Pfarre Hopfgarten
Pfarrer macht sich Gedanken über Zeit nach der Krise

Pfarrer Sebastian Kitzbichler zelebriert täglich eine Heilige Messe.
  • Pfarrer Sebastian Kitzbichler zelebriert täglich eine Heilige Messe.
  • Foto: Pfarre Hopfgarten
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

Sebastian Kitzbichler, Pfarrer in Hopfgarten, lädt ein, die Palmbuschen selbst zu segnen.

HOPFGARTEN (be). Trotz des Versammlungsverbotes zelebriert der Hopfgartner Pfarrer Sebastian Kitzbichler täglich eine Heilige Messe. Zu denken gibt ihm allerdings, so wie vielen anderen Menschen auch, wohin sich die Gesellschaft nach der Corona-Krise entwickeln wird.

"Osterwoche wird eigenartig"

„Die Not kann das Beten lehren, aber leider auch das Fluchen“, weiß der Pfarrer. Für ihn ist die Beziehung zu Gott ganz gleich wie jene zu den Menschen. Wer sich sonst nicht um seine Mitmenschen kümmert, der wird selten in Krisenzeiten Freunde finden. „Für die Freundschaft muss man was tun, das ist bei Gott so, wie bei den Menschen“, ist Kitzbichler überzeugt.
Die Mesnerleute sind bei den täglichen Messen anwesend und stellvertretend für alle Gläubigen, werden täglich zwei Personen aus der Gemeinde eingeladen, die Heilige Messe mitzufeiern. Außer bei Sterbenden, darf der Pfarrer nicht außer Haus gehen, um einen Segen zu erteilen. „Ich telefoniere halt viel mit den Menschen und sie sind dankbar dafür.“ Eigenartig, so sinniert er, wird die Osterwoche werden, vor allem die Osternacht und die Auferstehung Gottes. So wie der Pfarrer aber seine sonntäglichen Predigten auf die Homepage der Pfarre stellt, so wird er auch einen Segensspruch bereit halten, damit die Menschen selbst ihre Palmbuschen segnen können. „Wir gehen wieder zurück zum Ursprung des Christentums, zu den Hauskirchen. Ein Dauerzustand für die Gemeinschaft der Gläubigen kann das aber nicht sein“, sagt Kitzbichler.

"Freizeit hat höheren Stellenwert eingenommen"

Momentan ist die Hilfsbereitschaft groß und er hofft, dass das auch nach der Krise so sein wird. Er bedauert, dass die EU derzeit nicht die Gemeinschaft als höchstes Gut vorlebt. Ebenso fragt er sich, ob es wirtschaftlich danach genauso weitergeht bzw. welche anderen Wege es geben könnte. Nimmt die Regionalität zu, so wie das derzeit von allen Seiten propagiert wird, oder greift der Mensch danach wieder zum Billigsten, weil er sich Regionalität nicht leisten kann?
Natürlich stellt sich Kitzbichler auch die Frage, ob die Kirche in der künftigen Gesellschaft überhaupt noch ihren Platz finden wird. Denn bei fünf bis sieben Prozent Kirchengehern im Lande, zählt das gemeinsame Feiern bei der Heiligen Messe für ihn nicht mehr zum Brauchtum. Da haben die Freizeitaktivitäten einen wesentlich höheren Stellenwert eingenommen, als die Pflege der Freundschaft zu Gott. -be-

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