Preisgekrönter Film im Leokino

Vera Kohn flüchtete als junge Frau nach Ecuador.
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Bernhard Hetzenauers Dokumentarfilm "Und in der Mitte der Erde war das Feuer" ist auf Festivaltour. Der Film wurde in Quito, der Hauptstadt von Ecuador, über die 98-jährige Jüdin Vera Kohn gedreht. Das STADTBLATT sprach mit dem gebürtigen Innsbrucker über die Entstehung des Filmes und die eigene Lebensgeschichte.

Wie sind Sie auf Vera Kohn aufmerksam geworden?

2005 war ich auf einem Filmfestival in Ecuador und bin dort mit dem Festivalleiter ins Gespräch gekommen. Er erzählte mir über eine "Hexe", die als Psychotherapeutin in Quito arbeitet und schon damals sehr alt war. Das war Vera Kohn, eine gebürtige Jüdin aus Prag, die damals vor den Nazis geflohen war. Wir drehten drei Jahre lang diesen Film.
Sie haben viele Preise mit dem Film gewonnen: Welcher war der persönlich bedeutsamste?
Einerseits der Theodor-Körner-Preis, welcher schon an viele renommierte Künstler verliehen worden ist, andererseits der HFBK-Filmpreis der Hamburgischen Kulturstiftung. Letzterer bedeutet mir deswegen viel, weil ich weiß, wie hochkarätig die Jury ist und wie streng beurteilt wird.
Welche Rückmeldungen haben Sie seitens der Familie bekommen?
Eigentlich gute, jedoch wurde die SS-Vergangenheit meines Großvaters nie thematisiert. Opa malte Bilder von Waldgeistern und war eine vielschichtige Persönlichkeit. In einem Brief zu lesen, "der größte Tag meines Lebens war als ich dem Führer am nächsten stand", war für mich jedoch unverständlich.
Der Film wurde vom renommierten Regisseur Wim Wenders betreut. Wie ist er?
Wenn man ein Projekt hat, das ihn interessiert, bekommt man bei ihm einen Termin. Er war derjenige, der gleich am Anfang die Frage stellte: Komme ich als Regisseur im Film vor oder nicht? Es kamen keine Verbesserungsvorschläge von ihm, er war sehr behutsam und nicht autoritär.
Hat Vera Kohn den Film selbst auch gesehen?

Ja, kurz vor ihrem Tod 2011 – ich hatte den Film fast fertig geschnitten und wir sahen ihn gemeinsam an. Sie war sehr berührt und bat mich, die Sequenz mit der Theaterszene als Schluss hineinzubauen. Das tat ich gerne.
Ist das Thema vom Großvater der SS-Soldat war, für Sie abgeschlossen?
Ja, mit dem Zeigen dieses persönlichen Filmes ist das Kapitel für mich beendet.
Welchen Themen wenden Sie sich in ihren nächsten Filmen zu?
Jetzt bin ich in Mexiko und drehe einen Dokumentarfilm über einen spirituellen Führer, der in den 80ern einen blutigen "Gottesstaat" gegründet hat. Bald möchte ich zurück nach Europa und meinen ersten Spielfilm drehen.

Termin im Leokino

Der Film wird am 24. April um 17.30 im Leokino (Anichstraße 36, 6020 Innsbruck) gezeigt. Mehr Info: www.leokino.at

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