St. Bartlmä
Braucht Innsbruck ein Kulturquartier - Umfrage

Namensgeber: Östlich des Stiftes befindet sich einer der ältesten (um 800) Sakralbauten Innsbrucks - das zum Stift gehörige Bartlmäkirchlein.
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  • Namensgeber: Östlich des Stiftes befindet sich einer der ältesten (um 800) Sakralbauten Innsbrucks - das zum Stift gehörige Bartlmäkirchlein.
  • Foto: wilten-west.at
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INNSBRUCK. Die Zeiten in denen die Fa. Schenker gemeinsam mit den Vereinen aus Wilten mit dem Country-Fest für Furore gesorgt haben, sind vorbei.  Seit dem ist auch um St. Bartlmä ruhig geworden. Bis jetzt. Die Politik denkt über ein Kulturquartier nach.

Das Kulturquartier

"Das Areal Sankt Bartlmä im Innsbrucker Stadtteil Wilten wird als Kulturquartier gestaltet und für die Innsbrucker Bevölkerung geöffnet. Die Liegenschaft der ehemaligen Maschinenfabrik Oberhammer mit ihren Hallen und dem überdachten Außenbereich wird in seiner Gesamtheit gemietet und mit einem Schwerpunkt auf Kultur und Urbanen Leben kuratiert. Als Hauptmieter tritt ein Kollektiv an Personen auf, die sich mit Know How, Arbeitskraft und finanziellen Mitteln dem Thema verschrieben haben. (Gesellschaftsform noch offen) Die Bespielung der Hallen erfolgt nach einem Konzept der Kulturstärkung in Kombination mit Handwerk, Handel und Gastronomie", so wird die Vision des Quartier Sankt Bartlmä. Auf 40 Seiten werden Möglichkeiten und Ideen der Nutzung präsentiert, über die Innsbrucks Politiker diskutieren. Das Stadtblatt stellt seinen Leserinnen und Lesern die Projektidee ausführlich vor.

Die Nutzung

Das Areal besteht aus 7 ehemaligen Fabrikshallen, sowie einer Gießerei. Zusätzlich ist ein Großteil der Freifläche überdacht. Im Hauptgebäude befinden sich Büroräume auf 3 Ebenen. Die Halle 1 steht im gastronomischen Mittelpunkt: 336 Quadratmeter, Ziel ist die Vermietung an einen oder mehrere lokale Gastronomen – Kuratierung und Öffnungszeiten wichtig! Investition durch Mieter. Dafür reduzierte Miete zum Selbstkostenpreis. Moderne, leistbare urbane Küche. Die Halle 2 soll dem Thema Möbel und Vintage gewidmet werden: Halle mit 389 Quadratmeter, idealer Ort zum Strawanzen und schmökern. Gegenseitige Befruchtung mit Gastro und anderen Mietern. Vermietung zum Marktpreis. Die Halle 3 soll für Kids und junge Erwachsene zur Gratisnutzung und zur Belebung des Areals (Skaten, Klettern, Indoor Spielplatz o. ä.) dienen. Fokus: Kreativität durch Bewegung. Adaptierung durch Stadt Innsbruck und Miete zum Selbstkostenpreis. Alternative: wirtschaftlich interessante Mieter wie z. B. Escape Rooms, Fitness, Boxhalle. Die Halle 4 ist dem Tanz gewidmet: eine Halle mit 300 Quadratmeter oder 2 Hallen zu je 150 Quadratmeter. Betrieb der Halle durch ARGE Sankt Bartlmä gemeinsam mit Enrique Gasa Valga. Stundenweise Vermietung an Tanzcoaches oder Yogalehrer etc. Frage der Kostentragung bzw Förderungsmöglichkeiten zum Umbau? (Garderobe, Boden, Nasszellen, Spiegelwand). Musik spielt in der Halle 5 die große Rolle: Größe ca. 400 Quadratmeter. direkt neben WC Anlagen des Areals. Betrieb und Vermietung durch ARGE Sankt Bartlmä. Kuratiertes Kultur und Konzertprogramm an den Abenden. Tagsüber beispielsweise Kinderprogramm. Frage der Kostentragung, Förderungs- und Betriebsanlagengehmigung (mind. 99 DB) zu klären. Die Gießerei soll als Club genutzt werden: ca. 396 Quadratmeter, toller industrieller Charme aber noch unklar ob der Zustand für einen Betrieb ausreichend ist. Ziel wäre marktgerechte Vermietung an einen lokalen Clubbetreiber. Kunstund Kultur sollen in der Halle 7ihren Platz finden: In Summe 450 Quadratmeter. Platz zur Ansiedlung von Kunst und Kulturinstitutionen. Gemeinsame Ausstellungen und Platz für gemeinsames Arbeiten, Vermietung zum Marktpreis. Die Büroräumlichkeiten verteilt auf mehrere Gebäude werden individuell an Firmen der Kreativwirtschaft vermietet. Leerflächen können vorübergehend Studenten als Arbeits- und Lernzonen zur Verfügung gestellt werden. Die Halle N hat eine Größe von ca. 385 Quadratmeter. Nutzungstichwörter: Lagerung und Verkauf von Vintage Mode. Events an den Wochenenden, große Frequenz – junges, urbanes Publikum, Vermietung zu marktüblichen Konditionen. Die Halle G soll für ein innovatives Retail Konzept zum Thema Bike (in Innsbruck sind verschiedene Bike-Szenen vertreten – Rennrad, Urban Bike, Mountainbike; Konzeptentwicklung mit Input der Bike-City Innsbruck / Fahrradkoordinator Stadt Innsbruck) verwendet werden. Rund 1.000 Quadratmeter stehen als überdachte Freifläche zur Verfügung. Diese sollen seitens der ARGE tages- oder stundenweise weitervermietet werden. Beispiele: Fesch Markt – findet bis dato in Innsbruck nicht statt, da keine geeignete Location vorhanden; Bauernmarkt 1 x wöchentlich; Nowhere Vintage Kilo Sales; Street Food Festival. "Das QUARTIER SANKT BARTLMÄ bietet eine einmalige Chance für
die Stadt Innsbruck und ihre Bürger. Ein Ort, der vieles zulässt und damit eine Lücke schließt, die Innsbruck in ihrem alpin-urbanen Anspruch gerade im kulturellen und Lifestyle-Segment zu europäischen Großstädten aufschließen lässt", wird am Ende des Konzeptes festgehalten.

