Alte Bausubstanz wird neu

Gertrud Tauber mit einer Ansicht, wie der Kasperhof in Patsch in Zukunft aussehen soll.
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Baukulturelles Erbe im ländlichen Raum will die Genossenschaft architektur:lokal erhalten und wiederbeleben. Dafür wird sie mit dem Innovationspreis im Rahmen des Regionalitätspreises ausgezeichnet.

Aus alt mach neu – dass dieses bekannte Motto oft auch eine echte Herausforderung sein kann, beweist architektur:lokal. Obfrau Gertrud Tauber hat die Genossenschaft gemeinsam mit zwei weiteren Architekten im April 2016 ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der „Wiederbelebung leer stehender, dem Verfall und/oder Abriss preisgegebener traditioneller Bausubstanz im ländlichen Raum“. Darüber hinaus richtet sich das Angebot an jene Menschen, die das „baukulturelle Erbe im ländlichen Raum erhalten und wiederbeleben,sowie das Wissen und die handwerklichen Fähigkeiten, welche darin stecken, wiederentdecken wollen“. Als Pilotprojekt dient dabei der Kasperhof im Ortskern von Patsch.

Prägt das Ortsbild

Direkt an der Hauptstraße gelegen, prägt die Fassade des vor knapp 400 Jahren errichteten Gebäudes das Ortsbild der Gemeinde stark mit. Seit fast 20 Jahren steht der Hof leer, er steht unter Stadt- und Ortsbildschutz. Keine leichte Aufgabe also, dieses alte Gebäude mit ca. 600 Quadratmetern Nutzfläche zu revitalisieren und gleichzeitig das Flair des Gebäudes möglichst unverfälscht zu erhalten.
Im Rahmen eines sogenannten Bauherrenprojekts – die zukünftigen Nutzer treten dabei gemeinsam selbst als Bauherren auf – will architektur:lokal das Haus wieder nutzbar machen. Neben großzügigen Büro- und Seminarräumen für die Genossenschaft entstehen so drei Wohnungen in der Größe von 139 bis 181 Quadratmetern. Alle diese Einheiten entstehen mit Unterstützung der Wohnbauförderung und der Dorferneuerung. „Wir sehen den Leerstand als Ressource“, erklärt Tauber. Gerade im ländlichen Raum gäbe es viel alte, wertvolle Bausubstanz, die entweder am Verfallen ist, oder vor dem Abriss steht. Es sei nicht notwendig, Bauprojekte immer „auf der grünen Wiese“ beginnen zu lassen. So wirke man auch der oft kritisierten Zersiedelung der ländlichen Gemeinden entgegen – ein Thema das im gesamten Alpengebiet im Raum steht.

Weiterbildung und Forschung

Weitere Standbeine der Genossenschaft neben Bauprojekten sind die Weiterbildung und die Forschung – „immer mit Schwerpunkt auf altes Wissen und Bauen, um die Potentiale für die Herausforderungen von heute und morgen zu nutzen“, so Tauber. So wurde bereits ein Bildungsprojekt im Rahmen der Leaderregion Regionalmanagement Wipptal eingereicht. Dieses soll 2017 starten und neben Vorträgen auch Kurse zu altem Bauhandwerk sowie Exkursionen beinhalten. „Die Kurse werden an konkreten Objekten im Wipptal durchgeführt“, erklärt die Architektin.

Baubeginn im Spätherbst

Noch im November soll das Pilotprojekt angegangen werden. „Wir sind nicht an Jahreszeiten gebunden“, sagt Tauber, da es ja in erster Linie um den Innenausbau geht. Etwa eineinhalb Jahre dürften nach ihrer Schätzung die Arbeiten dauern. Verwendet werden sollen dabei ökologische und regionale Baumaterialien. Dazu will architektur:lokal eng mit traditionellen Handwerkern zusammenarbeiten.

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