wurde. Das betrifft den Großteil der weißen (kaukasischen) Rasse, insgesamt heute ca. 25 Prozent der Weltbevölkerung, die zur Freude der Milchbauern und Molkereien Milch, Joghurt und Käse genießen können im Gegensatz zu den Asiaten und Afrikanern, die diese Mutation nicht hatten.

Fortsetzung folgt

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