Pro & Contra

Für die Klubobfrau der Grünen, Janine Bex, geht das Projekt in Sachen Stadtentwicklung genau in die richtige Richtung: „Ein Veranstaltungsort mit enormem kulturellen und kreativwirtschaftlichem Entwicklungspotential ist für mich ganz im Sinne einer zeitgemäßen wie zukunftsfähigen Entwicklung unseres urbanen Raums". Im Rahmen der Wirtschaftstreffen wurde das Projekt auch seitens der Wirtschaftskammer positiv angesprochen, inhaltlich stieß das Vorhaben auch bei den Stadtsenatsparteien FI, ÖVP und FPÖ auf Wohlwollen – das hat sich in der Besprechung anders dargestellt: FI, ÖVP und FPÖ haben sich dezidiert vom Projekt und sogar jeder weiteren Prüfung verabschiedet. Auch den Grünen geht es nicht um ein Projekt um jeden Preis, aber wir wollen die Verhandlungstür offen lassen und uns dafür einsetzen, dass diese große Chance für die Stadt genutzt wird, stellt Bex klar. "Ein grundsätzlich überlegenswertes Projekt bei Sankt Bartlmä, das von den Grünen vorgeschlagen wurde, wurde mehrheitlich von den Faktionen aus Kostengründen abgelehnt“, so die Obfrau des Wirtschaftsausschusses, GR Mariella Lutz (ÖVP). „Die Stadt darf nicht selbst zum Preistreiber für Gewerbegründe werden, indem sie jedes horrende Kauf- und Mietangebot annimmt und somit die Preisspirale in der Stadt immer weiter nach oben dreht. Hier haben wir auch eine Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern und jenen Unternehmern, die sich in Innsbruck mit ihren Betrieben ansiedeln wollen” betont Vizebgm. Johannes Anzengruber. Aktuell wird ein Kaufpreis von zehn Millionen Euro für das Areal gefordert, die ÖVP, FPÖ und Für Innsbruck haben sich aufgrund dieser "völlig überzogenen" Forderung gegen das Projekt ausgesprochen. Bürgermeister Georg Willi möchte trotzdem in Verhandlungen mit dem Eigentümer treten. „Ich war über den Verlauf der Diskussion im Wirtschaftsgespräch zu den Verhandlungen schon einigermaßen überrascht. Klar ist, dass der Eigentümervertreter für die Flächen und Hallen eine weit überzogene Mietpreisvorstellung bzw. einen unrealistischen Baurechtszins möchte, welcher dem Marktpreis für Gewerbeflächen absolut nicht entspricht. Dass man aber nach einem ersten gemeinsamen Sondierungsgespräch gleich weitere Verhandlungen abbrechen will, war für mich nicht nachvollziehbar,“ argumentiert GR Julia Seidl (NEOS)

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Der Namensgeber des Gewerbegebiets

Veldidena, das spätere „Wiltina“, war schon im 3. Jahrhundert eine römische Militärstation und nach der bajuvarischen Landnahme im 8. Jahrhundert ist das Bartholomäus-Kirchlein (ein romanischer Rundbau) entstanden. Es dürfte das älteste christliche Bauwerk in der Inntalfurche sein. Das Stift Wilten wurde im 12. Jahrhundert gegründet und aus der ehemaligen Hofmark entwickelte sich das alte Dorf Wilten mit einigen Adelssitzen (wie z.B. Liebenegg, Lodron-Hymon, Stachelburg-Adambräu, Welsberg-Oberrauch, Sarnthein-Ferrarrihof usw.). Im Jahre 1903 wurde Wilten von Innsbruck eingemeindet. Östlich des Stiftes befindet sich einer der ältesten (um 800) Sakralbauten Innsbrucks - das zum Stift gehörige Bartlmäkirchlein. Obwohl im 2. Weltkrieg durch Bombardements stark beschädigt konnte das Kirchlein nach dem Krieg wieder originalgetreu rekonstruiert werden. Neben Jugendvespern, Taufen und anderen liturgischen Feiern gedenken wir dort jährlich am 24. August dem Patron des Kirchleins, dem heiligen Bartholomäus, mit einer Eucharistiefeier.

Wiltener Sommerfest 2017, es war ein Fest voll Fröhlichkeit, blendender Witterung, hervorragendem Essen und gut gelaunten Menschen.
  • Wiltener Sommerfest 2017, es war ein Fest voll Fröhlichkeit, blendender Witterung, hervorragendem Essen und gut gelaunten Menschen.
  • Foto: wilten-west.at
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