Mit Erzbischof Josef Grünwidl
Die KHG Wien feierte ihr 80-jähriges Jubiläum
- Beim Festakt zum 80-jährigen Jubiläum der KHG war der große Festsaal der Universität Wien bis auf den letzten Platz gefüllt.
- Foto: Mathias Kautzky/MeinBezirk
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Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Wien feierte ihr 80-jähriges Jubiläum im Festsaal der Universität Wien mit einem Festakt unter dem Motto "Hoffnung bewegt!" Erzbischof Josef Grünwidl hielt die Festansprache, Bundespräsident Alexander Van der Bellen schickte eine Videobotschaft.
WIEN/INNERE STADT. Ein Ort lebendiger Gemeinschaft auf der Suche nach einem vertieften Glauben und tragfähigen Wegen ins Leben: Mit einem Festakt im Festsaal der Universität Wien feierte die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Wien am 21. Mai ihr 80-jähriges Jubiläum. Neben rund 300 Gästen und Alumni aller Generationen waren auch viele Studierende anwesend, die sich an der Organisation beteiligt hatten und den Festakt auch musikalisch begleiteten.
Seit ihrer offiziellen bischöflichen Bestätigung 1946 widmet sich die Hochschulseelsorge der katholischen Kirche in Wien und Wiener Neustadt mit einem Team von Studierenden, Laienmitarbeitern und Priestern um die seelsorgerische Betreuung der Studierenden und um Unterstützung in Studium, Persönlichkeitsentwicklung und Glaubensleben.
Festansprache von Erzbischof Josef Grünwidl
Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hielt eine Festansprache zum Thema "Vom Wissen zur Weisheit: Wie Universität und Glaube Hoffnung stiften": "Die österreichischen Katholiken machen nur drei Promille der weltweiten Katholiken aus, Wien wird aber weltkirchlich immer noch als wichtiger Ort angesehen – dazu gehört auch die Universität. Darum freue ich mich über die KHG", so Erzbischof Grünwidl.
- Erzbischof Josef Grünwidl bei seiner Festansprache im großen Festsaal der Universität zum 80-jährigen Jubiläum der KHG.
- Foto: Mathias Kautzky/MeinBezirk
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"Wir leiden oft an einem Übermaß an Daten, aber an einem Mangel an Sinn. Wissen muss zum Gewissen und schließlich zur Weisheit reifen. In der KHG lernen Studierende, ihr Fachwissen im Licht des Evangeliums zu reflektieren. So werden sie befähigt, in einer Welt der Algorithmen nicht nur klug, sondern zutiefst menschlich zu agieren", so Erzbischof Grünwidl. "Wir sind gerufen, Lichter der Hoffnung zu sein, die über die Grenzen unserer Kirchengemeinde hinaus leuchten. Machen wir aus Wissen Weisheit und aus Angst Hoffnung. Auf die nächsten 80 Jahre! Ad multos annos, KHG Wien!"
Bundespräsident Alexander Van der Bellen war auf Auslandsreise und schickte eine Videobotschaft: "Fußballspielen, gemeinsam singen, gemeinsam lernen, in Gemeinschaft wachsen und dabei Freunde fürs Leben gewinnen – all das ist die KHG: Ein Ort, an dem Studierende ihre Vorstellungen von einer gerechten Welt und einem sinnerfüllten Leben miteinander verbinden können. Jede und jeder ist willkommen: ob suchend oder gläubig, ob aus dem Inland oder aus der Ferne. In den prägenden Jahren des Studiums entstehen Netzwerke, die ein Leben lang tragen – eine Kraftquelle, auf die man immer wieder zurückgreifen kann."
"Jesus ist der Grund für meine Hoffnung"
Pater Simon De Keukelaere leitet die KHG seit 2018: "Hoffnung bewegt! Ein Student hat mich angesprochen: 'Seit ich mich für die Welt interessiere, habe ich nur Krisen erlebt. Aber in der KHG habe ich Hoffnung erlebt! Jesus ist der Grund für meine Hoffnung."
