28.03.2017, 10:49 Uhr

Virtuose Architekturszenarien für Begegnungen. Menschen. Geld.

Die Jury: Mag. Bettina Lussu (Strategische Entwicklung Freie Berufe Hypo Tirol Bank), DI Arch. Markus Malin (selbst. Architekt und Assistent am Institut Experimentelle Architektur-Hochbau), DI Hanno Vogt-Fernheim (Präsident der Kammer der Architekten), Arch. Eva Lopez (Architektin und Assistetin am Institut Experimentelle Architektur-Hochbau), Prof. James Najjar (Institut für Experimentelle Architektur-Hochbau)
Innsbruck: Hypo Tirol Bank |

Ideenwettbewerb. Sehenswerte Ausstellung in der Hypo Zentrale am Bozner Platz. Auf welche Seite fällt die Münze „Bank“. Noch rollt sie. Die Finanzwelt verändert sich. Immer noch. Rasant. Täglich. (blockchain, bitcoin, fintech, ...) Auch die Kundenbedürfnisse ändern sich, das Verhalten der Nutzer. Herkömmliche Architekturkonzepte bestehender Banken und die zukünftige, physische Präsenz von Geldinstituten stehen am Prüfstand.


Was ist die Herausforderung?


Laut statistischen Angaben werden heutzutage 60 % der Interaktionen online und nur mehr 40 % physisch (in der Bank) getätigt, Tendenz steigend! Trotz Abnahme der physischen Interaktionen von Bankkunden, bleiben jedoch bestimmte Service-Angebote unbestritten einer persönlichen Kundenbetreuung vorbehalten (Kreditvergaben, Bankengeschäfte, Wertsicherung im Tresorraum, etc.), die sich auch in den Architekturkonzepten der Bank der Zukunft wiederfinden müssen. Was wir immer brauchen werden? Das sind Plattformen, Kommunikation, miteinander reden, Treffpunkte schaffen, vis-a-vis von Menschen, leibhaft und lebhaft das wird immer da sein.

Der Wettbewerb

Der IDEENWETTBEWERB WS 16/17 BANK DER ZUKUNFT wurde von der Landesbank ausgelobt. Durchgeführt vom Institut für experimentelle Architektur, Hochbau, unter der Leitung von Prof. Rames Najjar. Arch. DI Markus Malin, Arch. Eva López, die studentischen Mitarbeiter Christian Bührer, Dominik Schöch haben dieses Projekt begleitet und betreut.

Die Aufgabenstellung

Ausgehend vom IST-Zustand ein Zukunftsszenario zu entwerfen. Drei Standorte standen zur Verfügung, die Baulücke bei der Triumpfpforte, die Verkehrsinsel nördlicher Brückenkopf an der Unibrücke und die Maria-Theresien-Straße. Die Bank der Zukunft hat ein intelligentes Gebäudekonzept – Tragstruktur, Fassade-Hülle, Erschließung, Raum-Funktionsprogramm (Zonierungen) – und kommuniziert das auch im städtischen Raum. Es werden Architekturkonzepte erwartet, die sich nicht nur auf die reine Gestaltung des Innenraums bzw. Foyers oder eines möglichen virtuellen Auftritts beschränken. Die Bank der Zukunft nimmt nicht nur den Bauplatz ein, sondern gibt ihm gleichzeitig einen Teil der Öffentlichkeit zurück. Über programmierte und unprogrammierte Raumnutzungen, sogenannte funktionale Synergien unterschiedlicher Nutzer bzw. urbanen Raum-Symbiosen, entstehen besondere Architekturkonzepte mit Alleinstellungsmerkmal für die Bank der Zukunft (sog. Hybride). Das Raum-/Architekturkonzept kann prototypisch an verschiedenen Standorten angewendet werden. Die physische Gestalt der Gebäude ist aber immer einzigartig und standortspezifisch. Dabei kommt es nicht auf die Größe der Intervention an.

Die Vorgeschichte.

Die Hypo Tirol Bank hat bereits seit drei Jahren ein Engagement mit der Uni Innsbruck u. a. zur Förderung der Stiftungsprofessur Hochbau. Im Wintersemester 2016/17 wurde ein Ideenwettbewerb für Studierende der Architektur im 3. Semester ausgeschrieben. Die Studierenden hatten die Aufgabe, sich ein Semester lang mit dem Thema „Bank der Zukunft“ auseinanderzusetzen. Architektonisch und konzeptionell.

