1.000 Tage Plöckenpass
Die Geduld der Region ist nun am Ende
- Felssturz am Plöckenpass
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Seit dem Felssturz vor nun über 1000 Tagen bleibt eine vollwertige Öffnung aus. Wiederkehrende Sperren sorgen für Unsicherheit – und lassen die Stimmen nach einer ganzjährig sicheren Verbindung zwischen Kärnten und Friaul-Julisch Venetien lauter werden.
KÖTSCHACH-MAUTHEN. 1.000 Tage sind seit dem Felssturz am Plöckenpass vergangen. Eine dauerhafte Lösung ist weiterhin nicht umgesetzt. Stattdessen kommt es immer wieder zu Einschränkungen und Totalsperren. Zuletzt war der Pass in der Nacht vom 31. August auf 1. September für den gesamten Verkehr gesperrt. Auch bis zum Winter sind weitere Sperren zu erwarten. Während auf italienischer Seite an der bestehenden Verbindung gearbeitet wird, wird in Kärnten und auf Bundesebene zunehmend über einen Scheiteltunnel als langfristige Sicherheitslösung diskutiert. Der Tunnelvorschlag wurde am 17. Juli 2026 offiziell im Bundeskanzleramt deponiert. Auch Bundeskanzler Christian Stocker äußerte sich bei seinem Kärnten-Besuch am 11. August positiv zur weiteren Unterstützung. Landeshauptmann Daniel Fellner und sein Stellvertreter setzen ebenfalls auf Unterstützung aus Wien für die Gespräche mit Rom und Triest.
- Bürgermeister Josef Zoppoth
- Foto: GVV/Varch
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„Grenzregion braucht verlässliche Verkehrsverbindungen“
Für Bürgermeister Josef Zoppoth von der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen ist die wirtschaftliche Belastung bereits deutlich spürbar. Joanneum Research errechnete für 2024 einen Wertschöpfungsverlust von knapp zwei Millionen Euro in der Region, österreichweit rund 3,1 Millionen Euro. Dazu kämen schwer messbare Auswirkungen wie verlorene Kundenkontakte, weniger Tagesgäste und fehlende Planungssicherheit. Klar sei für ihn: „Eine Grenzregion braucht verlässliche Verkehrsverbindungen.“ Die dauernde Unsicherheit belaste Betriebe, Tourismus und den Wirtschaftsstandort. Zoppoth fordert daher eine sichere und ganzjährig befahrbare Verbindung zwischen Kärnten und Friaul. Die Arbeiten auf italienischer Seite begrüßt er, kurzfristige Sperren seien teilweise unvermeidbar. Entscheidend sei aber, dass daraus keine Dauerlösung werde. Beim Scheiteltunnel erkennt der Bürgermeister inzwischen deutlich positivere politische Signale. Nun brauche es einen verbindlichen Prozess zwischen Wien, Rom, Kärnten und Friaul-Julisch Venetien – inklusive klarer Zuständigkeiten, Finanzierung und Zeitplan. Ein Provisorium könne als Übergang dienen, langfristig brauche es jedoch eine dauerhafte Lösung: „Als Übergangslösung ja, als Zukunftslösung nein.“
- Matthäus Thurner
- Foto: storymanufaktur
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„Die Region ist bereits im Abseits“
Auch Matthäus und Josef Thurner von Thurner Holz sehen die Folgen der anhaltenden Einschränkungen mit Sorge. Der wirtschaftliche Schaden betreffe nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die gesamte Region. Besonders deutlich zeige sich die Entwicklung beim Tourismus: In Kötschach seien die Nächtigungen über die vergangenen Jahrzehnte von rund 300.000 auf etwa 95.000 zurückgegangen. Die bestehende Passstraße biete zudem keine Sicherheit vor weiteren Felsstürzen und keine Garantie für eine ganzjährige Befahrbarkeit. Weil Gäste und Kunden nie sicher sein könnten, ob der Plöckenpass offen ist, würden viele auf andere Routen ausweichen. Für Thurner Holz ist die Region deshalb bereits wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten. Als Folgen nennen Matthäus und Josef Thurner unter anderem die Bevölkerungsentwicklung, Firmenschließungen und leerstehende Häuser. Ihre Forderung fällt eindeutig aus: Die Politik müsse sich klar zum Scheiteltunnel bekennen und dürfe keine weitere Zeit verlieren. „Ein Felssturz ist nicht absicherbar“, betonen sie. Einen weiteren Ausbau von Provisorien sehen sie daher nicht als dauerhafte Antwort, sondern als Verzögerung auf dem Weg zu einer sicheren Tunnelverbindung.
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