Legale Mountainbike-Trails
Instandhaltungskosten und fehlende Genehmigung für Kranebitten
- Die Stadt Innsbruck betreut derzeit rund 15 Kilometer legale Mountainbike-Trails.
- Foto: Stadt Innsbruck/D. Jäger
- hochgeladen von Lucia Königer
Die Stadt Innsbruck betreut derzeit rund 15 Kilometer legale Mountainbike-Trails. Für 2026 sind insgesamt 270.000 Euro für die Instandhaltung der Trails und dem Projekt MTB Rossau Areal Teil II budgetiert. Ein neuer Trail ist in Kranebitten geplant, die Genehmigung scheitere derzeit allerdings noch an der Landesumweltanwaltschaft.
INNSBRUCK. Wie viel kosten die Mountainbike-Trails in Innsbruck und wie werden sie gewartet? Diese Fragen stellte FPÖ-Stadtrat Markus Lassenberger im Juli an die Stadtverwaltung. Hintergrund waren Berichte über Konflikte zwischen der Stadt und dem Verein MTB Innsbruck. Der Verein hatte unter anderem Bürokratie, mangelnde Transparenz und Probleme bei der Instandhaltung kritisiert. Auch die Absage der Shape Days 2026 war Thema der Anfrage. In der Beantwortung verweist die Stadt auf fünf betreute Trail-Angebote: den Arzler Alm Trail, den Stadtwaldtrail, den Hungerburgtrail, den Hofwaldtrail und die Bichl-Trails. Zusammen umfassen sie rund 15 Kilometer und können kostenlos genutzt werden.
Wartung und Reparaturen
Die laufende Wartung der Mountainbike-Strecken kostete die Stadt im Jahr 2025 rund 55.000 Euro. Hinzu kamen etwa 25.000 Euro für außerplanmäßige Reparaturen und Sanierungen. Dazu zählen unter anderem Schäden durch Erosion, umgestürzte Bäume, Hangrutschungen und Forstarbeiten. Laut Stadt werden die Strecken einmal wöchentlich kontrolliert. Dabei werden Schäden behoben und notwendige Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Die Stadt bezeichnet den Zustand der Trails als gut. Sie würden den jeweiligen Schwierigkeitsgraden des Tiroler Mountainbike-Modells entsprechen. Für das Jahr 2026 sind 110.000 Euro für die Instandhaltung der Trail-Infrastruktur vorgesehen. Weitere 160.000 Euro sind für den zweiten Teil des Mountainbike-Areals in der Rossau budgetiert.
- Arzler Alm Trail, den Stadtwaldtrail, den Hungerburgtrail, den Hofwaldtrail und die Bichl-Trails stehen zur Verfügung.
- Foto: IKM
- hochgeladen von Georg Herrmann
Kritik des Vereins MTB Innsbruck
Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Verein MTB Innsbruck war zuletzt Gegenstand öffentlicher Kritik. Dabei ging es unter anderem um bürokratische Hürden, mangelnde Flexibilität und die Absage der Shape Days. Die Stadt betont in ihrer Antwort die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit. Dazu zählen Fahrtechniktrainings, die Betreuung der Mountainbike-Gemeinschaft und die seit Sommer 2026 bestehende Vereinswerkstätte in der Stafflerstraße in Wilten. Bei Veranstaltungen wie den Shape Days sei allerdings eine frühzeitige Abstimmung mit der Stadt und der Wartungsfirma erforderlich. Geplante Arbeiten müssten in den jährlichen Instandsetzungsplan passen. Dabei gehe es auch um Haftungsfragen. Die Stadt verweist auf einen regelmäßigen Austausch mit den Vereinen. Als Beispiel nennt sie einen Besuch des Bürgermeisters in der neuen Werkstätte. Konkrete Änderungen bei den kritisierten Verwaltungsabläufen werden in der Anfragebeantwortung nicht angeführt.
Neuer Trail in Kranebitten geplant
Die Stadt will das legale Mountainbike-Angebot weiter ausbauen. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Zustimmung der betroffenen privaten Grundeigentümer. Ein weiteres Projekt wird von Innsbrucker Mountainbike-Vereinen in Kranebitten geplant. Die Stadt unterstützt das Vorhaben. Nach Angaben der Stadt scheitert die Genehmigung derzeit allerdings noch an der Landesumweltanwaltschaft. Mit dem Ausbau legaler Strecken sollen Konflikte zwischen Mountainbikern, Wanderern, Grundeigentümern und der Forstwirtschaft verringert werden. Nach Angaben der Stadt zeigen Auswertungen von Bewegungsdaten aus Sport-Apps, dass Mountainbiker vorhandene legale Trails bevorzugt nutzen. Dadurch würden auch umliegende Wanderwege und Waldflächen entlastet.
Kontrollen gegen illegale Strecken
Ein weiteres Problem sind illegal angelegte Mountainbike-Strecken. Diese befinden sich laut Stadt überwiegend auf privaten Waldflächen. Da die Verantwortlichen für den Bau häufig unbekannt seien, habe die Stadt nur eingeschränkte Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Die Forstbehörde führe jedoch Schwerpunktaktionen durch. Weitere Kontrollen seien geplant. Auch die nachträgliche Legalisierung bestehender Strecken werde geprüft. Dabei würden allerdings die Eigentumsverhältnisse und forstrechtliche Bestimmungen erhebliche Schwierigkeiten verursachen. Langfristig setzt Innsbruck auf den Ausbau offiziell genehmigter Mountainbike-Strecken. Damit sollen Sportangebote geschaffen und gleichzeitig Konflikte im Naturraum reduziert werden.
- Ein weiteres Projekt wird von Innsbrucker Mountainbike-Vereinen in Kranebitten geplant.
- Foto: Stadt Innsbruck/D. Jäger
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