13.09.2014, 00:00 Uhr

Große Aufregung wegen Stall in Seenähe

Alois Federsl an der Stelle, an der der Rinderstall errichtet werden soll.

Unzählige Anrainer wollen Bau von Rinderstall nahe Wallerseeschutzgebiet verhindern.

SEEKIRCHEN (fer). Der Landwirt Josef Braumann aus dem Seekirchner Ortsteil Bayerham möchte auf Vollerwerb umstellen, weswegen er plant, seinen Viehbestand aufzustocken. Dazu ist ein Neubau des Rinderstalles notwendig.
Wie sich herausstellte, ist die Standortsuche äußerst schwierig verlaufen. Rund um sein Hofgelände war dafür viel zu wenig Platz vorhanden. Etwas südlicher war es aufgrund des starken Gefälles nicht möglich. Ein weiterer möglicher Standort scheiterte aufgrund einer negativen Stellungnahme des Naturschutzes, weil er teilweise innerhalb des Naturschutzgebietes lag.

Behördliche Zustimmung

Der nun vorgesehene Standort für den Neubau liegt am Ende des Grünlandes knapp vor dem Landschaftsschutzgürtel in Wallerseenähe. Dieser ist nach der Stellungnahme der Agrarbehörde des Landes die einzig mögliche Variante in Sichtkontakt zum Hof. Der Standort erfüllt alle gesetzlichen Erfordernisse. „Ich habe ja auch vor, extra niedriger als erforderlich zu bauen, weil ich ja weiß, dass damit die Sicht zum See die Anrainer stören könnte,“ erzählt Braumann im Gespräch mit den Bezirksblättern Flachgau.

LeSe will verhindern

Die Liste Lebenswertes Seekirchen (LeSe) hat gegen den Bau dieses Stalles in der Nähe des Sees gemeinsam mit ein paar Anrainern zum Protest aufgerufen. Alois Federsel
Gemeindevertreter der LeSe behauptet sogar, dass „es näher liegendere Alternativen für einen Ausbau des bestehenden Landwirtschaftsbetriebes gibt.“ Informationen der LeSe zufolge habe ein benachbarter Landwirt auch Tauschflächen angeboten. Ein Nebenerwerbslandwirt aus Bayerham (Erhardbauer) gibt auch zu bedenken, dass seiner Ansicht nach „die Agrarbehörde hier die Regeln falsch ausgelegt hat“, und er stellt „die Notwendigkeit der geplanten Stallgröße in Frage.“

Bürgermeisterin dafür

Seekirchens Bürgermeisterin Monika Schwaiger steht auf der Seite des Landwirts. Im Gespräch mit den Bezirksblättern Flachgau weist sie außerdem auf den betriebsirtschaftlichen Hintergrund der Causa hin: „Natur- und Landschaftsschutz sind sehr wichtig. Aber eines muss uns auch bewusst sein: Unsere Bauern pflegen die Landschaft und es kann nicht sein, dass einem Bauern die Möglichkeit des Weiterbestandes bzw. des Ausbaues genommen wird, noch dazu wenn das Recht auf seiner Seite ist.“
Die Bauverhandlung fand am 12. September statt, in dieser Verhandlung wurde aber noch keine Entscheidung getroffen.
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