Vom Fitnesstrainer zum Ortschef
Bernhard Seyrl wird Tollets nächster Bürgermeister

Vizebürgermeister Bernhard Seyrl mit Bürgermeisterin Gisela Mayr und dem ehemaligen Vizebürgermeister Rudi Burgstaller.  | Foto: ÖVP Tollet
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  • Vizebürgermeister Bernhard Seyrl mit Bürgermeisterin Gisela Mayr und dem ehemaligen Vizebürgermeister Rudi Burgstaller.
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Der 31-jährige Fitnesstrainer Bernhard Seyrl ist der neue Vizebürgermeister von Tollet. Er tritt die Nachfolge von Rudi Burgstaller an und soll im Frühjahr 2027 das Bürgermeisteramt von Gisela Mayr übernehmen, bevor er sich im September 2027 offiziell der Wahl stellt.

TOLLET. Mit der einstimmigen Wahl von Bernhard Seyrl zum Vizebürgermeister am 18. August stellte die ÖVP-Fraktion die Weichen für den Wechsel: Der Plan ist, dass Bürgermeisterin Gisela Mayr im Frühjahr 2027 das Amt an den 31-Jährigen übergibt. Sein beruflicher Werdegang führte ihn von einer klassischen Lehre zum geschätzten Fitnesstrainer im „Sense of Body“ in Grieskirchen, bis an die Spitze der Gemeindepolitik. Im Interview spricht der künftige Ortschef über seinen Werdegang, die Verbindung von Fitness und Politik sowie seine konkreten Pläne.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie diese politische Verantwortung übernehmen?
Bernhard Seyrl: Ich bin seit 2021 Ersatzgemeinderat in der ÖVP-Fraktion in Tollet. Mein Vater ist Gemeinderat. Er hat aufgehört und die jetzige Bürgermeisterin hat mich dann gefragt, ob ich nicht als Unterstützung kommen möchte. Im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass es mit mir am besten funktioniert: Ich bin im Job sehr flexibel, kann mir das gut mit meinem Chef ausmachen und bringe großes politisches Interesse mit. Ich tue mir auch in der Kommunikation sehr leicht. Ich habe mit 16 meine Lehre als Fitnesstrainer gemacht und bin somit in einem Job groß geworden, bei dem ich sehr viel mit Leuten reden muss.

War es für Sie gleich klar, das Amt anzunehmen?
Das war am Anfang eher eine zögerliche Entscheidung, weil einfach noch nicht so viel Erfahrung da ist. Aber ich habe mir gedacht: Man kann alles lernen. Ich bin sehr wissensbegierig, und wenn ich etwas lerne, dann lerne ich es gescheit. Deshalb habe ich zugesagt. Es ist natürlich eine Herausforderung, aber der stelle ich mich.

Konnten Sie als Fitnesstrainer Erfahrungen sammeln, die Ihnen jetzt helfen? Und werden Sie weiter in dem Bereich tätig sein?
Absolut. Gerade die Kommunikation mit den unterschiedlichsten Menschen in verschiedenen Berufen. Man lernt dabei sehr gut, seine Ideen zu vermitteln. Den Beruf werde ich weitermachen, ich werde natürlich von den Stunden runtergehen müssen. Ich bin auch noch Trainer – hauptsächlich für Kinder und Jugendliche – bei einem Verein in Buchkirchen. Diese Sachen möchte ich so gut wie möglich halten – je nachdem, wie viel Zeit ich übrig habe,

Sie sind mit 31 Jahren ein junges Mitglied in der Kommunalpolitik – möchten Sie gezielt Jüngere ansprechen?
Natürlich möchte ich etwas für die Jugend machen. Wir haben sehr viele Kinder in Tollet, erst vor Kurzem haben wir den Spielplatz renoviert. Die Jugendlichen haben wir im Sportverein beim Faustball. Das möchte ich weiter ausbauen, zum Beispiel in Richtung eines Calisthenics-Parks.

Tollet ist aber auch eine älter werdende Gemeinde mit vielen älteren Leuten, und die möchte ich genauso unterstützen. Eine Idee wäre betreutes Wohnen: ältere Häuser evaluieren, mit Hilfsorganisationen wie der Caritas zusammenarbeiten und Bürger, die Betreuung brauchen, im Ort halten. Ich möchte jede Bürgerschicht so gut wie möglich erreichen. Ich lebe nach dem Credo „Für die Bürger“ – und das durch alle Altersklassen hindurch.

Wo sehen Sie in Tollet Handlungsbedarf?
Mein erster Plan ist auf jeden Fall, die Verwaltung effizienter zu gestalten. Das ist in jeder Gemeinde sichtbar, dass hier Handlungsbedarf besteht. Das möchte ich gleich angehen, denn je effizienter die Verwaltung ist, umso kostengünstiger ist das Ganze. Wir sind eine Härteausgleichsgemeinde und könnten dadurch etwas einsparen. Somit wird auch der Bürgerservice wieder etwas bürgernäher. Ich möchte natürlich auch Fitness und Sport in der Gemeinde fördern, das ist ja meine Spezialität. Und wie schon angesprochen: die Älteren mit betreutem Wohnen unterstützen beziehungsweise schauen, was man hier machen kann. Es gibt auch eine große Nachfrage nach einem Nahversorger. Man kennt ja Container, die von Bauern mit Automaten befüllt werden – vielleicht könnte man in dieser Richtung etwas aufbauen.

Was steht in nächster Zeit an?
Ich werde mich in das Bildungsprogramm begeben und verschiedene Kurse absolvieren. Ich schaue mir die Dinge an, die als Bürgermeister wichtig sind – also was man verwaltungs- und finanztechnisch wissen muss.

Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrer neuen Position?
Für die Bürger da zu sein. Mit den Bürgern zu kommunizieren und bei den Bürgern zu sein – darauf freue ich mich am meisten.

Vizebürgermeister Bernhard Seyrl mit Bürgermeisterin Gisela Mayr und dem ehemaligen Vizebürgermeister Rudi Burgstaller.  | Foto: ÖVP Tollet
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