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Flughafen zieht Bilanz

Der Flughafen Innsbruck zieht Bilanz und wirft einen Blick auf 2020.
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INNSBRUCK. Im Herbst stand der Flughafen Innsbruck vor allem im politischen Rampenlicht. Einerseits wurde das Investitionsprogramm der Öffentlichkeit präsentiert, andererseits gab es im Gemeinderat Diskussionen über die Zukunft des Flughafens. Passagiermäßig darf sich der Flughafen über ein Plus im Jahr 2019 freuen.

Herausforderungen

Die Insolvenzen der Airline-Partner Thomas Cook Airlines und Germania brachten Flugstreichungen und Reduzierungen mit sich. Am Ende konnte mit 1.144.471 Jahrespassagieren schließlich erneut ein Passagierplus erzielt werden. 2020 steht im Zeichen von Planungen für das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Flughafens.

Jahresrückblick 2019

Für den Flughafen ungünstige Wetterlagen sorgten für einen schwierigen Start ins Jahr 2019, dennoch verlief die Wintersaison 2018/19 schlussendlich sehr erfolgreich. Im 1. Quartal konnten insgesamt 560.549 Passagiere abgefertigt werden (+4%) und auch das 2. Quartal entwickelte sich sehr positiv (+6%). Unerwartete Turbulenzen brachte dann die Sommersaison, noch bevor sie überhaupt begonnen hatte. Die plötzliche Insolvenz der Fluglinie Germania stellte vor allem den wichtigen Reiseveranstalterpartner TUI vor große Herausforderungen. Mit Hochdruck wurde nach Ersatzfluggeräten gesucht, zur Gänze konnten die Sitzplatzkontingente jedoch nicht umgelagert werden, was die Reduktion einzelner Frequenzen zur Folge hatte. Zudem dünnte British Airways die Flüge nach London Heathrow aus, was einen leichten Passagierrückgang im 3. Quartal 2019 verursachte (-3%). Die Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook im Herbst bedeutete einen weiteren Rückschlag: Thomas Cook Airlines war mit sechs wöchentlichen Flügen im Winter und über 35.000 Passagieren der 6. wichtigste Airline-Partner am Flughafen Innsbruck. Erst kurz vor Beginn der laufenden Wintersaison konnten die dadurch entstandenen offenen Slots neu vergeben werden. Neben der TUI UK konnten unter anderem auch zwei neue Airlines gewonnen werden: die britische Fluglinie jet2.com sowie die skandinavische Airline Norwegian.
Trotz all dieser Herausforderungen ging das Jahr 2019 schließlich mit einem erneuten Passagierrekord zu Ende: mit 1.144.471 Jahrespassagieren wurde bereits zum 7. Mal in Folge ein Passagierwachstum erzielt. Im Vergleich zum Jahr 2018 entspricht dies einem Zuwachs rund 25.000 Passagieren (+2,2%). „Passagierzuwächse sehen wir natürlich gerne“, kommentiert Flughafengeschäftsführer DI Marco Pernetta die Passagierzahlen, „allerdings setzen wir auf nachhaltiges Wachstum und nicht auf Zuwächse um jeden Preis, was auch durch die Entwicklung der letzten sieben Jahre unterstrichen wird.“

Stagnation der Flugbewegungen

Die Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr stagnierten gegenüber dem Vorjahr (2018) bei einem geringen Plus von 0,7% bei 12.106 Bewegungen (+83 Bewegungen). Der Ersatz von kleineren Flugzeugen durch modernere und tendenziell größere Fluggeräte sowie höheren Auslastungen wirken sich ausgleichend auf die Entwicklung der Flugbewegungen aus. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Gästezahlen in der Business Lounge „Tyrol“ – mehr als 40.000 Gäste nutzten im vergangenen Jahr die Tyrol Lounge mit ihrem alpin-urbanen Flair. Aktuell ist am Flughafen Innsbruck eine starke Wintersaison angelaufen. Die Buchungssituation ist bisher sehr gut. Beeinflussen wird den weiteren Verlauf der Saison die Schneelage der kommenden Wochen und die bereits erwähnten Änderungen durch den Wegfall von Thomas Cook Airlines. Der für 31. Januar 2020 anstehende Brexit sollte vorerst keine großen Auswirkungen haben. „Wir gehen daher von einer ähnlich guten Wintersaison wie im Vorjahr aus“, so Pernetta.

Ausblick

Die Planungen für die Sommersaison 2020 sind für Reiseveranstalter sowie Airlines so gut wie abgeschlossen. Im Fokus stehen beliebte Mittelmeerdestinationen in Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien und der Türkei sowie Städtereisen nach Amsterdam, Berlin, Frankfurt, London oder Wien. Mit Split (Kroatien) wird im Sommer 2020 auch wieder ein neues Sonnenziel direkt von Innsbruck aus mit dem Tiroler Reiseveranstalter Idealtours angeboten. Zwischen Ende Mai und Ende Juli wird die Strecke Innsbruck-Split immer freitags bedient werden. Im Linienverkehr wird easyJet (www.easyjet.com) die Strecke nach Berlin von bisher drei auf fünf wöchentliche Frequenzen in den Sommermonaten ausbauen. Damit ergeben sich noch bessere und vielfältigere Kombinationsmöglichkeiten, um die deutsche Bundeshauptstadt zu besuchen. Davon profitieren Geschäftsreisende gleichermaßen wie Städteurlauber. Schließlich werden neue Flüge aus Birmingham und Manchester (England) mit der drittgrößten englischen Fluglinie jet2.com den Sommerflugplan 2020 zusätzlich aufwerten.

Investitionsprogramm

Im Dezember 2019 wurde das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Flughafens durch die Eigentümer (Innsbrucker Kommunalbetriebe, Stadt Innsbruck, Land Tirol) sowie die zuständigen Aufsichtsgremien beschlossen. Ein Teil der geplanten Investitionen betrifft die notwendige Generalsanierung der Piste, die nach derzeitigem Planungsstand von September bis Oktober 2021 – inklusive einer vierwöchigen Flughafensperre – durchgeführt werden soll und mit einer Investitionssumme von rund EUR 25 Millionen beziffert wird. Der andere, wesentlich umfassendere Teil betrifft den Neubau des zentralen Flughafenterminals und Ankunftsbereichs mit einem Investitionsvolumen von etwa EUR 90 Millionen. „Nachdem das ursprüngliche Terminal schon Anfang der 1960er Jahr errichtet wurde, ist die Zeit für einen Neubau gekommen,“ erklärt Pernetta. „Dafür wird noch im ersten Halbjahr 2020 ein EU-weiter Architekturwettbewerb gestartet, der bei reibungslosem Ablauf noch Ende dieses Jahres ein Ergebnis bringen soll.“ Der weitere Zeitplan ist von den anschließenden Planungen und Ausschreibungen abhängig. Im Idealfall könnte der tatsächliche Baubeginn frühestens im Jahr 2023 erfolgen, die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes wäre entsprechend für 2026 geplant. Damit wird der Flughafen Innsbruck allein für diese beiden Großprojekte im Laufe der kommenden Jahre rund EUR 120 Millionen investieren. Flughafengeschäftsführer DI Marco Pernetta: „Wir haben uns mit dieser Modernisierungsoffensive viel vorgenommen. Es ist ein großer und richtiger Schritt, um den Flughafen zukunftsweisend betreiben zu können. Wir freuen uns sehr, dass die Eigentümer sich für diesen Weg entschieden haben.“

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Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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