13.03.2017, 09:57 Uhr

SPÖ Innsbruck stellt sich neu auf

Die roten Spitzen für die kommenden Wahlgänge: Philip Wohlgemuth (Land), Selma Yildirim (Bund) und Helmut Buchacher (Stadt) (Foto: SPÖ Innsbruck)

Helmut Buchacher, Philip Wohlgemuth und Selma Yildirim führen die SPÖ in die kommenden Wahlen.

Helmut Buchacher, Philip Wohlgemuth und Selma Yildirim sind die Personen, die die Innsbrucker SPÖ in die kommenden Wahlen führen sollen. Diese Entscheidung trafen die rund 100 Delegierten am Stadtparteitag der Partei am Samstagvormittag.

73 Prozent für Buchacher

Der Obmann der SPÖ Innsbruck Helmut Buchacher wurde mit 73 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidat für die Innsbrucker Gemeinderatswahl gewählt. Buchacher ist seit November 2015 Vorsitzender der Partei und hat u. a. auch den Vorsitz in der Tiroler Mietervereinigung inne. Durch den Rückzug von Thomas Pupp aus persönlichen Gründen war der Weg für Buchacher frei geworden und es bedurfte keiner Kampfabstimmung unter den GenossInnen.

Wenig "Strahlkraft" aber "kampfbereit"

Buchacher präsentierte sich als Kämpfer: „Auch wenn mir manche einen Mangel an Strahlkraft anlasten wollen, so sollte man doch meine Kampfbereitschaft für den Wahlkampf und meine Leidenschaft für die Sozialdemokratie nicht unterschätzen!“ Buchacher plädierte außerdem für eine Erneuerung innerhalb der Partei und sprach Philip Wohlgemuth und Selma Yildirim seine volle Unterstützung aus. Inhaltlich wird sich Buchacher verstärkt dem Thema Wohnen widmen und vor allem der Spekulation mit Wohnungen den Kampf ansagen.

Wohlgemuth auf Landesliste

Für den Landtag schickt die Innsbrucker SPÖ den 30-jährigen Philip Wohlgemuth ins Rennen. Er wurde mit einer Zustimmung von 92 Prozent auf den ersten Listenplatz gewählt. Wohlgemuth ist gelernter Hotelkaufmann und seit über 10 Jahren in der Gewerkschaft tätig. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der Gewerkschaft vida. Seine Expertise und Erfahrung in der ArbeitnehmerInnenvertretung möchte er nun auch im Landtag einbringen. Einsetzen will sich Wohlgemuth vor allem für die Verankerung des Bestbieter- statt Billigbieterprinzips mit Rücksicht auf Sozial- und Qualitätskriterien, für das Recht auf Aus- und Weiterbildung für ArbeitnehmerInnen und für eine verstärkte Gesundheitsförderung sowie altersgerechte Arbeitsplätze in Unternehmen. Wohlgemuth will zudem wieder klassische sozialdemokratische Themen wie soziale Gerechtigkeit und Fairness in den Mittelpunkt stellen: „In unserer Gesellschaft sollen alle die gleichen Chancen vorfinden!“

Yildirim am Sprung nach Wien

Auf der Liste für die Nationalratswahl wählten die Innsbrucker Delegierten Selma Yildirim mit 76 Prozent der Stimmen an die Spitze. Die im Südosten der Türkei aufgewachsene 47-Jährige lebt seit knapp 40 Jahren in Österreich. Sie ist Verwaltungsjuristin in Innsbruck und seit Juni 2014 Landesfrauenvorsitzende der SPÖ. Neben klassischer sozialdemokratischer Frauenpolitik will sich Yildirim vor allem für mehr Zusammenhalt innerhalb Österreichs einsetzen: „Es ist unsere Aufgabe, darauf zu achten, dass die Solidarität in diesem Land auch weiterhin erhalten bleibt.“

Blanik ortet "Erneuerung"

Der Stadtparteitag stand im Zeichen von „Erneuerung. Zusammenhalt. Vertrauen.“ Dafür plädierte auch Elisabeth Blanik, die Vorsitzende der SPÖ Tirol: „Erneuerung bedeutet für uns Aufmachen! Wir müssen neuen Kräften in der Partei eine Chance geben, sich zu beweisen und neuen Menschen in der Stadt die Möglichkeit bieten, sich politisch zu engagieren.“ Besorgt zeigte sich Blanik hingegen über die aktuellen Entwicklungen in der Bevölkerung hin zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft: „Wer ein Haus niederbrennen will, der wählt einen Brandstifter. Gegen diese Stimmung müssen wir mit aller Kraft auftreten.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.