Gedanken
Für die ältere Generation da sein

Der vierte Sonntag im Juli soll in Zukunft der "Welttag für Großeltern und Senioren“ sein.
  • Der vierte Sonntag im Juli soll in Zukunft der "Welttag für Großeltern und Senioren“ sein.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Papst Franziskus ruft Gedenktag für Seniorinnen und Senioren ins Leben.  "Die Großeltern sind das Bindeglied zwischen den Generationen" und sollen durch "Welttag für Großeltern und Senioren“ gewürdigt werden. Die Altenseelsorge ist oft Bindeglied in Heimen.

Welttag für Großeltern und Senioren

Der vierte Sonntag im Juli soll in Zukunft der "Welttag für Großeltern und Senioren“ sein, hat Papst Franziskus kürzlich festgelegt. "Die Großeltern sind das Bindeglied zwischen den Generationen", betonte er. Oft würden sie vergessen. Dabei sei ihre Stimme so wertvoll, weil sie die Völker an ihre Wurzeln erinnerten. Die geltenden Coronabestimmungen machen den persönlichen Kontakt zur älteren Generation aber häufig schwierig. Hier übernimmt die Altenseelsorge oft die Rolle eines Bindeglieds.

Kontaktmöglichkeiten

Wegen Krankheitsgefahr abgeschottete Abteilungen und noch mehr Arbeit für die Gesunden. Und das bedeutet weniger Zeit für die einzelnen älteren Menschen. Die fühlen sich schnell allein, unruhig oder sogar ängstlich. Sie brauchen die Gewissheit, dass jemand für sie da ist, ein stummer Blickkontakt genügt da schon manchmal, weiß Rudolf Wiesmann. „Oft reicht es zu wissen, dass jemand für einen da ist, der einem zuhören kann. Das ist auch schon ein wichtiger Trost“, erklärt der Fachreferent der Diözese Innsbruck für Altenseelsorge. Wichtigste Säule ist neben den derzeit nur eingeschränkt möglichen Gottesdiensten das persönliche Gespräch. Gerade aktiveren BewohnerInnen in Heimen fehlt der Kontakt nach draußen. Das gehört ebenfalls zur Altenseelsorge. So kommt Wiesmann mit Menschen ins Gespräch, die bisher weniger mit ihm zu tun hatten.

Daten und Fakten Altenseelsorge

In der Diözese Innsbruck sind derzeit 68 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger (60 Frauen und 8 Männer) sowie 7 evangelische (alle Frauen) im Einsatz. Ein neuer Lehrgang mit neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll im März starten. Die ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in 39 verschiedenen Heimen tätig. Sie betreuen ca. 3.300 Heimbewohnerinnen und -bewohner. Darüber hinaus wird die Seelsorge auch für die An- und Zugehörigen und das Personal angeboten. Momentan ist der Zutritt für die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht in allen Heimen (obwohl seit Sommer 2020 Seelsorge von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen ist) möglich. Tests und FFP2-Maske sind vorgeschrieben, können aber vor allem bei Menschen mit Demenz und Schwerhörigkeit die Kommunikation einschränken. Teilweise findet die Begleitung der Menschen durch Briefkontakte, Telefonate oder kleine Aufmerksamkeiten, die übergeben werden, statt. „Es sind nicht wenige Menschen, die während der sogenannten Corona-Zeit seit einem Jahr sich in sich selber zurückgezogen haben, ,leblos‘ geworden sind, weil die Kontakte zu ihren Lieben und untereinander sehr fehlen. Böse gesagt, manche sind schon vor dem Tod tot geworden“, beschreibt Wiesmann die Erfahrungen der AltenseelsogerInnen. Um mehr Besuche zu ermöglichen, sei mehr Personal notwendig.

„Geschenk für die ganze Kirche“

Damit erfüllt die Altersseelsorge in Tirol wichtige Aufgaben, auf die der "Welttag für Großeltern und Senioren" besonders aufmerksam machen soll. Der Gedenktag ist laut Kardinal Kevin Farrell, Leiter der Kurienbehörde für Laien, Familie und Leben, ein Geschenk für die ganze katholische Kirche. Es handele sich um die "erste Frucht" des Aktionsjahres zu Ehe und Familie. Franziskus hatte das Projekt, das im März beginnt, im Dezember ausgerufen. Die pastorale Sorge für ältere Menschen dürfe in den christlichen Gemeinschaften nicht länger hintangestellt werden, sagt Farrell. Es sei wichtig, den "spirituellen und menschlichen Reichtum" zu bewahren, der von Generation zu Generation weitergegeben worden sei.

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