30.09.2014, 23:16 Uhr

Liebe & Lob gegen Schmerzen

Macht den Schmerzen den Gar-Aus: Buchautor und Schmerztherapeut DDDr. Karl Isak (Mitte), im Bild mit Michael Ritter und Gudrun Katzer vom ISGS Bruck.
Bruck an der Mur: Eduard-Schwarz-Haus |

Menschen denken sich chronische Schmerzen herbei. Sie wegzudenken, das können sie ebenso.

Ein Viertel der Österreicher leidet unter chronischen Schmerzen. 30 Prozent haben keine Diagnose. Bei bis zu 80 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen bleibt eine Diagnose aus. Durchschnittlich zehn Jahre gondeln Schmerzleidende von Arzt zu Arzt, bis sie die Ursache ihres Leides erfahren.
Darum plädiert Schmerztherapeut Karl Isak bei einem Vortrag im Rahmen von "Gesunde Gemeinde" im Eduard-Schwarz-Haus in Bruck, das körpereigene Morphium zu aktivieren. Er meint damit die Glückshormone. Sie wirken schmerzstillend, so der Wissenschaftler. Warum er das weiß? All das habe er wissenschaftlich erforscht und in seinem Buch "Schmerzen wegdenken – eine psychologische Schmerztherapie” niedergeschrieben.

Eigene Apotheke im Kopf
"Das, was Sie denken, wird Realität", sagt Isak und erzählt vom Wallenda-Effekt. Der Extremsportler Nik Wallenda ist ohne Sicherung auf einem Seil über eine tiefe Schlucht im Grand Canyon balanciert. Was wir brauchen, seien innere Bilder davon, dass wir es schaffen, so Isak.
"Wir haben alle unsere eigene Apotheke im Kopf", so Isak. Um sie zu aktivieren, brauchen wir Ziele und eine innere Motivation. Wie das geht? Mit dem Zauberwort "Lakwald". Hinter dieser Abkürzung stecken die Wörter Liebe, Anerkennung, Kompliment, Wertschätzung, Akzeptanz, Lob und Dank. "Lakwald" eingesetzt, sei eine Glücksgarantie, so Isak. Es wirkt auf die Spiegelneuronen des Gegenübers. "Loben Sie die Kassierin im Supermarkt! Wenn Sie geben, bekommen Sie was zurück."
Chronische Schmerzen sind im Gedächtnis abgespeichert. Durch sie entstehen Depressionen - oder umgekehrt. "Das zentrale Wort heißt dann Veränderung", so der Psychologe. "Rücken Sie das Unbewusste ins Bewusstsein! So erhalten Sie die Macht über sich selbst!" Die Ursache von Schmerzen sieht Isak durch schmerzvolle Erfahrungen in der Kindheit begründet.
Barbara Pototschnig
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