Die "Aktie Bruck" erlebt einen Höhenflug

Der Runde Tisch zum Thema "Brucker Wirtschaft" fand vor wenigen Tagen im Gasthaus Riegler statt.
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  • Der Runde Tisch zum Thema "Brucker Wirtschaft" fand vor wenigen Tagen im Gasthaus Riegler statt.
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Wie stehts derzeit um die Brucker Wirtschaft? Was läuft gut, was könnte man ändern? Um diese und noch viel mehr Fragen zu klären, lud die WOCHE Bruck zum Runden Tisch ins Gasthaus Riegler am Hauptplatz. Als Gesprächspartner standen Alfred Pech (Citymanager), Gabriele Holzgruber (Elektro Merl) und Investor Sascha Auer zur Verfügung.

Starten wir die Runde mit einer Momentaufnahme: Wie sehen Sie die Situation der Brucker Wirtschaft?
Gabriele Holzgruber: Es tut sich was! Bruck hat aber noch sehr viel mehr Potential, eine tolle Lage, der Wohlfühlfaktor ist hoch. In der Werbeflut der Großen werden wir leider oft übersehen, da müssen wir uns noch mehr ins Gespräch bringen.
Sascha Auer: Wir sind sicher auf dem richtigen Weg, der Branchenmix passt noch nicht ganz, es fehlen noch ein paar Frequenzbringer, aber es geht definitiv bergauf.
Alfred Pech: Wir müssen uns als Tourismusstadt besser positionieren, mehr story telling im Marketing betreiben. Im Handel ist die Talsohle aber sicherlich durchschritten, es geht bergauf. Die Willkommenskultur für neue Unternehmen ist bei uns sicherlich einzigartig.

Im Nachhinein betrachtet ist es natürlich immer leichter, Dinge zu beurteilen. Aber was ist in der Vergangenheit schief gelaufen? Was hätte man besser machen können?
Pech: Die beste Idee hilft nichts, wenn die Zeit nicht passt. Jetzt ist dafür aber der perfekte Moment. Die Harmonie passt, die Investoren sind da, es gibt ständig Bewegung.
Auer: Ich sehe die Stadt Bruck wie eine Aktie: was vor fünf Jahren noch ganz unten war, ist jetzt im Steigen. Jetzt ist der perfekte Moment, in die Aktie Bruck zu investieren.
Holzgruber: Meiner Meinung nach ist die Teilung in kleine Städte nicht sinnvoll, ein Denken in größeren Regionen wäre sinnvoller.

Ein begrenzter Parkraum, oft auch mit Kosten verbunden, sowie der Bau von Geschäftsflächen und Wohnungen auf der "grünen Wiese" tun der Wirtschaft in Innenstädten nicht gut. Haben Geschäftsleute irgendeine Möglichkeit, hier auf die Politik und speziell auf die Raumplanung einzuwirken?
Pech: Naja, der Trend geht doch hin zu autofreien Städten, der Mensch und das Rad bekommen immer mehr Raum. Die großen Einkaufszentrum auf der grünen Wiese heißt es sind die Ruinen der Zukunft.
Holzgruber: Man müsste die vorhandenen Ressourcen besser nutzen, etwa die vorhandenen Parkmöglichkeiten besser bekanntmachen, mehr Werbung für die Gratisstunde betreiben. Dann kommen auch die Kunden wieder verstärkt in die Stadt.
Auer: Das Flair einer Stadt machen doch die Geschäfte mit ihren Dienstleistungen aus. Da kann kein Einkaufszentrum mithalten.

Wenn man durch die Brucker Altstadt schlendert hat man den Eindruck, "es tut sich was", so wie eigentlich in der ganzen Stadt. Täuscht dieser Eindruck?
Auer: Nein, das ist definitiv so. Begonnen hat alles damit, dass ich in das ehemalige C&A-Haus investiert habe. Da hat sich früher keiner drübergetraut, jetzt zieht eins das andere an, es herrscht ein regelrechter Boom.
Pech: Genau, man muss oft nur einen Startschuss schaffen, das ist in Bruck vor Jahren passiert, jetzt läufts.

Sascha Auer oder David Nussmüller, hier nur als Bsp. angeführt, stellen derzeit ja einiges auf die Beine. Wie kann man weitere Investoren in die Stadt locken? Was brauchts dazu?
Pech: Man muss wie gesagt einen Startschuss schaffen. Wenn einer anfängt, dann kommen eh die anderen auch. Das positive ist: in Bruck wird in Lösungen gedacht, nicht in Problemen.

Es gibt in Bruck viele Veranstaltungen, Märkte und Initiativen; private Investoren nehmen viel Geld in die Hand, um etwas zu bewirken. Was würde es aus Ihrer Sicht noch brauchen? Was fehlt?
Auer: Wir sollten uns noch ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, etwas, das keiner sonst hat. Ich denke da verstärkt an das Schiffländ oder den Schloßberg. Markenbildung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.
Holzgruber: Es passiert vieles, aber es ist noch nicht gut vermarktet. Ich vermisse noch etwas das unternehmerische Denken, hier ist die Stadt gefordert.
Pech: Marketing ist story telling, wir müssen besser Geschichten erzählen lernen und und als Marke besser positionieren, idealerweise sogar überregional.

Was können die Brucker Geschäftsleute eigentlich selber tun, um mehr Leben in die Stadt zu bringen?
Auer: Die Qualität einfach sehr hoch halten, auf sich aufmerksam machen, persönlich bleiben und damit Kunden binden. Das gilt auch in Bezug auf Veranstaltungen.
Merl: Die Qualität muss stimmen, alles andere gibts eh überall. Die Kunden müssen nur lernen, dass Dienstleistung etwas kostet, denn das ist unsere Stärke.

Was erwarten Sie in Bezug auf das Thema Wirtschaft vom neuen Bürgermeister?
Auer: Dass er sich traut. Er braucht Mut, um Entscheidungen zu treffen. Und er sollte nachhaltig Infrastruktur schaffen.

Wo soll die Brucker Wirtschaft in fünf bzw. zehn Jahren stehen? Was ist das Ziel?
Pech: Ich hätte zwei Wünsche: einerseits soll die Brucker Altstadt ein attraktiver Lebensraum sein, mit Dienstleistungen, Wohnungen, Nahversorgern, guten Parklösungen, einer hohen Lebensqualität, einer gewissen Urbanität. Andererseits hoffe ich, dass sich die Region in der Forschung/Industrie gut positioniert. So könnte man etwa einen Schwerpunkt in diesem Bereich schaffen: Montan/Metall/Verbundtechniken mit Forschung in Kombination mit Forschung. Die Smart City sehe ich hier als Leuchtturmprojekt.
Auer: Vieles, was in der Stadtvision eh schon vorgesehen ist, würde ich gerne verwirklicht sehen. Und auf den Radtourismus würde ich verstärkt setzen, das hat sonst niemand in dieser Form.
Holzgruber: Ein Ziel von mir wäre, einen Gewerbeflohmarkt regelmäßig einzurichten. Der erste startet am 7. und 8. Juli in der gesamten Altstadt. Da haben alle was davon.

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