Großdemo in Innsbruck
Hunderte wehren sich gegen gigantische TIWAG-Staudamm-Pläne
- Mit einer 660 Meter langen Menschenkette vom Goldenen Dachl bis zur Triumphpforte protestierten hunderte Menschen gegen den geplanten TIWAG-Staudamm im Platzertal.
- Foto: Initiative RETTET DAS PLATZERTAL
- hochgeladen von René Rebeiz
Hunderte Menschen haben am Donnerstagnachmittag in Innsbruck mit einer 660 Meter langen Menschen- und Bannerkette gegen die geplante Verbauung des Platzertals protestiert. Die Demonstration führte vom Goldenen Dachl bis zur Triumphpforte und sollte die Dimension des von der TIWAG geplanten Damms verdeutlichen. Organisiert wurde die Aktion von der Initiative „Rettet das Platzertal“, unterstützt von zahlreichen Umwelt- und Bürgerinitiativen.
INNSBRUCK. Mit der 660 Meter langen Menschenkette machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die geplante Größe des Staudamms aufmerksam. Nach Ansicht der Organisatoren würde durch das Projekt eines der letzten weitgehend unberührten Tiroler Hochgebirgstäler dauerhaft zerstört werden.
Zum Protest aufgerufen hatte die Initiative „Rettet das Platzertal“. Unterstützung erhielt sie unter anderem von den Bürgerinitiativen „Einzigartiges Platzertal“ und „Lebenswertes Kaunertal“, dem WWF, dem Österreichischen Alpenverein, den Omas gegen Rechts sowie weiteren Organisationen.
Forderung nach alternativen Energielösungen
Die Demonstrierenden betonten, dass sie die Energiewende grundsätzlich unterstützen, jedoch andere Wege als den Ausbau der Wasserkraft im Platzertal fordern. Tirol habe bereits umfangreich in Wasserkraft investiert. Nun gelte es, verstärkt auf dezentrale Batteriespeicher, Photovoltaik, regionale Energiegemeinschaften, einen naturverträglichen Ausbau der Windkraft sowie die Optimierung bestehender Kraftwerke zu setzen. Auch ein bewussterer Umgang mit Energie könne einen wichtigen Beitrag leisten.
Teilnehmende warnen vor Naturverlust
Thomas Pale, einer der Teilnehmer, erklärte: „Die 660 Meter lange Menschenkette zeigt, in welchem gigantischen Ausmaß dieses unberührte Hochtal verändert werden soll. Ich stehe für eine zeitgemäße Energiewende ein. Die beste Umweltpolitik ist es, Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen. Das Platzertal muss zum Schutz der Biodiversität, des Klimas und im Interesse kommender Generationen erhalten bleiben.“
Auch Priska Heitzer sieht den Erhalt intakter Naturräume als zentrale Herausforderung: „Klimakrise und Biodiversitätskrise bedrohen gleichermaßen die Stabilität unserer Lebensgrundlagen. Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
Über die Initiative
Die Initiative „Rettet das Platzertal“ ist ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die sich unabhängig von einer bestimmten Umweltorganisation für den Erhalt des Platzertals und eine naturverträgliche Energiewende einsetzen. Weitere Informationen sind auf der Website der Initiative verfügbar.
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