Bauprojekt in der Egerdachstraße (Umfrage)
Anwohner fürchten den Verlust von Licht und Sonne

Großes Interesse beim Lokalaugenschein des Bauausschusses.
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  • Großes Interesse beim Lokalaugenschein des Bauausschusses.
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INNSBRUCK. Noch stehen auf dem Platz zahlreiche Campingfahrzeuge, in der Zukunft wird  dieser Bereich der Egerdachstraße Heimat für zahlreiche Familien sein. Die neue Wohnanlage sorgt aber bei den Anrainerinnen und Anrainern für Sorgenfalten. Durch die Bauhöhe fürchten sie den Verlust von Licht und Sonne. Ein Problem, das nach den geltenden Gesetzen bzw. der Handhabungen, vor allem in den Raumordnungsverfahren, keine besondere Berücksichtigung findet. Bei einem Lokalaugenschein des Bauausschusses war das Interesse enorm.

Neubauprojekt

Bereits 2020 fand der entsprechende Architektenwettbewerb für die Bebauung des Grundstückes mit einer Nettobaulandfläche von rund 11.300 m2, statt. Das Grundstück an der Egerdachstraße liegt auf einem topografisch prägenden Schwemmkegelrand, welcher zur Klappholzstraße einen Höhenabfall von fast drei m aufweist (bei den betroffenen Anrainer bedeutet dies in etwa eine Geschosshöhe). Die städtebauliche Struktur nördlich des Grundstückes ist durch eine offene Bebauung mit kleineren, teils gekuppelten Wohnhäusern gekennzeichnet. Im Süden befindet sich ein langgezogener leicht geknickter vier‐ bis fünfgeschoßiger Wohnbau parallel verlaufend zur Amthorstrasse.

Luftballons über den Bäumen zeigen die geplante Bauhöhe.
  • Luftballons über den Bäumen zeigen die geplante Bauhöhe.
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Bedenken

Die Anrainer sprechen sich nicht gegen die Verbauung des Areals aus und haben gegen eine maßvolle und die Anrainerinteressen berücksichtigende Verbauung keine Einwendungen. Zum vorliegenden Projekt halten die Anrainer fest: "Das Projekt stellt sich entlang der Egerdachstraße als geschlossene Blockrandbebauung mit einer Wandlänge von über 170 m und mit Gebäudehöhen von drei bis fünf Geschossen dar, welche mit einem achtgeschossigen Gebäudeturm am Ende der Straße (Ecke Kravogl- und Klappholzstraße) abgeschlossen wird. Für die im Norden entlang der Egerdachstraße um ein Geschoss tiefer liegenden Anrainer bedeutet dies, auf eine Länge von mehr als 170 m mit „Quasi-Gebäudehöhen“ von vier bzw. sechs Geschossen konfrontiert zu sein, d.h. mit Wandhöhen, die zum Teil mehr als das Doppelte (beim Turm um das Dreifache) jener im Norden angrenzenden Gebäude darstellen. Durch das Fehlen entsprechender „Baukörperlücken“ kommt es dadurch im unmittelbaren Anrainerbereich zu massiven Beeinträchtigungen der Belichtung und Besonnung und somit in den energie- und klimatechnisch maßgebenden Wintermonaten zu unzumutbaren Beschattungen. Wie entsprechende Untersuchungen zeigen, gehen diese Beeinträchtigungen in der Hauptwinterzeit zum Teil tief in das angrenzende Siedlungsgebiet hinein."

Soll das Thema Licht und Sonne bei Neubauten mehr rechtliche Berücksichtigung finden?

