Arbeiterkammer Kärnten
Auch Arbeiterkammer verliert durch Corona-Krise Einnahmen

AK-Wirtschaftsexperte Hans Pucker (links) und AK-Präsident Günther Goach informierten über Corona-bedingte Herausforderungen, die Thema der AK-Vollversammlung am Donnerstag sind.
  • AK-Wirtschaftsexperte Hans Pucker (links) und AK-Präsident Günther Goach informierten über Corona-bedingte Herausforderungen, die Thema der AK-Vollversammlung am Donnerstag sind.
  • Foto: Eggenberger/AK
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Am Donnerstag findet die Vollversammlung der Arbeiterkammer Kärnten statt. Große Themen sind die hohe Zahl der Arbeitslosen und Kärntner in Kurzarbeit. Über Forderungspapier an Land und Bund wird abgestimmt.

KÄRNTEN. Die Vollversammlung der Arbeiterkammer (AK) Kärnten am Donnerstag steht ganz im Zeichen der Auswirkungen der Corona-Krise. Im Vorfeld informierte Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach über die anstehenden Themen – mitunter soll auch der Rechnungsabschluss 2019 beschlossen werden. Und: Die AK-Vollversammlung will auch fraktionsübergreifend ein Forderungspapier an Bund und Land formulieren. Darin wird die "Einbindung der Interessenvertretung der Beschäftigten als Dialog- und Sozialpartner auf Augenhöhe für zukünftige Zusammenarbeit" gefordert. 

Über 10.000 ältere Arbeitnehmer betroffen

Was die Arbeiterkammer natürlich massiv beschäftigt, sind die "sehr besorgniserregenden Arbeitslosenzahlen" mit aktuell 31.734 Arbeitslosen in Kärnten (inklusive jenen in Schulungen). Das sind um 12.397 mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Über 10.000 ältere Arbeitnehmer (über 50 Jahre) seien betroffen, so Goach. Und auch 1.395 Jugendliche mehr als im Vorjahr, eine Zunahme von 85 Prozent in diesem Bereich. 

Goach: "Gemeinden als Auftraggeber unterstützen!"

Die am stärksten betroffenen Branchen sind Tourismus, Handel, Hilfsberufe und der Sektor "Büro". Noch eher weniger betroffen ist die Baubranche, doch Goach warnt: "Derzeit werden immer noch Altaufträge abgearbeitet." Wie es mit neuen Aufträgen weitergeht, hänge auch stark von den Gemeinden als öffentliche Auftraggeber ab, sprach sich Goach für Unterstützungsmaßnahmen der Kommunen durch Bund und Land aus. Dies werde ein Thema der morgigen Regierungssitzung mit den Sozialpartnern sein. 
Weiters fordere die Arbeiterkammer Maßnahmen für die älteren Beschäftigten und Qualifikationsmaßnahmen für Lehrlinge bzw. ein Jugendrettungspaket sowie Angebote auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Auch die Forderung nach Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent des letzten Nettobezuges erneuerte der AK-Präsident.  

Ausbildungsschwerpunkt in systemrelevanten Berufen

Zentral sei das Thema Bildung. Goach trat für ein steuerfreies Zusatzgehalt für Beschäftigte in systemrelevanten Berufen ein, außerdem für Qualifikationsmaßnahmen für Arbeitslose aus Tourismus und Freizeit-Bereichen, um die in systemrelevanten Berufen (Gesundheit, Pflege) auszubilden. 

Viel Aufklärung über Kurzarbeit

Thema ist aber auch die Kurzarbeit – ein "taugliches Mittel, um Mitarbeiter in Beschäftigung zu halten", so Goach. 61.000 Kärntner Beschäftigte sind derzeit davon betroffen, 6.116 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet. Mit aktuellem Stand verursache dies allein in Kärnten Kosten von 470 Millionen Euro.
Am Anfang der Corona-Krise sei es zu vielen einvernehmlichen Auflösungen von Dienstverhältnissen gekommen. Dienstnehmer fielen um die Kündigungsentschädigung um. Vielfach wurde dies im Nachhinein auch wieder in Kurzarbeit umgewandelt, so Goach: "Hier war viel Aufklärung notwendig." 

"Missbrauch der Kurzarbeit verhindern!"

Trotzdem ein trauriger Vergleich: Während im März 2019 in Kärnten 4.018 Dienstverhältnisse einvernehmlich aufgelöst wurden, waren es heuer im selben Zeitraum 18.500. Auch das Personal des Arbeitsmarktservice (AMS) müsse aufgestockt werden, denn die Abwicklung der Kurzarbeit sei ressourcenaufwändig. Was für die Kurzarbeit weiters notwendig sei, wären "verstärkte Kontrollen durch Finanzpolizei und AMS, um jeglichen Missbrauch der Betriebe zu verhindern, denn wer sich in Zeiten der Krise bereichert, muss auch dementsprechend bestraft werden". 

Arbeiterkammer verliert Einnahmen

Die AK Kärnten habe seit Beginn der Corona-Krise 31.773 Beratungen durchgeführt. "Wenn es den Betrieben schlecht geht, bedeutet das wesentlich mehr Aufwand für uns, umgekehrt aber wesentlich weniger Geld", so Goach. Denn Schätzungen gehen davon aus, dass auch die Arbeiterkammer durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit rund 25 Prozent der Beiträge (Kammerumlage) verlieren könnte. 
Man will aber alle Leistungen, die notwendig sind, in vollem Umfang erhalten. 
2.700 Betriebe hätten bei der Österreichischen Gesundheitskasse um Stundungen angesucht. Goach rechnet damit, dass hier "nicht alles einbringlich ist". Realistisch sei auch zu erwarten, dass sich die derzeit noch niedrige Zahl an Insolvenzen erhöhen wird.

517.000 Menschen waren im Mai arbeitslos

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Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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