Kunst in Innsbruck
"Die Vorgangsweise ist absurd"

Thomas Medicus wünscht sich mehr Transparenz bei Bewilligungen.
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Viel Arbeit, wenig Anerkennung: Thomas Medicus fordert mehr Transparenz bei Bewilligungen.

INNSBRUCK. Bei den einen geht's, bei den anderen nicht. Thomas Medicus ist ein Innsbrucker Künstler und kritisiert die Vorgangsweise der Behörden. Sein Werk "Best before" – ein begehbares Rednerpult, das das Verhältnis von Macht und Demokratie demonstrieren soll – durfte statt eines Monats nur drei Tage am Landhausplatz stehen. Grund dafür ist eine Entscheidung der verantwortlichen Liegenschaftsverwaltung, die meinte, wegen der vielfachen Nutzung am Landhausplatz sei das Kunstwerk zu gefährlich. Für Medicus nur eine Ausrede: "2018 haben youngCaritas und die Premierentage hier ausgestellt. Ich verstehe nicht, was der Unterschied zwischen ihrem und meinem Projekt ist." Die Einreichung, die Auswahl, die Ausführung – das alles nehme sehr viel Zeit und Energie in Anspruch. Wieso genau sein Kunstwerk gefährlich sei, ist ihm nicht klar. "Ich wünsche mir in dieser Angelegenheit mehr Transparenz."

Öffentliche Kunst im Innenhof

Um "Best before" am Feiertag überhaupt sehen zu können, werden wir vom – übrigens sehr höflichen – Portier erstmal durch das halbe Landhaus geführt. Ein Stockwerk hoch, quer durch das Gebäude, dann ein Stockwerk runter. "Das ist alles andere als öffentliche Kunst", sagt Medicus. Dabei wäre das nicht nur für ihn einer der wichtigen Punkte gewesen. Auch der Fördertopf (Tiroler Kulturinitiativen), aus dem er für "Best before" 7.405 Euro erhalten hat, suchte Werke, "die die Aspekte von Gemeinwesen und Demokratie in den öffentlichen Raum und ins Bewusstsein rücken." Er empfindet die Vorgangsweise als Verschleuderung von Kulturgeldern und Geringschätzung gegenüber Kulturschaffenden.

"Hat sich selbst erfüllt"

Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) versichert allerdings, dass sie sehr wohl große Wertschätzung gegenüber dem Schaffen des Künstlers hat. Allerdings stellt sie auch klar: "Die Förderung des Projektes aus dem Kulturbudget des Landes war nicht an die Realisierung am Landhausplatz gebunden, zumal in der von Thomas Medicus eingereichten Projektbeschreibung explizit angeführt war, dass das Projekt auch an einem anderen öffentlichen Platz in Innsbruck umgesetzt werden kann." Außerdem: "Für die Einholung der erforderlichen Bewilligungen für Projekte im Rahmen von "TKI open" sind die jeweiligen KünstlerInnen selbst verantwortlich." Man habe Medicus darüber hinaus auch den Kapellenvorplatz im Landhaus angeboten, wo sein Kunstwerk noch bis zum 24. Juni zu sehen ist.
Medicus meint abschließend: "Es zeigt auf, wie die Verwaltung, die als demokratische Einrichtung gilt, das Projekt verhindert. Mit dieser Vorgangsweise hat sich das Kunstwerk selbst erfüllt."

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