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Diözese Innsbruck präsentiert Perspektivenpapier – mit Video!

Präsentation des Perspektivenpapiers der Diözese Innsbruck: v.l. Sr. Sr. Christina Blätterbinder SSpS, Bischof Hermann Glettler, Klaudia Kluckner und Roman Sillaber
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Bischof Glettler: "Einen Weg der Zuversicht gehen"

(dibk). Im Haus der Begegnung in Innsbruck präsentierte die Diözese Innsbruck am 26. März 2019 ihr neues Perspektivenpapier. Das Diözesanjubiläum 2014 war Anlass für einen breit angelegten Nachdenk- und Erneuerungsprozess. An den Überlegungen zur Herkunft und Zukunft der Diözese Innsbruck haben sich viele beteiligt: Mehr als 100 Gruppen haben das Projekt „Die Zeichen der Zeit erkennen“ mitgetragen und gemeinsam Perspektiven für die Diözese erarbeitet.

Das Perspektivenpapier kann auf der Homepage der Diözese heruntergeladen werden.

Glettler: Perspektivenpapier wird Wirkung zeigen

„Das Perspektivenpapier mit dem Titel ‚Kirche ist Weggemeinschaft‘ ist ein internes Instrumentarium, das allerdings Auswirkung auf die Gesellschaft hat“, so Bischof Hermann Glettler bei der Präsentation. „Wir wollen mit der Kirche in Innsbruck einen zuversichtlichen Weg gehen mit Christus in der Mitte – auch wenn die Großwetterlage für Kirche und Gesellschaft derzeit wenig erfrischend ist“, sagte der Bischof.

Kirche in Tirol hätte einen bedeutenden Stellenwert mit großem Engagement, so Glettler. Kirche sei in einem Umbruch, stelle sich einigen Veränderungsprozessen und hat zugleich ein buntes Erscheinungsbild. „Vieles blüht, doch müssen wir uns überlegen, was wir loslassen.“ Das Perspektivenpapier sei nicht bloße Theorie, sondern zeige die vielen Gesichter von Kirche.

Das nun vorliegende Papier beansprucht ein gutes Maß an Verbindlichkeit für alle, die den Weg der Kirche mitgestalten und mitverantworten. Dennoch sind Perspektiven keine unverrückbaren Festschreibungen. „Wir müssen uns auch eine gewisse Flexibilität bewahren, um sich verändernden Anforderungen an Seelsorge und Pastoral gerecht werden zu können“, so Bischof Hermann Glettler.

Mit dem Perspektivenpapier habe man – bildlich gesprochen - eine Landkarte neu gezeichnet, aber nicht neu erfunden. Der Bischof will die ausgearbeiteten Perspektiven als Werkzeug der Orientierung sehen. „Wichtiger als das Papier ist das Leben.“

Bei der Vorstellung wurden anhand von vier Teilbereichen einige Inhalte des Papiers präzisiert:

Pfarrer Paul Kneußl: Seelsorge geschieht immer stärker im Team

Pfarrer Paul Kneußl, Leiter des Seelsorgeraumes St. Paulus – St. Pirmin in Innsbruck, sieht die Pfarre als Kirche vor Ort. Seelsorge müsse nahe bei den Menschen sein. Das Perspektivenpapier geht auf eine Stärkung der Selbstverantwortung der Pfarren explizit ein. „Immer stärker geschieht Seelsorge im Team“, so Kneußl.

Ziel sei es, dass der Bischof in jeder Pfarre eine haupt- oder ehrenamtliche Person beauftragt, gemeinsam mit dem Pfarrer, dem Pfarrgemeinderat und Pfarrkirchenrat die organisatorische und pastorale Leitung vor Ort wahrzunehmen, heißt es bei den diözesanen Perspektiven.

Als Leiter eines Seelsorgeraumes mit zwei Pfarren unterstreicht Kneußl wichtige Punkte des Papiers: „Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen. „Nicht jede Pfarre muss alles anbieten, es gilt Synergien zu nutzen und Schwerpunktpfarren zu schaffen“, so Kneußl. Die Eigenständigkeit der einzelnen Pfarren wird dadurch nicht in Frage gestellt, so der Wortlaut im Perspektivenpapier.

Ökonomin Klaudia Kluckner: Es braucht Menschen in Eigenverantwortung

Als Ökonomin ist Klaudia Kluckner seit vielen Jahren ehrenamtlich für die wirtschaftlichen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten der Pfarre Reith bei Seefeld verantwortlich. Sie sieht sich als Verwalterin und Organisatorin. In diesen Tätigkeiten, aber auch im sozialen Engagement hat sie ihre Heimat in der Kirche gefunden. „Es braucht Menschen, die in den Pfarren in Eigenverantwortung arbeiten und dadurch den Priester entlasten“, so Kluckner.
Im Perspektivenpapier heißt es dazu: Das Berufsprofil des Pfarrer wird von den Aufgaben entlastet, die nicht zum Kern seiner priesterlichen Berufung gehört. Der Einsatz von PfarrkuratorInnen, PfarrkoordinatorInnen und Ökonominnen wird mit Nachdruck gefördert

Sr. Christina: Orden müssen sich weiter öffnen

Sr. Christina Blätterbinder SSpS, Dienerin des Hl. Geistes (Steyler Missionsschwester), sieht trotz mancher Schwierigkeiten viele Herausforderungen im Ordensleben. Ihre Gemeinschaft, bestehend aus fünf Schwestern aus vier Nationen, arbeitet in der Pfarre Dreiheiligen in Innsbruck mit und engagiere sich sehr in der Öffentlichkeit. Teile aus dem Perspektivenpapier sieht die Missionsschwester in Arbeit: „Wir müssen mehr hinausgehen, verkünden und den Glauben bezeugen“, so Sr. Regina. Entscheidend sei für sie ein Weitergehen und lernend bleiben. „Wir können auch von kirchenfernen Menschen viel lernen.“

Orden müssten sich weiter öffnen, so Sr. Regina. Seit dem Diözesanjubiläum 2014 hat sich die Vernetzung der in Tirol ansässigen Orden verbessert, junge Ordensleute treffen sich zudem zweimal jährlich zu einem Austausch. Auch regt die Ordensfrau das Nachdenken über neue Formen der Nachfolge an.

Roman Sillaber, Katholische Jugend: Kinder und Jugendliche sind die Gegenwart

Roman Sillaber, Geschäftsführer der Katholischen Jugend Innsbruck, begrüßt, dass Kinder und Jugendliche im Perspektivenpapier nicht als Zielgruppe, sondern als lebendige Glieder der Kirche bezeichnet sind. „Jugend ist nicht nur Zukunft in der Kirche, sondern Gegenwart“, so Sillaber.

Aus einer Befragung bei der Tournee14 im Jahr des Diözesanjubiläums seien viele Fragen erörtert worden. Daraus ist ein Prozess in den Pfarren entstanden, der Jugend neue Gestaltungsmöglichkeiten in der Kirche einräumen will. Bischof Hermann Glettler ergänzte, dass er sich noch mehr Jugendliche in verantwortungsvollen Aufgaben erhoffe.

Präsentation des Perspektivenpapiers der Diözese Innsbruck: v.l. Sr. Sr. Christina Blätterbinder SSpS, Bischof Hermann Glettler, Klaudia Kluckner und Roman Sillaber
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