- Weihbischof Franz Scharl (l.) und Pater Simon De Keukelaere, der Leiter der KHG.
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Andrea Lehner-Hartmann, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien: "Unsere Studierenden habe ich gefragt, was sie bewegt – folgende Antworten habe ich bekommen: Was kann man entgegnen, wenn im sozialen Umfeld die Theologie als minderwertige Wissenschaft angesehen wird? Wie kann man mit Menschen umgehen, die den Religionsunterricht abschaffen wollen, weil Religion Privatsache sei? Wird es in ein paar Jahren den katholischen Religionsunterricht noch geben? Eine Antwort auf all diese Fragen ist, dass ein wesentliches Element des Glaubens ist, Hoffnung zu leben."
Gemeinschaft leben in der KHG
Studierende erklärten per Videobotschaft, warum sie in der KHG sind:
- "Weil man im stressigen Unialltag herunterkommen und hier Freunde treffen kann."
- "Weil man hier Gemeinschaft leben und gemeinsam Musik machen kann."
- "Weil in der KHG ein katholisches Leben gelebt werden kann."
- "Weil unsere gemeinsamen Gottesdienste ein Ort zum sein sind, um Gott zu begegnen."
Auf dem Podium brachte Moderatorin Johanna Setzer vier Generationen ins Gespräch: Franz Haslinger, enger Vertrauter des KHG-Gründers Karl Strobl, die ehemalige KHG-Bildungsreferentin Gudrun Trausmuth, den KHG-Leiter Pater Simon De Keukelaere und die Pychologiestudentin Miriam Haslauer.
Beim Festakt zum Jubiläum der KHG ebenfalls anwesend waren Weihbischof Franz Scharl und Weihbischof Stephan Turnovszky, ernannter Generalvikar Andreas Kaiser, ehemaliger Studierendenseelsorger der KHG Franz Haslinger, missio-Nationaldirektor Karl Wallner und Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler (ÖVP).
Die Geschichte der KHG Wien
Die KHG Wien agierte unter der NS-Unrechtsherrschaft im Untergrund als lebendiges Widerstandszeugnis. Studierende aus dem Umfeld von Karl Strobl, dem Gründer der KHG Wien, erreichten nach den Bombardements im April 1945 mittels Verhandlungen mit der sowjetischen Kommandantur die Übergabe der Universität Wien und forderten Inskribtionswillige auf, vorab in der Universität einen zehnstündigen Räumeinsatz zu leisten: So konnte das Sommersemester bereits am 2. Mai beginnen.
- Andrea Lehner-Hartmann, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (r.) und Moderatorin Johanna Setzer.
- Foto: Mathias Kautzky/MeinBezirk
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Damit haben die Studierenden von 1945 gezeigt, dass Glaube immer eine handlungstheoretische Dimension hat – von Hoffnung erfüllt haben sie nicht nur gebetet, sondern auch Schutt weggeräumt. KHG-Gründer Strobl war wichtig, den Glauben authentisch zu leben: Die KHG hat er als Raum für Glauben, Austausch und Persönlichkeitsentwicklung eingerichtet.
"Hoffnung leben" in der KHG
“Hoffnung leben – Hoffnung geben” ist prägende Motivation der Katholischen Hochschulpastoral in Wien, aus der Erfahrung einer fruchtbaren Verbindung von Glaube und Vernunft und aus der Erfahrung konkreter Begegnung – untereinander und mit dem lebendigen Gott.
Rund 500 Studierende bilden in der KHG eine lebendige Gemeinschaft. Neben den beiden Säulen im wöchentlichen Programm – der Feier der Sonntagsmesse HOPE in der Votivkirche und dem großen wöchentlichen Community-Abend am Dienstag – legt die KHG einen besonderen Fokus auf Kleingruppen, wie etwa Bibelstudien, Bücherklubs und andere thematische Weggemeinschaften. Zum festen Programm gehören auch gemeinsame Reisen, karitatives Engagement und Raum für studentische Eigeninitiative.
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