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Tierwelt Herbestein feiert Willkommensparty für Luchs Charly

Ein Bayer in der Steiermark: Luchs Charly übersiedelte vergangene Woche vom Tierpark Nürnberg in die Tierwelt Herberstein. Dienstagvormittag wurde er nun feierlich ins Freigehege entlassen. | Foto: Harry Schiffer
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Charly, der kleine Karpatenluchs, geboren am 1. Juni 2024 im Tiergarten Nürnberg, ist der neueste Bewohner der Tierwelt Herberstein und hat neben einem prominenten Paten auch eine wichtige Aufgabe für den Fortbestand der europäischen Luchse - sofern er sich auf dieses Abenteuer einlässt.

STEIERMARK/STUBENBERG. Vergangenen Freitag war es so weit: Luchs Charly aus dem Tiergarten Nürnberg bezog sein Quartier in Oststeiermark und verbrachte die ersten Tage hinter den Kulissen der Tierwelt Herberstein, um sich in Ruhe an sein neues Zuhause zu gewöhnen.

Erst mal in Ruhe ankomnen, war für Luchs Charly angesagt. Seit Dienstagvormittag erkundet er nun das Freigehege in der Tierwelt Herberstein. Und wenigen Wochen bekommt er dann eine neue Mitbewohnerin. Ab dnn beginnt beim zoologischen Team das Hoffen auf Armors Pfeile. | Foto: Harry Schiffer
  • Erst mal in Ruhe ankomnen, war für Luchs Charly angesagt. Seit Dienstagvormittag erkundet er nun das Freigehege in der Tierwelt Herberstein. Und wenigen Wochen bekommt er dann eine neue Mitbewohnerin. Ab dnn beginnt beim zoologischen Team das Hoffen auf Armors Pfeile.
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„Das Tierpfleger-Team kümmerte sich liebevoll um den Neuankömmling und sorgte für einen stressfreien Start“, erklärt der Zoologische Leiter, Tierarzt Reinhard Pichler. Bald bekommt Charly Gesellschaft: Ein weiblicher Luchs aus dem Tierpark Weißwasser wird demnächst erwartet.

Die Ankunft von Luchs Charly ist Teil eines wichtigen Projekts im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Mit Unterstützung dieses Programms übernimmt die Tierwelt Herberstein ein junges Luchspaar, um die vom Aussterben bedrohte Art zu unterstützen. Das EEP sorgt durch koordinierte Zucht dafür, dass die genetische Vielfalt der Population erhalten bleibt und sogar ausgebaut wird und auf diese Weise eine gesunde Nachzucht möglich ist.

Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl wurde die Patenschaft für Luchs Charly verliehen. | Foto: Margot Jeitler
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Ein Charly kommt selten allein

Dienstagmorgen bekam der kleine Kerl dann hochkarätigen Besuch. Kurlturlandesrat Karlheinz Kronhäusl machte dem jungen Luchs seine Aufwartung bzw. das Tor ins Freigehege auf und das aus gutem Grund: die Tierwelt Herbestein verlieh ihm die Ehrenpatenschaft.

Die Namensgleichheit - wird der Landesrat doch mitunter auch "Charly" Kornhäusl genannt - ist übrigens reiner Zufall, wenn auch ein "fast schon kitschiger", wie der Pate augenzwinkernd einräumte. 

Tierarzt und zoologischer Leiter Reinhard Pichler (r) erklärte die Bedeutung des Zuchtprogramms für das die Tierwelt Herberstein ausgewählt wurde. | Foto: Margot Jeitler
  • Tierarzt und zoologischer Leiter Reinhard Pichler (r) erklärte die Bedeutung des Zuchtprogramms für das die Tierwelt Herberstein ausgewählt wurde.
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Die Rückkehr der Luchse

Die Luchshaltung hat in Herberstein eine lange Tradition. Ziel des Projekts ist es, durch eine erfolgreiche Nachzucht geeignete Jungtiere später in die Wildnis zu entlassen. Als mögliche Auswilderungsgebiete sind Regionen in Deutschland wie der Harz, das Westerzgebirge oder der Schwarzwald im Gespräch. So soll die genetische Vielfalt der bestehenden Luchspopulationen gestärkt werden, erklärt Karin Winkler aus der Geschäftsleitung.

Alles wartete gespannt darauf, wann Luchs Charly den Weg ins Freigehege findet. | Foto: Margot Jeitler
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Das Problem der gentetischen Verarmung

Der Karpatenluchs war einst in Europa weit verbreitet, wurde aber beinahe ausgerottet. „Wenn die Population nur aus wenigen Exemplaren wieder groß werden soll, gibt es das Problem einer genetischen Verarmung, ganz ähnlich wie bei den Geparden“, erklärt Dr. Reinhard Pichler.

„Bei Geparden könnten wir beispielsweise ein Stück Haut von einem Tier auf ein anderes  transplantieren, ohne dass es eine Abstoßungsreaktion gäbe.“ Und genau diese genetische Verarmung macht sich auch klinisch und medizinisch bemerkbar, erhöht etwa die Anfälligkeit für Krankheiten verringert die Überlebenschancen der Population.

Ob sich dieser Präriehund aus dem Gehege gegraben hatte, um seinen neuen Nachbarn Charly willkommen zu heißen, konnte er uns aufgrund der Sprachbarriere leider nicht verraten. | Foto: Margot Jeitler
  • Ob sich dieser Präriehund aus dem Gehege gegraben hatte, um seinen neuen Nachbarn Charly willkommen zu heißen, konnte er uns aufgrund der Sprachbarriere leider nicht verraten.
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Eine der Hauptaufgaben des Zuchtprogrammes ist es daher frisches genetisches Material in die Wildbahn zu bringen, die Grundlage für gesunde, widerstandsfähige Populationen zu schaffen.

"Linking Lynx"

Langfristig geht es nämlich darum, die derzeit isolierten Verbreitungsgebiete der Karpatenluchse miteinander zu vernetzen – von den Karpaten über das Dinarische Gebirge bis in die Westalpen. Dieses ehrgeizige Ziel wird im Rahmen des Projekts „Linking Lynx“ umgesetzt, das die Auswilderung, Gesundheitsüberwachung und genetische Vielfalt koordiniert. 

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