Sitzblockade auf der Innbrücke
„Extinction Rebellion“ ruft mit unangemeldeter Aktion zu Klimaschutz auf

Im Sitzkreis blockierte die Gruppe „Extinction Rebellion Innsbruck“ ab 12:05 Uhr den Verkehr zwischen Altstadt und Mariahilf. Die TeilnehmerInnen riefen zu Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf.
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  • Im Sitzkreis blockierte die Gruppe „Extinction Rebellion Innsbruck“ ab 12:05 Uhr den Verkehr zwischen Altstadt und Mariahilf. Die TeilnehmerInnen riefen zu Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf.
  • Foto: zeitungsfoto.at
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Sitzkreis statt Straßenverkehr, Verspätung statt freier Fahrt: Wer diesen Freitag zur Mittagszeit mit dem Auto über die Innbrücke fahren wollte, musste umdrehen und einen anderen Weg suchen. Etwa 60 bis 70 AktivistInnen der Gruppe „Extinction Rebellion Innsbruck“ besetzten unangemeldet um 12:05 Uhr die Fahrbahn. Bis die Blockade gegen 13:30 Uhr ausklang, kam es im Stadtverkehr zu bis zu 45 Minuten Verzögerung.

Die Anfangszeit „fünf nach zwölf“ war nicht zufällig gewählt: Die internationale Umweltbewegung "Extinction Rebellion" – auf Deutsch etwa "Aufstand gegen das Aussterben" – weist darauf hin, dass die Erderwärmung Arten und Ökosysteme bedroht. Ziviler Ungehorsam soll Regierungen dazu bewegen, den Klimanotstand auszurufen. In London klebten sich etwa AktivistInnen Anfang des Monats mit Sekundenkleber an U-Bahnen, in Berlin ließen sie sich von der Polizei wegtragen.

Friedliche Aktion in Innsbruck

In Innsbruck verlief die Aktion nach Angaben der Polizei bis zum Schluss friedlich. Die Polizei sicherte die Demonstration und nahm die Personalien einiger Teilnehmenden auf. „Die Versammlung an sich kann man nicht untersagen, weil die Gruppe nicht zu ordnungsrechtlichen Störungen aufruft“, erklärt Einsatzleiter Florian Greil. Nach etwa einer Stunde schlugen die Einsatzkräfte den Demonstrierenden vor, die Aktion mit einem Marsch zum Marktplatz zu beenden. Gegen 13:30 Uhr konnte der Verkehr wieder fließen.

Etwa 60 AktivistInnen hatten zur symbolischen Uhrzeit eine Lücke im Verkehr abgewartet und sich singend auf die Straße gesetzt. Nach eigener Angabe wollen die Innsbrucker Gruppenmitglieder bei ihren Aktionen gute Stimmung verbreiten. Emily, die als „De-Eskalatorin“ AutofahrerInnen das Anliegen erklärte, erzählt von zwei Polen bei den Reaktionen: „Es haben sehr, sehr viele Leute super positiv reagiert. Manche haben sich sogar bedankt, dass wir so eine Aktion machen.“ Auf der anderen Seite habe es auch Beschimpfungen gegeben, „das waren aber nur sehr wenige.“ Die Polizei kritisiert, dass die Aktion nicht angekündigt war.

Wöchentliche Blockaden sind nicht geplant

Die Gruppe blockierte zum zweiten Mal den Verkehr in Innsbruck: Als erste Aktion nach ihrer Gründung am 1. Oktober besetzten die AktivistInnen am 8. Oktober etwa eine Stunde lang die Triumphpforte. Anders als die Protestbewegung Fridays for Future sei Extinction Rebellion dazu bereit, die „legale Grenze“ zu überschreiten, erklärt Emily: „Wir stehen für dasselbe Ziel ein, gehen aber einen Schritt weiter.“ Indem sie Demonstrationen nicht anmelden, verstoßen die Gruppenmitglieder gegen das Versammlungsgesetz.

 „Wir sind aber auch angemeldeten Aktionen gegenüber offen,“ versichert Emily. Sie hätten nicht vor, in Zukunft jede Woche eine Straße zu besetzen: In einer „Reflexionsphase“ wollen die Gruppenmitglieder als nächstes überlegen, wie sie in Zukunft für Klimaschutz eintreten möchten.

Autor:

Charlotte Rüggeberg aus Innsbruck

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