Was die Landesbank möchte?

Vorstandsdirektor Johannes Haid legte in diesem Zusammenhang die Impulse für die Unterstützung des Projektes ganz klar und deutlich dar. „Wir streichen im Rahmen dieses Engagements einerseits unseren Förderauftrag als Landesbank und andererseits unser Engagement für junge Menschen glaubhaft heraus. Die Projekte liefern wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung unseres Hauses (architektonisch aber auch inhaltlich) und durch den intensiven Kontakt mit den Studierenden präsentieren wir uns als engagierte, offene und dynamische Bank. Wir treten mit den „Kunden der Zukunft“ in einen wertvollen Dialog und ja, wir möchten begeistern. Uns für die Zukunft fit machen. Die Branche ist im Umbruch. Es ist uns nicht nur wichtig, uns mit der Zukunft auseinander zu setzen. Es ist wie schon gesagt unser Auftrag, als Landesbank junge Menschen zu fördern und ihnen Raum für Visionen zu geben. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zukunft kann kommen.“

Die Preisverleihung, die Ausstellung

Präsentation und Prämierung in der Hypo Zentrale am Bozner Platz. Thomas Held, Bereichsleiter Privatkunden freute sich besonders darüber, wie viel Herzblut und Hirnschmalz die Studenten im Rahmen einer Lehrveranstaltung der Stiftungsprofessur des Landes Tirol „Grundlagen des Hochbaus“ an der Innsbrucker Architekturfakultät in diesen Wettbewerb investiert haben. 14 der jeweils von zwei Studenten erarbeiteten Projekte stellten sich der Jury, der u. a. Institutsvorstand Rames Jajjar und Architektenkammer-Präsident Hanno Vogl-Fernheim angehörten.
Platz eins – verbunden mit 600 Euro ging an Lukas Pazeller und Moritz Kühn. Auf den Plätzen folgten Thomas Kasseroler und Laura Wimmer mit ihrer „Kunstwolke“ (400 Euro). Dahinter Bastian Nicholas und Kilian Rothmayr, deren Entwurf wie ein gestrandetes Schiff aussieht.
28 Studierende der Architektur fanden sich gemeinsam mit Familie und Freunden, Vertretern der Universität Innsbruck und der Kammer der Architekten sowie Vertretern der Hypo Tirol Bank in der Zentrale der Hypo Tirol Bank ein.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Plätze 1–3 sowie die beiden Anerkennungen bekannt gegeben. Die Studierenden erhielten eine wertvolle Plattform, um ihre Visionen der Öffentlichkeit zu präsentieren, für die meisten Studierenden war es der erste Wettbewerb.
Die Plätze 1–3 erhielten jeweils ein Preisgeld (1. 600 Euro, 2. 400 Euro, 3. 200 Euro) die beiden Anerkennungen hochwertige Lektüre über Architektur. Die Übergabe der Preisgelder erfolgte durch Mag. Thomas Held, Bereichsleiter Privatkunden der Hypo Tirol Bank und den Betreuern des Wettbewerbs Frau Arch. Eva Lopéz und Herr DI Arch. Markus Malin.


Die Sieger:
1. Preis: Moritz Lukas Kühn und Lukas Pazeller – Projekt „Parkbank“
2. Preis: Thomas Alfons Kasseroler und Laura Wimmer – Projekt „Kunstwolke“
3. Preis: Nicholas Andreas Josef Bastian und Kilian Rothmayr – Projekt „ In(n)Future”

Anerkennungen gingen an:
Christoph Geitner und Alexander Thomas Schidlbauer – Projekt “ „Out of the box”
Daniel Josef Ganner und Florian Mitterrutzner – Projekt „Urban Spa Bank”

Anschauen.

Bis 31. März sind alle 14 Projekte am „Marktplatz“ der Hypo am Bozner Platz zu sehen. Die Arbeiten der drei Preisträger bis Mitte April in der Technik-Filiale der Landesbank.
Spannend und sehenswert allemal. So können wir uns Zukunft besser vorstellen. Und die Münze „Bank“. Auf welche Seite wird sie fallen. Noch rollt sie.

Bildnachweis: Hypo Tirol Bank/Thomas Schrott
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