Damit Zuschlagen ein Ende hat

Christian Scambor ist Leiter der Fachstelle für Gewaltarbeit in der Steiermark. Foto: Barbara Pototschnig
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Gefängnis oder Gruppe, das ist oft die Wahl schlagender Männer und Jugendlicher. „Die meisten Täter, die zu uns kommen, werden von Gerichten und Jugendämtern verpflichtet“, sagt Dr. Christian Scambor von der Fachstelle für Gewaltarbeit in der Männerberatung Graz. Neun von zehn Personen, die aufgrund von Gewalttaten oder -androhungen der Wohnung verwiesen werden, seien Männer, so der Psychologe. In die Beratung kommen Männer allerdings auch freiwillig. Sie üben körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt aus oder haben Angst, ihre Aggressionen nicht mehr kontrollieren zu können. Rund die
Hälfte der Betroffenen hat ein Alkoholproblem.
Der Ausstieg aus der Gewaltspirale braucht oft professionelle Hilfe, die bis dato in Form von Einzelgesprächen angeboten wurde. Der Bedarf an Unterstützung ist groß, „die Subventionen nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, beklagt Scambor. „Wir müssen viele Männer abweisen. Sie können sich die Einzelberatung nicht leisten.“ Die Gebietskrankenkasse bezahlt zu den 70 Euro pro Beratung 21,80 Euro. In Bruck, Graz und Feldbach sollen die Gruppen-Trainings um 15 Euro/Einheit die Teilnahme erleichtern.

Schutz der Opfer
Die Männerberatung ist gut vernetzt. Sie arbeitet u. a. mit dem Gewaltschutzzentrum zusammen, das oft die Opfer betreut. Die betroffenen Partnerinnen werden miteinbezogen, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, das Gewaltverhalten tatsächlich zu unterbrechen.

Training gegen Gewalt
In Bruck und Graz haben die ersten Gruppen-Trainings begonnen. Es werden laufend Männer aufgenommen. Die Trainings finden einmal wöchentlich für zwei Stunden statt. Die Männer verpflichten sich, an 30 Meetings innerhalb eines Jahres teilzunehmen. Ein Gespräch vor dem Gruppenstart ist verpflichtend. Bleiben die Gruppenteilnehmer unentschuldigt fern, wird das den Vernetzungspartnern gemeldet. Im Trainingsteam sind der Psychotherapeut Alexander Bernhard und Annemarie Siegl (Gewaltschutzzentrum). Sie erarbeiten mit den Männern einen gewaltfreien Umgang mit ihrer Wut. Weiters wird ihnen vermittelt, wie sich die Gewalt auf ihre Opfer auswirkt. Notfallpläne sollen weitere Gewalttaten verhindern. Damit sie künftig gewaltfrei das Leben bestreiten, werden Rollenbilder und selbst erlebte Gewalt ebenso besprochen wie neue Kommunikations- und Handlungsstrategien.
Eine Studie in den USA zeigt, dass die Rate von neuerlichen Gewaltvorfällen bei Männern, die Trainings abschließen, nur mehr 36 Prozent beträgt. Bei vorzeitigen Abbrechern beträgt die Rate 55 Prozent. Infos unter der Tel. 0316/83 14 14.
Barbara Pototschnig

Wo: Gesundheitszentrum, Erzherzog-Johann-Gasse 1, 8600 Bruck an der Mur auf Karte anzeigen
Autor:

Barbara Pototschnig aus Bruck an der Mur

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