Wilhelm Kuehs, Kärntens literarischer Shooting Star

Wilhelm Kuehs:  Bleiburger Literaturpreis 2014 für den Text  "Sarajewo Falling"
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Der Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Wilhelm Kuehs lebt mit seiner Familie in Völkermarkt und beschäftigt sich intensiv mit Sagen aus Kärnten, Friaul und Slowenien. Unlängst lud ihn die Deutsche Tolkien Gesellschaft zum Tolkien Seminar an die RWTH Aachen ein. Kuehs sprach von den Auswirkungen der Mythen auf unser tägliches Leben.

"In den Sommernächten meiner Kindheit lag ich oft in der Dunkelheit in meinem Bett und hörte, wie das alte Bauernhaus knackte und knarzte. Oben am Dachboden waren Schritte zu hören, und draußen im Wald, das wusste ich genau, waren die Saligen und die Gute Frau Percht unterwegs", schrieb Wilhelm Kuehs im Vorwort seines Buches "Kärntner Sagen". In vielen Zeitungsbeiträgen wurde er bald als "Sagenexperte" und "Sagenbuchautor" bezeichnet, was er ja auch ist, sein will und sein mag, aber reduzieren kann man den Autor mit dieser und ähnlichen Titulierungen beileibe nicht und auch nicht damit, dass ihn der Kärntner Monat in der Ausgabe Februar 2015 unter die wichtigsten Köpfe des Lavanttals, übrigens auf Platz 44, wählte: Willi Kuehs. Untertitel: Sagenbuch-Autor.

Wilhelm Kuehs Wikipedia Eintrag

Kärnten: Nudelfeste und Speckevents

"Die Kärntner Sagen werden von den Saligen Frauen und der Guten Frau Percht beherrscht," schrieb Wilhelm Kuehs. "Wenn man auf die Saligen Frauen hört, dann schaut man genauer hin, dann kümmert man sich nicht um Politiker, die von einem Nudelfest über das Beach Volleyball Grand Slam zum nächsten Speckevent hetzen und bei jedem Sauschwanzaufheben dabei sind. Wenn man dieses Geschrei einmal ausblendet, kommt ein anderes Kärnten zum Vorschein. Das Kärnten der Christine Lavant, Ingeborg Bachmann und Maja Haderlap."

Für seinen Text "Sarajewo Falling" hat Wilhelm Kuehs 2014 den Prosapreis des Bleiburger Literaturwettbewerbes "Kärnten wortwörtlich! - Koroska v besedi!" verliehen bekommen.

"Der letzte Rock hat keine Taschen." Ein Kärnten Krimi

"Für mich ist der Krimi die beste Möglichkeit einen Gesellschaftsroman zu schreiben, der auch gelesen wird. Die Kritik an gesellschaftlichen Zuständen gehört auch zu den Aufgaben eines Autors. Literatur soll und muss unterhalten, aber sie muss auch den Finger in die Wunde legen und darin herumstochern. Sonst befördert sie nur jene Kräfte, die uns still, unwissend und harmlos halten wollen, sagt Wilhelm Kuehs.

Und sein Kärnten Krimi hat es in sich:

Ein tibetischer Mönch stürzt über den Gebetspfad des Tibet-Zentrums in Hüttenberg und stirbt. Bei den Ermittlungen spielen die Machenschaften der Kärntner Politik in der Zeit, als Jörg Haider Landeshauptmann war, die Tibeter und Heinrich Harrer, eine Rolle. Der Einband des Krimis "Der letzte Rock hat keine Taschen" zeigt den Ausschnitt eines Kärntneranzuges, Hunderter und Zehner, die in der Sakkotasche des Trachtenrocks stecken. "Grundsätzlich ist eine Tracht weder gut noch böse. Man weiß aber, dass sie instrumentalisiert werden kann und in der Vergangenheit auch wurde," sagte Egyd Gstättner kürzlich in einem Interview in einer Kärntner Tageszeitung.

Nach dem Roman "Im Schatten des Krieges" und der Kurzgeschichte "Der Vampir von Vukovar", beide erschienen als eBook in der kindle edition, ist "Der letzte Rock hat keine Taschen" das dritte Buch um den Journalisten Ernesto Valenti.

"Uns verbindet die Hoffnung, dass wir mit unserer Arbeit einen sinnvollen Beitrag in dieser verrückt gewordenen Gesellschaft leisten können, " schreibt Heini Staudinger, ein österreichischer Unternehmer. Mit dem Roman "Der letzte Rock hat keine Taschen" hat Wilhelm Kuehs einen gehörigen Beitrag dazu geleistet. Für sich selbst und auch für uns. Wenn wir ihn annehmen. Endlich einer, der wieder schreiben kann im Land. Und was er schreibt, das muss gelesen werden.

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