Ehrenamt
Im Weltladen Innsbruck die Welt ein Stück fairer machen
- Ein Teil des ehrenamtlichen Teams des Innsbrucker Weltladens in der Universitätsstraße 3. v.l.n.r.: Michael Bürkle, Gertraud Machajdik, Gertrude Potocnik, Mathilde Wurzer, Eva Peter, Klaus Allin, Helene Bürkle
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Ob im Verkauf, in der Organisation oder bei der Beratung von Kundinnen und Kunden: Rund um den Weltladen Innsbruck engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche mit Herzblut für den Fairen Handel. Was sie antreibt, warum sie sich gerade hier einbringen und was sie dabei selbst gewinnen, erzählen sie aus erster Hand.
INNSBRUCK. Die Ehrenamtlichen sind über den "Verein zur Förderung des Fairen Handelns" im Weltladen tätig. Der Weltladen in der Universitätsstraße 3 ist übrigens der älteste Weltladen in Österreich und gleichzeitig auch der Ausgangspunkt der Weltladenbewegung in Österreich. Mittlerweile arbeiten circa 20 Personen ehrenamtlich im Geschäft. Gemeinsam kann man sich im nächsten Jahr auch auf das 50-Jahr-Jubiläum freuen.
Mehr als nur ein Geschäft
Der Weltladen Innsbruck in der Universitätsstraße ist weit mehr als ein Ort, an dem Kaffee, Schokolade oder kunsthandwerkliche Produkte verkauft werden. Hinter den Regalen voller Waren aus aller Welt stehen Menschen, die einen Teil ihrer Freizeit investieren, um den Fairen Handel zu unterstützen und Produzentinnen und Produzenten im Globalen Süden bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen.
Viele der Ehrenamtlichen fanden eher zufällig zum Weltladen. So erinnert sich Gertrude Potocnik daran, wie sie vor rund 13 Jahren angesprochen wurde. „Anschauen kann ich mir das ja einmal“, dachte sie damals.
- "Ich dachte mir, anschauen kann ich mir es ja mal.", so startete Gertrude Potocnik ihren Einstieg ins Ehrenamt beim Weltladen.
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Aus dem ersten Kennenlernen wurde ein langjähriges Engagement. Letztes Jahr hatte sie gemeinsam mit einer Kollegin sogar die Verantwortung in der Geschäftsführung übernommen.
Sinnvolle Aufgabe nach dem Berufsleben
Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begann das Engagement nach dem Eintritt in die Pension. Mathilde Wurzer suchte nach dem Ende ihrer Tätigkeit im Schuldienst etwa bewusst nach einer Aufgabe, die über Hobbys und Freizeitbeschäftigungen hinausgeht. „Ich wollte etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft leisten“, erzählt sie.
- Mathilde Wurzer ist seit vielen Jahren ehrenamtlich im Verkauf des Weltladens tätig.
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Seit sieben Jahren arbeitet sie regelmäßig im Verkauf und schätzt besonders den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden.
Ähnlich sieht es Michael Bürkle. Er fühlt sich geistig fit und möchte seine Zeit sinnvoll nutzen. So engagiert sich Bürkle als Kassier des Vereins und schätzt vor allem die vielen interessanten Gespräche sowie das solidarische Miteinander im Team. Luise Gruber sieht im Ehrenamt vor allem, weiterhin aktiv zu leben und mit Gleichgesinnten in Austausch zu bleiben.
- Michael Bürkle engagiert sich als Kassier des Vereins.
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Fairer Handel als gemeinsame Überzeugung
Was die Ehrenamtlichen verbindet, ist die Überzeugung, dass Konsumentscheidungen etwas bewirken können. Viele berichten davon, wie Reisen oder persönliche Begegnungen ihren Blick auf globale Zusammenhänge verändert haben.
Eva Peter lernte etwa auf Reisen nach Armenien, Indien, Nepal oder Marokko die Lebensrealitäten vieler Menschen kennen.
- Eva Peter schätzt die Vielfalt und Qualität der Produkte im Weltladen.
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Dadurch wuchs ihr Verständnis dafür, warum fair produzierte Waren ihren Preis haben. Sie schätzt die Vielfalt und Qualität der Produkte im Weltladen ebenso wie die Möglichkeit, Kundinnen und Kunden bei der Suche nach passenden Geschenken zu beraten.
Auch Klaus Allin erläutert zu Besuchen bei den Produzentinnen und Produzenten:
"Ich konnte hautnah beobachten mit wieviel Mühe und Engagement die Menschen in den Kooperativen tätig sind und dass der bezahlte Mehrpreis –fair trade Prämie– wirklich den arbeitenden Menschen zugute kommt."
- Klaus Allin beeindruckte vor allem der persönliche Kontakt mit den Produzentinnen und Produzenten auf den Besuchsreisen etwa nach Indien, Sri Lanka oder Mexiko.
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Auch Helene Bürkle, die seit 2012 im Weltladen aktiv ist, beschreibt ihr Engagement als eine Reise in eine neue Welt. Sie lernte ebenfalls die Herausforderungen kennen, mit denen viele Menschen im Globalen Süden konfrontiert sind. Faire Löhne, soziale Absicherung und Bildungschancen seien dabei zentrale Anliegen des Fairen Handels.
- Helene Bürkle sieht ihr Engagement im Weltladen als eine "Reise in eine neue Welt".
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Gemeinschaft, Lernen und persönliche Entwicklung
Die Arbeit im Weltladen bietet weit mehr als den Verkauf von Produkten. Viele Ehrenamtliche betonen die Möglichkeit, Neues zu lernen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ob Warenkunde, Informationen über Produzenten, der Umgang mit Kundinnen und Kunden oder moderne Kassensysteme, die Aufgaben sind vielfältig.
„Man bleibt geistig fit“, bringt es Gertrude Potocnik auf den Punkt. Auch Eva Peter und Luise Gruber berichten davon, wie sie sich laufend neues Wissen aneignen und die Herausforderungen im Alltag als bereichernd erleben.
Besonders geschätzt wird außerdem die Gemeinschaft. Das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb des Teams, gegenseitige Unterstützung und der Austausch mit Menschen, die ähnliche Werte teilen, werden von vielen als großer Gewinn genannt.
Einfach vorbeikommen und mitmachen
Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich im Weltladen Innsbruck zu engagieren, braucht keine besonderen Vorkenntnisse. Wichtig sind Interesse am Fairen Handel, Offenheit für neue Erfahrungen und Freude am Umgang mit Menschen.
Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden schrittweise eingeführt und von erfahrenen Ehrenamtlichen begleitet. „Einfach vorbeikommen und sich informieren“, lautet der Rat der langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Denn eines haben ihre Geschichten gemeinsam: Nach einem Dienst im Weltladen gehen viele mit dem Gefühl nach Hause, etwas Sinnvolles getan zu haben, für andere Menschen, für eine gerechtere Welt und nicht zuletzt auch für sich selbst.
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