Kein Rechtsanspruch

Die Anrainer besitzen nach den geltenden Gesetzen bzw. der Handhabungen, vor allem in den Raumordnungsverfahren, nur wenige Möglichkeiten, ihre Interessen rechtlich einzufordern. "Daher werden die politischen Vertreter ersucht, bei ihren Entscheidungen auch die wichtigen Bedürfnisse der Anrainer wie Belichtung und Besonnung zu berücksichtigen,", halten die Betroffenen fest und präsentieren eine Lösung: "Dabei wäre die Reduktion der Gebäudehöhen entlang der nordseitigen Egerdachstraße auf maximal drei Geschosse und die Unterbrechung der 170 m langen Wandflucht durch die Schaffung von „Baukörperlücken“ an Stelle der fünfgeschossigen Wandbereiche der wichtigste Schritt, die Beeinträchtigungen auf die 'kleinteiligen' Anrainergebiete, insbesondere die angrenzenden Nachbargebäude, zu reduzieren und punktuell auch den Freiflächen ein gewisses Maß an Durchlichtung zu ermöglichen." Sie sehen sich durch die „stadtplanerischen Randbedingungen und Zielsetzungen für das Wettbewerbsverfahren, Punkt 1.5, Höhenentwicklung“ bestätigt: "Wesentlich dabei ist die Qualität der Freiflächen sowie die Wohnqualität und Belichtung innerhalb der Bebauung und gegenüber der Nachbarbebauung, insbesondere der tiefer liegenden kleinteiligen Bebauung im Norden“.

Aktuell noch Heimat zahlreicher Campingsfahrzeuge, bald aber Heimat für zahlreiche Bewohner.
  • Aktuell noch Heimat zahlreicher Campingsfahrzeuge, bald aber Heimat für zahlreiche Bewohner.
  • Foto: Stadtblatt
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Forderung

Diese geforderte Rücksichtnahme ist für die Anrainer in den fünfgeschossigen Wandbereichen überhaupt nicht zu erkennen und wirkt sich bei den nach Süden orientierten Gebäuden im östlichen Bereich besonders negativ aus. "Es ist für die Anrainer unerklärlich, warum diese explizit angeführte Wettbewerbsbedingung vom Siegerprojekt nicht entsprechend berücksichtigt wurde. Die Betroffenen fordern daher, dass die städteplanerischen Ziele der Wettbewerbsausschreibung beim vorhandenen Projekt eingearbeitet und entsprechend umgesetzt werden", ist der eindringliche Appell der Anrainer. Die Auflage des Entwurf des Flächenwidmungsplanes Nr. PR-F25, Pradl, Bereich Egerdachstraße 34, Gp. 1386, KG Pradl (als Änderung des Flächenwidmungsplanes Nr. 80/eu), gemäß § 36 TROG 2016, wurde im Mai Gemeidnerat gegen die Stimme der ALI beschlossen. Die Auflage des Entwurf des Bebauungsplanes und Ergänzenden Bebauungsplanes Nr. PR-B33, Pradl, Bereich Egerdachstraße 34, Gp. 1386, KG Pradl (als Änderung des Bebauungsplanes Nr. 63/fh), gemäß § 56 Abs. 1 und 2 TROG 2016, wurden ebenfalls in der Mai-Gemeinderatssitzung gegen die Stimmen von FPÖ, ALI und Gerechtes Innsbruck beschlossen.

Im Bereich egerdachstraße 34 ist die Verbauung geplant.
  • Im Bereich egerdachstraße 34 ist die Verbauung geplant.
  • Foto: city-map.innsbruck.gv.at
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Interesse

Der gemeinderätliche Bauausschuss hat einen Lokalaugenschein durchgeführt, das Interesse der Anrainerinnen und Anrainer war enorm. Mit Luftballons wurde auch die geplante Bauhöhe dargestellt. Die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer hoffen auf ein politisches Einsehen und entsprechender Berücksichtigung ihrer Anliegen beim geplanten Bauprojekt. GR Gerald Depaoli meint: "Der Bürgermeister, der Stadtsenat und der Gemeinderat werden es verantworten müssen, wenn hunderten Anwohnern und Familien in der Egerdachstraße jedes Recht auf Licht und Sonne durch eine 17 meter hohe Mauer geraubt wird."

Blick auf die nördliche Seite der Egerdachstraße, Anrainer fürchten durch den Neubau am rund 11.000 m2 großen Gelände, um den Verlust von Licht und Sonne.
  • Blick auf die nördliche Seite der Egerdachstraße, Anrainer fürchten durch den Neubau am rund 11.000 m2 großen Gelände, um den Verlust von Licht und Sonne.
  • Foto: Stadtblatt
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